Finanzplan für den Snackautomatenbetrieb: Die Welt des Einzelhandels verändert sich – grundlegend. Immer mehr Menschen erwarten, dass Produkte des täglichen Bedarfs jederzeit und überall verfügbar sind: spontan, kontaktlos, ohne Warteschlangen. Parallel dazu wächst die gesellschaftliche Akzeptanz für automatisierte Verkaufsmodelle, die rund um die Uhr funktionieren und sich reibungslos in den Alltag integrieren. Wer diese Entwicklung frühzeitig für eine erfolgreiche Selbständigkeit erkennt, seine Zielgruppen versteht und den richtigen Standort wählt, kann nicht nur Versorgungslücken schließen, sondern daraus ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln.
Als Betreiber eines oder mehrerer Automaten kann man also ein dauerhaft rentables Unternehmen aufbauen.
Man profitiert von der steigenden Nachfrage nach flexiblen Einkaufsmöglichkeiten. Die Lebensrhythmen vieler Menschen haben sich verändert – durch Schichtarbeit, Mobilität, Vereinzelung oder den Wunsch nach zeitunabhängiger Verfügbarkeit. Einkäufe sollen heute nicht nur günstig und nah, sondern auch schnell, einfach und jederzeit verfügbar sein. Automaten bieten genau das – und umgehen zugleich die Hürden klassischer Verkaufsmodelle wie Personalbindung, Ladenschlusszeiten oder hohe Fixkosten.
Um dieses Geschäftsmodell größer aufziehen und mehrere Automaten aufstellen zu können, werden natürlich umfassende finanzielle Mittel benötigt. Der Kapitalbedarf liegt hier üblicherweise im fünfstelligen Bereich, wenn man von rund 5 Automaten für den Start ausgeht.
Um diesen Kapitalbedarf z. B. über ein staatlich gefördertes Darlehen abbilden zu können, muss man neben einem aussagekräftigen Businessplan auch einen detaillierten Finanzplan erstellen.
In diesem Artikel möchten wir auf die Besonderheiten in einem solchen Finanzplan für den Betrieb von Snackautomaten eingehen.
Definition und Verwendungszwecke: Finanzplan für ein Förderdarlehen
Ein professionell erstellter Finanzplan ist ein wichtiger Bestandteil der Beantragung eines Förderdarlehens für Existenzgründer. Dieser Finanzplan bildet die wichtigsten betrieblichen Kennzahlen eines gegründeten Unternehmens oder einer Selbständigkeit als Freiberufler für die nächsten drei Geschäftsjahre ab.
Im Vorfeld der Erstellung eines Finanzplans muss man sich als Gründer oder abgehender Selbständiger mit den folgenden wichtigen Fragestellungen beschäftigen:
- Zu welchem Preis kann ich die in den Automaten angebotenen Produkte anbieten?
- Wie viele Kunden/Käufe sind pro Tag/Woche/Monat realistisch?
- Welche Umsätze ergeben sich daraus?
- Wie hoch ist mein Warenbezug, also die Einkaufspreise für die angebotenen Produkte?
- Wie hoch sind die laufenden Kosten für das Betreiben der Automaten?
- Welche steuerlichen Abgaben sind zu berücksichtigen?
Förderbanken oder auch weitere potentielle Finanzierer möchten natürlich genau wissen, wie ertragreich ein im Businessplan vorgestelltes Geschäftsmodell ist. Insbesondere ist entscheidend, ob man dauerhaft in der Lage ist, ausreichende Gewinne zu erzielen, um das Förderdarlehen zurückzahlen zu können. Daher müssen die Antworten auf die oben genannten Fragestellungen in einen professionellen Finanzplan übertragen werden.
Besonderheiten beim Betrieb von Automaten
Mittlerweile kann das Portfolio beim Betrieb von Automaten sehr breit gefächert sein. Potentielle Kunden schätzen die schnelle Verfügbarkeit unterschiedlicher Lebensmittel und Produkte an leicht zugänglichen Orten.
Man kann über Automaten z. B. die folgenden Artikel verkaufen:
- Zu den festen Kategorien gehören Snacks (Riegel, Sandwiches etc.) in allen Variationen – von klassischen Markenartikeln bis hin zu internationalen Spezialitäten.
- Ebenso verfügbar sind gekühlte Getränke wie Soft- oder Energydrinks, darunter auch vegane oder zuckerreduzierte Alternativen. Gleiches gilt für Kaffee, der schon lange über Automaten vertrieben wird.
- Besonders gefragt sind kleine Alltagshelfer: Zahnbürsten, Pflaster, Hygieneartikel, Schnelltests – Produkte, die man nicht ständig braucht, aber in bestimmten Momenten umso dringender.
- Stark nachgefragt wird das Angebot um ein Sortiment für Erwachsene: Tabakwaren, E-Zigaretten und Vapes mit Altersfreigabe. In diesem Zusammenhang erhalten die Automaten ein integriertes Verifikationssystem. Die Alterskontrollen sind natürlich zuverlässig und gesetzeskonform durchzuführen – komfortabel und sicher zugleich.
- Immer häufiger werden auch frische (Bio-)Lebensmittel wie Eier, Butter, Fleisch oder Milch über Automaten angeboten und gekauft.
- Ebenso können warme Speisen wie z.B. Pizza, Burger oder Hot Dogs an gut frequentierten Stellen verkauft werden, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden.
Besonders ausschlaggebend für den erfolgreichen Betrieb von Automaten sind die Standorte. Diese müssen stark frequentiert sein und sollten über viel Laufkundschaft verfügen, z.B. in der Nähe von Bahnhöfen, Haltestellen oder Schulen. Attraktiv sind auch Standorte in oder in der Nähe von größeren Bürogebäuden, für die dortigen Mitarbeitenden oder Kunden.
Für das Aufstellen von Warenautomaten im öffentlichen Straßenraum ist in der Regel eine kommunale Sondernutzungserlaubnis erforderlich; die konkreten Bedingungen und Gebühren regelt die jeweilige Satzung der Stadt. Als Beispiel: Die Stadt Köln nennt in ihrer Sondernutzungssatzung ausdrücklich Automaten und führt hierfür Tarife auf.
Die regelmäßige Befüllung der Automaten ist ebenso wichtig. Nur verfügbare Produkte können für Umsatz sorgen. Die Verfügbarkeit der Produkte wird den Inhabern digital angezeigt. Es muss also sichergestellt sein, dass man selber oder eine angestellte Person (z.B. als Mini-Jobber) regelmäßig zu den Automaten fährt und diese auffüllt.
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Kapitalbedarfsplan erstellen
Im Bereich des Betriebs von Automaten kann man von rund 10.000 Euro netto an Aufwand für z.B. einen Snackautomaten ausgehen. Diese beinhalten eine gute Ausstattung inklusive Beleuchtung, Münzwechsler, Banknotenprüfer etc.
Umbaukosten für eine Handelsfläche oder Aufwände für die Errichtung einer Überdachung liegen eher im vierstelligen Bereich. Zudem müssen die Erstausstattungen der angebotenen Ware und erste Vermarktungsmaßnahmen vorfinanziert werden.
Insgesamt kann man also von einem mittleren fünfstelligen Kapitalbedarf ausgehen, wenn man mit mehreren Automaten gleichzeitig starten möchte.
Diese Größenordnungen sind natürlich individuell anzupassen und im Kapitalbedarfsplan aufzulisten.
Fazit
Es ist grundsätzlich wichtig, einen Finanzplan in der Form und dem Umfang zu erstellen, wie er von Förder zur Prüfung eines Finanzierungsvorhabens erwartet wird. In der Finanzplan-Erstellung für den Betrieb von Automaten ist die Anzahl der Verkäufe der entscheidende Punkt in der Rentabilitätsplanung. Diese ist stark vom Standort des oder der Automaten abhängig. Die Fixkosten hingegen sind planbar und ändern sich meist nur im Volumen der eingesetzten Ware. Der Start in die erfolgreiche Selbständigkeit mit dem Betreiben von Automaten kann durch die Aufnahme eines Förderdarlehens initiiert werden.
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FAQ
Welche Anfangsinvestitionen fallen typischerweise an?
Für einen gut ausgestatteten Snackautomaten sollten rund 10.000 € netto kalkuliert werden (u. a. Beleuchtung, Münzwechsler, Banknotenprüfer). Hinzu kommen ggf. Umbaukosten am Standort, Erstausstattung der Ware und erste Vermarktungsmaßnahmen.
Wie hoch ist der gesamte Kapitalbedarf zum Start?
Wer mit mehreren Automaten beginnt, landet oft im mittleren fünfstelligen Bereich. Die genaue Summe hängt von Anzahl, Gerätetyp, Umbauaufwänden, Warenbestand und Marketingstart ab und gehört in den Kapitalbedarfsplan.
Welche Rolle spielt der Standort für die Rentabilität?
Eine zentrale: Frequenz, Zielgruppe und Zugänglichkeit bestimmen die Verkäufe pro Tag. Da Fixkosten relativ stabil sind, wirken sich zusätzliche Verkäufe direkt und überproportional auf die Rentabilität aus.
Was gehört in den Finanzplan für den Automatenbetrieb?
Investitionsplan, laufende Kosten (z. B. Miete/Standplatz, Energie, Wartung, Nachbefüllung, Versicherung), Umsatz- und Absatzplanung je Automat, Gewinn- und Verlustrechnung, Liquiditätsplan sowie ggf. Tilgungsplan bei Fremdkapital.
Wie konservativ sollten Absatzannahmen sein?
Mit realistischen, standortbezogenen Annahmen starten (z. B. Mindest-, Erwartungs-, Best-Case). Nach dem Go-live die Ist-Daten monatlich einpflegen und die Planung anpassen.
Kann der Start über ein Förderdarlehen finanziert werden?
Ja, häufig. Viele Programme unterstützen eine Existenzgründung bzw. Unternehmensgründung mit zinsgünstigen Konditionen und tilgungsfreien Anlaufzeiten. Voraussetzung ist ein professioneller Business- und Finanzplan.
Welche typischen Fehler lassen sich vermeiden?
Zu optimistische Absatzannahmen, fehlende Rücklagen für Service und Reparaturen, zu geringe Erstbestückung, unterschätzte Standortkosten oder unklare Vereinbarungen mit Flächeneignern.
Warum ist Liquiditätsplanung so wichtig?
Steuern, Warenkauf und Service fallen nicht immer zeitgleich mit Einnahmen an. Eine Monatsplanung mit Puffer verhindert Engpässe – besonders in der Anlaufphase.
Wie oft sollte der Finanzplan aktualisiert werden?
Zu Beginn monatlich. Nach drei bis sechs Monaten auf Basis echter Verkaufsdaten konsolidieren, Standorte ggf. optimieren und Investitionsschritte priorisieren.
Lesetipps: Selbstständig machen mit Snackautomaten und Businessplan schreiben als Snackautomatenbetreiber