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Ein rostiger Wasserhahn.

Der Ausbruch des Virus bringt die Weltwirtschaft ins Wackeln, sodass dies auch der Großteil der Bevölkerung mitbekommt. Besonders betroffen sind Existenzgründer, die durch die weggebrochenen Umsätze in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind. Im schlimmsten Falle kann diese Situation sogar zum Aus der Existenzgründung führen. Doch das muss nicht sein! Denn um einen Liquiditätsengpass zu vermeiden und am Ende sogar gestärkt aus der Krise hervorzugehen, benötigt es eine gute Vorbereitung und die nötige Weitsicht.

1. Ruhe bewahren bei Liquiditätsengpass

Viele Gründer bekommen aktuell durch das „Wirtschaftskoma“ am eigenen Leib zu spüren, was es bedeutet, einen Liquiditätsengpass zu erleiden: Die eigenen Kunden können die Rechnungen nicht mehr begleichen und man selber muss lange auf sein Geld warten. Auch kommt es vor, dass Zahlungen nur teilweise oder gar nicht überwiesen werden. Dadurch sinken die eigenen liquiden Mittel weiter und man selber kann die bereits angehäuften Rechnungen nicht begleichen. Eine scheinbar ausweglose Situation für Unternehmen in Schwierigkeiten.

Sollten Existenzgründer also merken, dass es zu Problemen bei der Liquidität kommt, ist es nur verständlich, dass diese womöglich zunächst in Panik verfallen. Daher ist die wohl wichtigste Maßnahme zunächst Ruhe zu bewahren und die Situation so anzunehmen wie sie ist. Dies hilft, um nicht kopflos die falschen Entscheidungen zu treffen. Denn es lässt sich immer an verschiedenen Stellschrauben drehen, um die Situation wenn auch nur kurzfristig zu verbessern.

2. Sich mit dem Liquiditätsplan einen Überblick verschaffen

Genügend Mittel zu haben, ist die betriebswirtschaftliche Voraussetzung, um die Kontrolle zu behalten und die Existenzgründung weiterhin erfolgreich führen zu können. Ein unerlässliches Mittel, das Gründern zeigt, wo sie stehen ist der Liquiditätsplan. Dieser ist ein Businessplan-Teil und stellt sämtliche erwarteten Einzahlungen und Auszahlungen innerhalb einer festgelegten Planungsperiode gegenüber. Enthalten sind Zahlungsströme wie z. B. Sozialabgaben, Lohnsteuer und Gehaltszahlungen. Auch die regelmäßigen Kosten wie z. B. die monatliche Miete und die Gebühren für diverse Abonnements sind in diesem aufgeführt. So werden alle Zahlungen berücksichtigt, die den Geldbestand verändern. Gründer können demnach in einem Liquiditätsplan frühzeitig sehen, wenn es mit den liquiden Mitteln knapp werden sollte und daher rechtzeitig gegensteuern.

3. Laufende Kosten hinterfragen und Prioritäten setzen

Im Rahmen des Liquiditätsmanagements sollte kontrolliert werden, welche Ausgaben und laufende Kosten wirklich nötig sind. Abonnements, Mitgliedschaften und weitere Ausgaben, die länger nicht mehr hinterfragt wurden, sollten nun auf ihre Notwendigkeit hin überprüft werden. Auch wenn es nicht leicht fällt, sollten zudem Möglichkeiten zur Minderung von Personalkosten ausgelotet werden. Womöglich können hier bereits wesentliche Einsparungen gemacht werden, die der Unternehmenskasse zugutekommen.

4. Mit dem Sale & Leaseback-Modell einen Liquiditätsengpass schnell abwenden

Können auch diese Einsparungen nicht auf lange Sicht das nötige Kapital einbringen und einen bevorstehenden Liquiditätsengpass abwenden, kann das sogenannte „Sale & Leaseback-Modell“ (externer Link) schnelle Abhilfe schaffen. Mit dieser Methode werden z. B. Maschinen oder Immobilien an einen Leasinggeber verkauft und zur sofortigen Nutzung zurückgeleast. Dies hat zum Vorteil, dass wichtige Maschinen oder Büroräume auch nach dem Verkauf weiterhin genutzt werden können.

5. Offene Forderungen klären hilft bei Liquiditätsengpass

Auch um die offenen Forderungen muss sich gekümmert werden. Häufig kann mit Lieferanten oder Dienstleistern ein längeres Zahlungsziel oder eine Teilzahlung verabredet werden, wenn die Rechnungen nicht pünktlich beglichen werden können. Auch Vereinbarungen mit der Bank über Darlehen oder eine Erweiterung der Kontokorrentlinie können helfen. Weiterhin sollte auch das Zahlungsverhalten der Kunden überwacht und dokumentiert werden. Es sollten zusätzlich Bonitätsprüfungen durchgeführt werden, um Zahlungsausfälle bei Kunden zu vermeiden. Wurden bereits mehrere Mahnungen erfolglos an den Kunden verschickt, ist es ratsam, ein gerichtliches Mahnverfahren einzuleiten. Gründer sollten jedoch bedenken, dass diese Optionen keine Dauerlösungen sind, um die Unternehmensgründung zu finanzieren. Sie dienen lediglich dazu, den drohenden oder bereits vorhandenen Liquiditätsengpass abzuwenden bzw. zu beenden.

6. Mit Eigenkapitalmaßnahmen gegen den Liquiditätsengpass

Diese sollte die letzte Möglichkeit sein, um eine Unternehmenskatastrophe abzuwenden. An das Eigenkapital sollten sich Gründer nur in absoluten Notsituationen wagen. Dann können z. B. Privatentnahmen (Lebenshaltungskosten) auf ein Mindestmaß reduziert werden. Auch sind Versicherungen auf Einsparmöglichkeiten zu überprüfen. Zudem können Sparbeiträge (Bausparkasse etc.) vorübergehend unterbrochen werden, um die fehlenden Beträge zusammenzubekommen.

7. Staatliche Fördermittel prüfen

Als Unternehmer muss man nicht alles alleine schaffen. Glücklicherweise bietet der deutsche Staat eine breite Fördermittellandschaft. Z. B. kann das BAFA-Förderprogramm Unternehmen in Schwierigkeiten kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei unterstützen, wieder auf die richtige Bahn zu gelangen, wenn diese einen Liquiditätsengpass erleiden. Mit dieser Förderung wird zunächst eine Beratung zur Unternehmenssicherung gefördert. Dabei wird die Ursache für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens untersucht und analysiert, wie diese zu beseitigen sind. Im Anschluss kann bei Bedarf eine Folgeberatung in Anspruch genommen werden. Bei dieser werden Aspekte der Sicherungsberatung vertieft und anschließend Ratschläge zur Beseitigung der Schwierigkeiten gegeben. Die Kosten für eine solche Beratung werden bis zu 90 % übernommen. Weitere Informationen: BAFA-Förderung für Unternehmensberatungen.

8. Von Anfang an auf eine Unternehmensberatung setzen

Eine gute Geschäftslage bietet keine Garantie für zukünftige Sicherheit: Deswegen ist eine frühzeitige und mittelfristig angelegte Finanzplanung notwendig, um dauerhaft erfolgreich zu bleiben. Diese kann im Rahmen einer Unternehmensberatung gemeinsam mit einem Berater erstellt werden (Service: Berater/Coach finden). Die Kosten für eine solche Beratung werden beim BAFA-Programm Unternehmen in Schwierigkeiten mit bis zu 90 % der Kosten staatlich gefördert. Eine Beratung für Existenzgründer kann je nach Bundesland mit bis zu 70 % gefördert werden. Weitere Informationen können hier kostenfrei unter „Fördermittel-Check“ ermittelt werden.

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