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Die Liquidität ist für Unternehmen jeder Größenordnung von zentraler Bedeutung. Nur wer liquide ist, kann seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen und den Geschäftsbetrieb regulär fortführen. In der aktuellen wirtschaftlichen Krise mangelt es vielen Unternehmen jedoch gerade daran: Kunden geraten mit Zahlungen in Verzug, geplante Finanzierungen platzen, Lieferanten können die benötigten Ressourcen nicht besorgen und es kommt zum Produktionsstopp. Ohne Produkte, keine Erlöse und ohne Erlöse gerät ein Unternehmen in Schwierigkeiten.

Für Unternehmer und Selbstständige stellt sich die Frage: Was kann man tun, um die Liquidität zu verbessern und einen Liquiditätsengpass vorzubeugen?

Nachfolgend stellen wir die wichtigsten Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität vor. Dabei betrachten wir zunächst die Liquidität im Allgemeinen, bevor wir auf die einzelnen Bereiche eines Unternehmens und deren Zusammenhang mit der Liquidität eingehen.

Inhaltsverzeichnis

Liquiditätsmanagement

Das Liquiditätsmanagement bezieht sich auf alle mit Unternehmensprozessen einhergehenden Ein- und Auszahlungen. Ziel ist die ständige Zahlungsfähigkeit. Das bedeutet, es müssen zu jedem Zeitpunkt ausreichend liquide Mittel zur Verfügung stehen. Die Formel lautet:

Kassenbestand + Einzahlungen ≥ Auszahlungen

So simpel diese Rechenformel auch klingt: In der Praxis erweist sie sich durch die Ungewissheit von tatsächlichen Zahlungseingängen als durchaus komplex. Die aktuelle Krise verstärkt diese Unsicherheit, z. B. durch die durch die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage bei Kunden, zusätzlich.

Voraussetzung für das aktive Gegensteuern bei drohenden Liquiditätsengpässen ist ein Überblick über die aktuelle Lage: Ein Liquiditätsplan sollte fortlaufend geführt und aktualisiert werden, sodass alle Informationen zu Zahlungshöhen und -zeitpunkten gebündelt vorliegen. Nur wer über die Zahlungszuflüsse und -abflüsse informiert ist, kann diese auch steuern.

Wird es mit der Liquidität trotzdem eng, empfiehlt sich die Festlegung von Ausgabeprioritäten und die Begleichung der Verbindlichkeiten in der erstellten Reihenfolge. Im Notfall kann sogar ein Ausgabenstopp verhängt werden. Hierbei sollten Unternehmer jedoch darauf achten, sich nicht langfristig zu schaden. Nur Ausgaben mit geringer Priorität und keinen langfristigen Auswirkungen sollten gestoppt werden. Beziehungen zu wichtigen Stakeholdern (z. B. zu Lieferanten, Kunden, Kapitalgebern, Belegschaft) sollten nicht gefährdet werden. Unternehmer, die an einen Ausgabenstopp denken, sollten frühzeitig das Gespräch mit den Zahlungsempfängern suchen.

Checkliste Liquiditätsmanagement

  • Liquiditätsplan erstellen
  • Zahlungszuflüsse und -abflüsse steuern
  • Ausgabenprioritäten festlegen
  • Ausgabenstopp verhängen

Management der Liquidität im Bereich der Anlagegüter

Um die Liquidität zu verbessern, sollte das Anlagevermögen regelmäßig auf seine Aktualität geprüft werden. Grundstücke, Maschinen, Fahrzeuge: Ihre Bedeutung für den regelmäßigen Betrieb verändert sich im Laufe der Zeit. Unternehmer sollten die Vorteilhaftigkeit eines Verkaufs einzelner Anlagegüter prüfen. Dies setzt liquide Mittel frei. Alternativ können Unternehmer nicht benötigte Räumlichkeiten, nicht ausgelastete Maschinen oder Fahrzeuge vermieten und so neue Zahlungszuflüsse generieren. Dabei sollte das Kerngeschäft auf keinen Fall vernachlässigt werden und mögliche Hindernisse, wie z. B. die Gewährleistung des Datenschutzes bei Vermietung von Teilräumlichkeiten, bedacht werden.

Wollen Unternehmer sich nicht ganz von dem Anlagegut trennen oder handelt es sich um ein betriebsnotwendiges Anlagegut, ist die Möglichkeit eines Sale-and-lease-back in Betracht zu ziehen. Das Sale-and-lease-back ist eine Sonderform des klassischen Finanzierungsleasings und eignet sich zur kurzfristigen Freisetzung von Kapital. Das Unternehmen verkauft bei dieser Form der Finanzierung das Anlagegut an eine Leasinggesellschaft und least es von dieser wieder zurück. Somit kann er es weiterhin gegen ein Entgelt (Leasingrate) nutzen.

Um seinen Anlagenbestand zu reduzieren und Kapital freizusetzen, ist auch die Möglichkeit einer Fremdvergabe bestimmter Tätigkeiten zu überprüfen. Bestimmte Prozesse können von spezialisierten Fremdunternehmen ggf. günstiger durchgeführt werden, sodass sich ein Outsourcing lohnen kann.

Final gelten diese Überlegungen auch für alle Neuinvestitionen: Auch die geplanten Investitionen sollten auf ihre Aktualität, eine Finanzierung via Sale-and-lease-back oder klassischem Leasing und die Vorteilhaftigkeit einer Auslagerung geprüft werden.

Checkliste Liquiditätsmanagement im Bereich Anlagegüter

  • Anlagevermögen auf Aktualität prüfen
  • Nicht betriebsnotwendige Anlagegüter verkaufen
  • Alternativ: Nicht benötigte Ressourcen vermieten (Räume, Maschinen, etc.)
  • Sale-and-lease-back für Anlagegüter in Betracht ziehen
  • Planinvestitionen analog überprüfen

Steuerung der Liquidität im Bereich Vorräte

Vorräte bedeuten stets Kapitalbindung: Kapital in Form von gelagerten Rohstoffen kann nicht arbeiten und keine Erlöse bringen. Daher sollte grundsätzlich – jedoch besonders in schwierigen Zeiten – der Lagerbestand überprüft und ggf. vermindert werden. Alternativ zur Verminderung des eigenen Lagers kann eine Auslagerung der Lagerhaltung an Lieferanten oder Kunden (bei B2B-Kunden) angedacht werden.

Im Rahmen der Überprüfung und Optimierung des Bestellwesens kann der Bezug auf Kommissionsbasis die eigenen liquiden Mittel schonen. In diesem Fall entstehen erst Zahlungsabflüsse bei Eingang der gegenüberstehenden Zahlungszuflüsse vom Kunden. In jedem Fall sollte die eigene Produktion oder der Warenbezug auf den Lagerzustand eingestellt werden, um eine weitere Bindung von Kapital zu vermeiden. Zunächst gilt es, durch den Verkauf des Lagerbestands an Endprodukten liquide Mittel freizusetzen. Sonderverkaufsaktionen können diese Freisetzung kurzfristig beschleunigen.

Begonnene Aufträge sollten zudem zeitnah fertiggestellt und die Absatzzahlen nach Möglichkeit durch eine geeignete Marketingstrategie und entsprechenden Maßnahmen erhöht werden.

Checkliste Liquiditätsmanagement im Bereich Vorräte

  • Lagerbestand überprüfen und vermindern (z. B. durch Sonderverkaufsaktionen)
  • Lagerhaltung an Lieferanten oder B2B-Kunden auslagern
  • Waren auf Kommissionsbasis beziehen
  • Bestellwesen und Produktion auf Lager einstellen
  • Begonnene Aufträge zeitnah fertigstellen
  • Absatz durch Marketingmaßnahmen erhöhen

Liquidität verbessern im Bereich Aufwendungen

Nicht nur das Lager sollte reduziert werden. Auch bei den sonstigen Betriebsaufwendungen gilt es, Einsparpotentiale zu ermitteln.

Hierzu zählen insbesondere die Personalkosten. Mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität in diesem Bereich sind der Abbau statt der Ausbezahlung von Überstunden, die Prüfung der freiwilligen Leistungen und Sonderzahlungen an Mitarbeiter wie auch der Personalsituation im Allgemeinen. Im Gespräch mit der Belegschaft kann z. B. kurzzeitig die Zahlung des Gehalts in zwei Raten vereinbart werden, bis die Liquidität wiederhergestellt ist.

Checkliste Liquiditätsmanagement im Bereich Aufwendungen

  • Aufwendungen kritisch überprüfen und ggf. reduzieren
  • Überstunden abbauen lassen, statt auszuzahlen
  • Personalkosten inkl. freiwilliger Leistungen auf Einsparmöglichkeiten prüfen
  • Gespräch mit beteiligten Parteien suchen

Optimierung der Liquidität im Bereich Forderungen

Auch der Forderungsbereich lässt sich mit Blick auf die Liquidität optimieren. Durch die Vereinbarung von Kundenanzahlungen und -abschlagszahlungen für teilfertige Leistungen können bereits bei Auftragserteilung Zuflüsse generiert werden. Fertige Aufträge sollten unmittelbar fakturiert werden. Hier gilt: Rechnung mit Lieferung. Die Rechnung sollte mit kurzen Zahlungszielen versehen sein. Zudem kann man durch Kundenskonti weitere Zahlungsanreize schaffen und die Liquidität durch zeitnahe Zahlungseingänge verbessern. Durch den Aufschlag von Gebühren für unvorteilhafte Zahlungsmittel können vorteilhafte forciert werden. Hierzu zählen in der Regel die Barzahlung, der Lastschrifteinzug oder der Diskontwechsel.

Doch nicht alle Kunden zahlen innerhalb der Frist. Ein stringentes Mahnwesen sendet das richtige Signal an die Vertragspartner und mindert zukünftige Ausfälle: Bei überfälligen Forderungen ist unmittelbar zu mahnen. Bleibt die Mahnung erfolglos, ist ein gerichtliches Mahnverfahren anzustreben oder ein externes Inkassounternehmen zu beauftragen. Alternativ kann die Forderung gegen einen Abschlag im Rahmen des Factorings komplett an ein Drittunternehmen abgetreten werden. Prophylaktisch können Bonitätsprüfungen zur Minderung der Ausfälle beitragen. Der Aufwand muss hier jedoch im Verhältnis zur Forderung stehen.

Man kann auch im Gespräch mit der Bank erörtern, ob eine Absatzfinanzierung für seine Kunden möglich ist. In dem Fall müssen die Kunden nicht den ganzen Betrag auf einmal zahlen und die Kapitalbindung erfolgt auf Seiten der Bank.

Ist es in der Branche üblich, dass Auftragnehmer Sicherheitseinbehalte tätigen, können Unternehmer stattdessen eine Gewährleistungsbürgschaft anbieten. Dies verhindert die Bindung liquider Mittel.

Checkliste Optimierung der Liquidität im Bereich Forderungen

  • Kundenanzahlungen und -abschlagszahlungen für teilfertige Leistungen vereinbaren
  • Rechnung mit Lieferung (unmittelbare Rechnungsstellung)
  • Kurze Zahlungsziele und Zahlungsanreize (z. B. Kundenskonti)
  • Vorteilhafte Zahlungsmittel fördern
  • Stringentes Mahnwesen führen (Überfällige Forderungen sofort mahnen)
  • Bei Nichterfolg gerichtliches Mahnverfahren oder Inkassounternehmen
  • Factoring (Forderungsabtretung an Drittunternehmen)
  • Bonitätsprüfungen in Betracht ziehen
  • Absatzfinanzierung über die Bank erörtern
  • Sicherungseinbehalte durch Gewährleistungsbürgschaften ablösen

Optimierung kurzfristiger Verbindlichkeiten zu Sicherung der Liquidität

Andersherum hat man bei seinen eigenen Verbindlichkeiten die Möglichkeit, Zahlungsfristen auszunutzen und für sich vorteilhafte Zahlungsarten zu nutzen. Bei Liquiditätsengpässen empfiehlt sich zur Begleichung der Verbindlichkeiten die Erhöhung des Betriebsmittelkredits bzw. des Kontokorrentrahmens.

Reicht dies nicht, sollte frühzeitig das Gespräch mit Gläubigern gesucht werden, um einen Insolvenzantrag zu verhindern. Hier ist auch die Möglichkeit der Vereinbarung einer Ratenzahlung oder eines Vergleichs gegeben (ggf. mit Besserungsschein).

Bezüglich der Steuerschuld ist eine Herabsetzung der Vorauszahlungen oder die Stunden der Schuld möglich. Auch hier empfehlen sich zeitnahe Gespräche mit dem zuständigen Sachbearbeiter und einer Steuerberatung (Service-Tipp: Steuerberater finden).

Checkliste Optimierung kurzfristiger Verbindlichkeiten

  • Zahlungsfristen ausnutzen
  • Vorteilhafte Zahlungsarten wählen
  • Betriebsmittelkredit erhöhen
  • Gespräch mit Gläubigern suchen (Ratenzahlungen oder Vergleich vereinbaren)
  • Steuervorauszahlungen herabsetzen oder Steuerschuld stunden

Sicherung der Liquidität im Bereich Eigenkapital

Natürlich kann die Liquidität auch durch die Tätigung von Einlagen verbessert werden. Dies können Privateinlagen oder die Einlagen von Mitgesellschaftern sein, die bisher noch nicht eingefordert wurden. Die Privatentnahmen im Gegensatz dazu sind möglichst zu reduzieren. Im Rahmen dieser Reduktion sollten die Beiträge zur Altersversorgung, bestehende Lebens- und Krankenversicherungsbeiträge, Beiträge für anderweitige Versicherungen und Sparbeiträge überprüft werden (Lesetipp: Versicherungen für Gründer). Auch Spenden- und Mitgliedsbeiträge sollten auf Einsparungsmöglichkeiten geprüft werden.

Je nach Rechtsform kann auch die Aufnahme neuer Gesellschafter die Liquidität eines Unternehmens verbessern. Hier stehen verschiedene Formen der Gesellschafteraufnahme zur Verfügung, z. B. eine stille Beteiligung oder über eine Kapitalbeteiligungsgesellschaft.

Checkliste Sicherung der Liquidität im Bereich Eigenkapital

  • Privateinlagen tätigen oder Mitgesellschaftereinlagen einfordern
  • Privatentnahmen auf Minimum reduzieren (Einsparungsmöglichkeiten identifizieren)
  • Neue Gesellschafter aufnehmen

Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität im Bereich langfristige Kredite

Die Liquidität kann auch durch die Fremdkapital-Aufnahme verbessert werden. Hierzu zählen sowohl Kredite aus dem Bekanntenkreis als auch klassische Bankdarlehen. Bestehende kurzfristige Verbindlichkeiten mit überhöhten Konditionen können zudem durch langfristige Kredite abgelöst werden. Dabei sollte auf die Vereinbarung tilgungsfreier Anlaufjahre geachtet werden. Dies ist z. B. bei öffentlichen Darlehen möglich. Ist die Laufzeit zu kurz für öffentliche Darlehen, ist die Abbildung über ein Auffangdarlehen möglich.

Bei bestehenden Kreditverträgen empfiehlt sich ein Gespräch mit dem Kapitalgeber, um ggf. eine Tilgungsaussetzung oder -streckung zu vereinbaren. In diesem Zuge können auch die Zinssätze überprüft werden.

Checkliste Liquiditätsmaßnahmen im Bereich langfristige Kredite

  • Kreditaufnahme durch Bekanntenkreis oder Bankinstitute
  • Überhöhte kurzfristige Verbindlichkeiten durch langfristigen Kredit ablösen
  • Auffangdarlehen und öffentliche Darlehen prüfen
  • Tilgungsfreie Anlaufjahre vereinbaren
  • Tilgungsaussetzung oder -streckung vereinbaren
  • Zinssätze überprüfen

Strategisches Vorgehen bei Verbesserung der Liquidität wichtig

Basis für alle Überlegungen zur Liquidität ist der eingangs erwähnte Liquiditätsplan, der normalerweise ein Businessplan-Teil ist und bereits bei Existenzgründung erstellt werden sollte. Ohne einen Liquiditätsplan mangelt es jeglichen Anpassungen an Strategie. Da die Erstellung und Pflege von diesem anspruchsvoll ist, sollten sich Unternehmer und Selbstständige durch eine professionelle Unternehmensberatung unterstützen lassen. Hierfür sind auch staatliche Fördermittel möglich, welche über unseren Fördercheck ermittelt werden können.

Über unseren Service „Beratersuche“ finden Unternehmer und Selbstständige den passenden Berater, der sie beim Liquiditätsmanagement unterstützen kann.

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