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Businessplan erstellen – Finanzplanung

1. Schritt: Bestimmen Sie Ihren Kapitalbedarf!

Beginnen Sie bei Ihrer Finanzplanung mit dem Kapitalbedarfs- und Investitionsplan.

Listen Sie Ihre kurz-, mittel- und langfristigen Investitionen auf, um daraus Ihren benötigten Kapitalbedarf zu errechnen.

Kurz- und mittelfristige Investitionen sind Investitionen, die sich auf Ihre operative und taktische Planung beziehen und das Umlaufvermögens betreffen, wie z.B.:

  • Vorräte (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, (un)fertige Erzeugnisse und Waren etc.)
  • Material- und Warenlager
  • Reserven
  • besondere Belastungen in der Gründungsphase
  • Kassenbestand

Die langfristigen Investitionen sind in der Regel Sachinvestitionen mit einer langen Laufzeit, die das Anlagevermögen betreffen, wie unter anderem:

  • Grundstücke/ Gebäude
  • technische Anlagen und Maschinen
  • andere Anlagen, Geschäfts- und Betriebsausstattungen
  • IT-Ausstattungen
  • immaterielle Vermögensgegenstände (z.B. gewerbliche Schutzrechte wie Lizenzen, Patente, Konzessionen, selbst geschaffene Schutzrechte etc.)
  • Finanzanlagen (z.B. Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen etc.)

Geben Sie außerdem die Kosten an, die vor der Gründung anfallen!

Für eine erfolgreiche Existenzgründung haben Sie sich von einem qualifizierten Berater beraten lassen und / oder Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen besucht. Zudem sind Sie nach dem Handelsgesetzbuch dazu verpflichtet, Ihr Gewerbe anzumelden, ins Handelsregister eintragen zu lassen und je nach Gewerbe weitere Genehmigungen, Lizenzen oder Patente zu beantragen, die ebenfalls mit Kosten verbunden sind. Hinzu kommen noch Kosten für den Anwalt bzw. den Notar, den Immobilienmakler, die Markteinführung (Marketing und Vertrieb), die Produktionskosten sowie für Forschung und Entwicklung.

Wie hoch sind Ihre laufenden Kosten?

Stellen Sie einen Betriebsmittelplan auf, der alle Fixkosten enthält, die in der Gewinn- und Verlustrechnung unter „sonstige Aufwendungen“ zuzuordnen sind, wie z.B.:

  • Mietkosten
  • betriebliche Versicherungen
  • laufende Werbe- und Marketingkosten
  • Kfz-Kosten
  • sonstige Reisekosten
  • laufende IT-Kosten
  • Fax, Telefon, Porto und Internet
  • Bankgebühren
  • Betriebssteuern

Das Problem bei vielen Existenzgründern ist, dass sie ihre laufenden Kosten zu niedrig bemessen. Daher sollten Sie einen Liquiditätspuffer von mindestens 25 % miteinrechnen.

Vergessen Sie nicht, Ihren kalkulatorischen Unternehmerlohn aufzulisten!

Zur Sicherung Ihres Lebensunterhaltes listen Sie großzügig Ihre monatlichen privaten Ausgaben auf, wie unter anderem die Miete, Gebühren, Lebensmittel, Kleidung, private Steuern, Versicherungsbeiträge und sonstige Zahlungsverpflichtungen. Aber auch unvorhergesehen Ereignisse wie z.B. Krankheit, Unfall etc. sollten Sie mitberücksichtigen.

Wollen Sie Mitarbeiter beschäftigen, so haben Sie dies in dem schriftlichen Teil des Businessplans schon festgehalten und auch die Personalkosten skizziert. In der Finanzplanung legen Sie nun einen ausführlichen Personalplan mit den von Ihnen kalkulierten Kosten vor.

Der Kapitalbedarfsplan bildet die weitere Grundlage für die Gewinn- und Verlustrechnung und den Liquiditätsplan.

Besondere Fördermöglichkeiten für die Erstellung des Businessplans

Füllen Sie einfach kostenlos und unverbindlich den Fördercheck auf der linken Seite aus und lassen Sie sich von uns über Ihre persönlichen Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung bei der Erstellung eines Businessplans informieren. Die Förderprogramme werden aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds ESF unterstützt.

Existenzfoerderung durch die EU

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2. Schritt: Der Liquiditätsplan zur Darstellung der Zahlungsfähigkeit

Mit dem Liquiditätsplan listen Sie Ihre monatlichen geschätzten Ein- und Auszahlungen auf und stellen dar, inwiefern Ihr Unternehmen zahlungsfähig ist und bleibt. Die Liquiditätsplanung sollte je nach Projektgröße, die nächsten 24 bis 60 Monate umfassen.

Der Liquiditätsplan ist das Herzstück des Finanzplans.

Die Liquidität Ihres Unternehmens errechnen Sie, wenn Sie zuerst Ihre geplanten Einnahmen auflisten und diese Ihren Ausgaben gegenüber stellen:

Liquide Mittel (Bank, Kasse)

+

Einnahmen (Umsatzerlöse, Privateinlagen, Gesellschaftereinlagen, eingenommene Mehrwertsteuer, Zins für Kapital, sonstige Einzahlungen etc.)

–          

Ausgaben (Betriebsmittel, Investitionen, Tilgungszahlungen, private  Entnahmen, abgeführte Mehrwertsteuer, Personalkosten, Wareneinkauf, sonstige Auszahlungen etc.)

=     

Überdeckung (Überschuss)/ Unterdeckung (Fehlbetrag)

Ihr Liquiditätsplan darf keinen Liquiditätsengpass aufzeigen. Sie sollten dauerhaft einen Überschuss mit Ihrer Geschäftsidee erwirtschaften. Ergibt sich aus Ihren Berechnungen eine Unterdeckung, so sollte diese durch eigene Liquidität oder durch Fremdkapital abgedeckt werden. Die Zahlen für Ihren Liquiditätsplan entnehmen Sie aus:

  • Arbeitsverträgen
  • Mietverträgen
  • Kredit- und Leasingverträgen
  • der Höhe Ihres Kontokorrentkredites
  • den offenen Forderungen und Verbindlichkeiten
  • Schätzungen, die für Sie realisierbar erscheinen
  • vorhandenen Marktdaten ähnlicher Geschäftsmodelle

3. Schritt: Der Finanzierungsplanung als Grundstein Ihrer Existenzgründung

Im Rahmen des Finanzierungsplans sollten Sie aufzeigen, wie Sie Ihr unternehmerisches Vorhaben finanzieren wollen. Die Finanzierung ist ebenfalls ein Teil des Liquiditätsplans.

Eigenkapital als Grundvoraussetzung für Ihre Existenzgründung

Sie werden nicht vermeiden können, Ihre Geschäftsidee zumindest teilweise mit eigenen Mitteln zu finanzieren. Die Höhe des Eigenkapitalanteils sollte dabei möglichst nicht unter 20 % liegen. Das Eigenkapital sollten Sie verwenden, um Ihr Anlagevermögen und die „eisernen Bestände“ des Umlaufvermögens zu decken. Fremdkapitalgeber werden Ihnen auch nur Geld zur Verfügung stellen, wenn auch Sie bereit sind zu investieren.

Beziehen Sie das Eigenkapital über Freunde und Familie, Geschäftspartner, Förderprogramme oder Beteiligungsgesellschaften, so müssen Sie diese Quellen im Businessplan vollständig benennen.

Fremdkapital zur Finanzierung langfristiger Investitionen

Die Höhe des Fremdkapitalbedarfs erhalten Sie, wenn Sie die Höhe des Eigenkapitals von der Summe des errechneten Kapitalbedarfs abziehen. Erläutern Sie ausführlich, wofür Sie das Fremdkapital benötigen. Es ist ratsam, dass Sie langfristige Investitionen – die das Anlagevermögen betreffen und den größten Kostenfaktor am Gründungsanfang ausmachen – mit langfristigem Fremdkapital und Eigenkapital finanzieren. Kurz- und mittelfristige Investitionen, die das Umlaufvermögen betreffen, sollten Sie ebenfalls mit Fremdkapital finanzieren.

Geben Sie Sicherheiten an!

Die Einbringung von Eigenkapital ist nicht das einzige Kriterium für den Erhalt von Fremdkapital durch Kreditinstitute. Banken prüfen Ihre Sicherheiten, die Sie im Finanzplan konkret benennen. Sicherheiten können sein:

  • Bürgschaften (von Dritten oder speziellen Bürgschaftsbanken)
  • Grundstücke
  • Lebensversicherungen
  • Geschäftsausstattungen
  • Wertpapiere
  • Bankguthaben

Die Sicherheiten setzen Sie mit einem Wert an. Beachten Sie jedoch bei der Ansetzung des Wertes die Nutzungsdauer bzw. die Verwertbarkeit hinsichtlich einer möglichen Wertsteigerung oder -minderung Ihrer Sicherheit.

Leasing zur Kostenreduktion und Reduzierung des Finanzierungsbedarfs

Es ist ratsam, dass Sie in der Anfangsphase Ihre Auszahlungen so gering wie möglich halten. Das Leasing stellt daher eine optimale Möglichkeit dar, um Kosten einzusparen und die Zahlungsfähigkeit zu sichern. Überlegen Sie sich vorher gut, bei welchen Wirtschaftsgütern das Leasen mehr Sinn macht, als der Kauf und rechnen Sie dies auch durch. Die durchkalkulierten Ergebnisse legen Sie ebenfalls im Finanzplan dar.

4. Schritt: Der Rentabilitätsplan dient der Überprüfung des Erfolgs Ihrer Existenzgründung

Mit Hilfe des Rentabilitätsplans ermitteln Sie das Betriebsergebnis vor Steuern für die nächsten drei Jahre und zeigen zugleich, ob und wann in welcher Höhe sich Ihre Existenzgründung lohnt. Dafür erstellen Sie eine Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Handelsgesetzbuch gemäß § 275.

Die Gewinn- und Verlustrechnung stellt Ihre erwarteten Umsatzerlöse den Aufwendungen gegenüber.

Je nach Art der Geschäftsidee dienen Ihnen zur Ermittlung des Umsatzes folgende Berechnungsmöglichkeiten:

Produktumsatz = Verkaufspreis x Verkaufsmenge Dienstleistungsumsatz = Stundenpreis x Stundenanzahl

Sollten Sie noch keinen Verkaufspreis oder eine Verkaufsmenge festgelegt haben oder Schwierigkeiten haben, Menge und Preis zu schätzen, so können Sie sich auch an Marktdaten vergleichbarer Geschäftsmodelle orientieren. Der Umsatz sollte aber auf jeden Fall Ihr Betriebsergebnis decken, der sich wie folgt berechnen lässt:

                                   Umsatz
                  ./.             variable Kosten
                  =               Rohertrag I
                  ./.             Personalkosten
                  ./.             sonstige Betriebsausgaben
                  =               Cashflow
                  ./.             Zinsen
                  ./.             Abschreibungen
                  =               Ergebnis vor Steuern
                  ./.             Gewerbesteuer
                  =               Ergebnis nach Steuern
                  /12 =      Pro Monat

Innerhalb der ersten drei Jahre sollte der Rentabilitätsplan einen positiven Entwicklungsverlauf nehmen. Beachten Sie, dass Kosten, wie beispielweise in den Bereichen Personal, sonstige Betriebsausgaben, Steuern, Zinsen, Einkauf etc., jährlich steigen oder sinken können.


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