Bis zu 70.000 Euro für Digitalisierung und KI: Diese Förderprogramme gibt es 2026

Künstliche Intelligenz wird für kleine und mittlere Unternehmen zunehmend zu einem konkreten Investitionsthema. KI kann beispielsweise eingesetzt werden, um wiederkehrende Prozesse zu automatisieren, große Datenmengen auszuwerten, internes Wissen besser verfügbar zu machen oder Mitarbeiter bei administrativen Aufgaben zu unterstützen. Gleichzeitig entstehen durch Beratung, Software, externe Entwicklung und die technische Implementierung entsprechende Kosten.

Unternehmen müssen diese Investitionen jedoch nicht immer vollständig aus eigenen Mitteln finanzieren. 2026 stehen in mehreren Bundesländern Förderprogramme zur Verfügung, die Digitalisierung und teilweise ausdrücklich den Einsatz Künstlicher Intelligenz unterstützen. Die Fördermöglichkeiten unterscheiden sich allerdings erheblich. Während Nordrhein-Westfalen mit NRW.BANK.Impuls KI gezielt die Vorbereitung und Erprobung von KI-Anwendungen fördert, unterstützt Bayern über den Digitalbonus auch die Umsetzung entsprechender Digitalisierungsprojekte. In Sachsen-Anhalt können umfassendere Digitalisierungsprojekte sogar mit Zuschüssen von bis zu 70.000 Euro unterstützt werden.

Die maximale Fördersumme allein sagt allerdings wenig darüber aus, welches Programm für ein Unternehmen tatsächlich geeignet ist. Die 70.000 Euro in Sachsen-Anhalt sind beispielsweise kein pauschaler Zuschuss für den Einkauf einer KI-Software. Gefördert werden umfassendere Digitalisierungsprojekte, unter die bei entsprechender Ausgestaltung auch KI-Vorhaben fallen können. Entscheidend sind deshalb Unternehmensstandort, Projektphase, geplante Investitionen und die konkreten Förderbedingungen.

KI-Förderung 2026: Nicht nur nach Programmen mit „KI“ im Namen suchen

Wer nach einer Förderung für Künstliche Intelligenz sucht, stößt schnell auf ein grundlegendes Problem: Es gibt derzeit nicht das eine bundesweite Zuschussprogramm, über das jedes Unternehmen seine KI-Investitionen fördern lassen kann.

Stattdessen verteilt sich die Förderung auf unterschiedliche Programme der Länder und weitere Instrumente für Digitalisierung, Beratung, Innovation und Forschung. Manche Programme nennen Künstliche Intelligenz ausdrücklich als Fördergegenstand. Bei anderen kann ein KI-Projekt förderfähig sein, wenn es die allgemeinen Voraussetzungen eines Digitalisierungs- oder Innovationsprojekts erfüllt.

Für Unternehmen ist diese Unterscheidung wichtig. Die Suche ausschließlich nach dem Begriff „KI-Förderung“ kann dazu führen, dass passende Programme übersehen werden.

Ebenso wichtig ist die Projektphase. Ein Unternehmen, das zunächst herausfinden möchte, in welchen Geschäftsprozessen KI wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden kann, benötigt eine andere Förderung als ein Unternehmen, das bereits einen konkreten Use Case entwickelt hat und nun eine Software implementieren möchte. Wieder andere Förderinstrumente kommen infrage, wenn eine eigene innovative KI-Technologie entwickelt werden soll.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Welche KI-Förderung gibt es 2026? Unternehmen sollten vielmehr prüfen, welche Förderung zu ihrem konkreten Digitalisierungsvorhaben und zur aktuellen Projektphase passt.

Nordrhein-Westfalen: Bis zu 25.000 Euro für den Einstieg in KI

Ein besonders aktuelles Beispiel ist Nordrhein-Westfalen. Mit NRW.BANK.Impuls KI steht seit August 2026 ein Förderangebot zur Verfügung, das kleine und mittlere Unternehmen gezielt beim Einstieg in die Nutzung Künstlicher Intelligenz unterstützt.

Interessant ist dabei vor allem, dass die Förderung vergleichsweise früh ansetzt. Unternehmen müssen noch keine fertige KI-Lösung ausgewählt haben. Unterstützt werden Beratungs- und Testungsdienstleistungen, mit denen geeignete KI-Anwendungsfelder identifiziert, konkrete Lösungen vorbereitet und KI-Systeme erprobt werden können. In begrenztem Umfang können im Rahmen der Tests auch Ausgaben für Lizenzen sowie die Anmietung von Hardware oder Testinfrastrukturen berücksichtigt werden.

Damit richtet sich das Programm auch an Unternehmen, die grundsätzlich Potenzial für KI sehen, aber noch nicht wissen, welcher Anwendungsfall wirtschaftlich sinnvoll ist. Genau diese Situation ist in vielen KMU anzutreffen. Einzelne Mitarbeiter experimentieren bereits mit generativer KI, gleichzeitig fehlt aber eine systematische Betrachtung der Prozesse und möglicher Use Cases.

Die Förderung beträgt 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Innerhalb von zwei Jahren können maximal 25.000 Euro Zuschuss gewährt werden. Bei einem förderfähigen Projektvolumen von beispielsweise 30.000 Euro könnte der Zuschuss damit 15.000 Euro betragen. Bei 50.000 Euro förderfähigen Ausgaben wäre die maximale Zuschusshöhe von 25.000 Euro erreicht.

KI-Projekt geplant und Fördermöglichkeiten noch nicht geprüft?

Ob KI-Beratung, Pilotprojekt oder Implementierung einer digitalen Lösung: Welche Förderung infrage kommt, hängt vom Unternehmensstandort, der Projektphase und den geplanten Ausgaben ab. Eine frühzeitige Fördermittelprüfung kann deshalb sinnvoll sein, bevor Angebote angenommen, Software bestellt oder Dienstleister verbindlich beauftragt werden. Lassen Sie Ihre Fördermöglichkeiten über den Fördercheck oder die Beratersuche prüfen:

Welche KI-Projekte können in Nordrhein-Westfalen interessant sein?

NRW.BANK.Impuls KI kann insbesondere dann interessant sein, wenn ein Unternehmen noch vor einer größeren Investitionsentscheidung steht. Denkbar ist beispielsweise, zunächst betriebliche Prozesse zu untersuchen und herauszufinden, wo Automatisierung oder KI-Unterstützung tatsächlich einen messbaren Nutzen erzeugen kann.

Ein Unternehmen könnte etwa prüfen, ob eingehende Dokumente automatisiert klassifiziert und verarbeitet werden können. Ein anderes möchte möglicherweise untersuchen, wie internes Wissen mit einem KI-gestützten System leichter zugänglich gemacht werden kann. Auch die Frage, welche bestehenden KI-Lösungen für einen bestimmten Prozess geeignet sind, kann Teil der Vorbereitung eines Projekts sein.

Entscheidend ist, dass aus dem allgemeinen Wunsch „Wir möchten mehr mit KI machen“ ein konkretes Vorhaben entsteht. Genau diese Konkretisierung kann durch eine vorgelagerte Analyse und Erprobung unterstützt werden.

Für KMU kann das wirtschaftlich sinnvoller sein, als unmittelbar Lizenzen oder umfangreiche Systeme einzukaufen und erst anschließend festzustellen, dass der erwartete Nutzen ausbleibt.

Bayern: Bis zu 30.000 Euro über den Digitalbonus Plus

Auch Bayern bietet Unternehmen interessante Möglichkeiten zur Förderung von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Der Digitalbonus.Bayern richtet sich an kleine Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Betriebsstätte in Bayern und unterstützt die Digitalisierung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen sowie Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit.

Künstliche Intelligenz wird dabei ausdrücklich als eine der Technologien genannt, die innerhalb des Förderbereichs Digitalisierung eingesetzt werden können.

Das Programm unterscheidet zwischen dem Digitalbonus Standard und dem Digitalbonus Plus. Beim Digitalbonus Standard sind Zuschüsse von bis zu 7.500 Euro möglich. Der Digitalbonus Plus richtet sich dagegen an Maßnahmen mit besonderem Innovationsgehalt und ermöglicht einen Zuschuss von bis zu 30.000 Euro. Die Förderquote kann bis zu 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben betragen.

Damit kann der Digitalbonus Plus gerade für Unternehmen interessant sein, die KI nicht lediglich als zusätzliche Standardsoftware einsetzen, sondern ein anspruchsvolleres Digitalisierungsprojekt umsetzen möchten.

Nicht jede KI-Software führt automatisch zu 30.000 Euro Förderung

Die maximale Fördersumme sollte allerdings nicht falsch verstanden werden. Der Digitalbonus Plus ist kein pauschaler Zuschuss von 30.000 Euro für Unternehmen, die eine beliebige KI-Anwendung einführen.

Für die Plus-Variante muss das Vorhaben einen besonderen Innovationsgehalt aufweisen. Dieser muss im Antrag entsprechend dargestellt werden. Als mögliche technologische Schwerpunkte werden unter anderem Künstliche Intelligenz, intelligente Datenanalyse, intelligente Robotik, digitale Zwillinge und moderne Simulationsmethoden genannt.

Entscheidend ist damit nicht allein, ob eine KI-Technologie verwendet wird. Relevant ist vielmehr, welchen technologischen und betrieblichen Fortschritt das konkrete Projekt erzeugt.

Ein Unternehmen, das lediglich eine marktübliche Standardsoftware beschafft, befindet sich deshalb in einer anderen Ausgangssituation als ein Unternehmen, das seine betrieblichen Prozesse umfassend digitalisiert und dafür eine individuell angepasste KI-Lösung implementiert.

Was kann über den Digitalbonus Bayern gefördert werden?

Im Bereich Digitalisierung können unter anderem externe Leistungen und die zur Umsetzung erforderliche Software berücksichtigt werden. Dazu können beispielsweise Einrichtung, Installation, individuelle Anpassungen und Programmierungsleistungen gehören.

Damit setzt Bayern an einer anderen Stelle an als NRW.BANK.Impuls KI. Während Nordrhein-Westfalen stärker die Analyse, Vorbereitung und Erprobung von KI-Anwendungen adressiert, kann der Digitalbonus stärker für die tatsächliche Umsetzung eines Digitalisierungsprojekts interessant sein.

Diese Unterschiede zeigen, warum Unternehmen ihre Projektphase zunächst genau bestimmen sollten. Wer noch nicht weiß, welche Lösung eingesetzt werden soll, benötigt möglicherweise zunächst Beratung und Tests. Wer seinen Use Case bereits definiert hat, kann dagegen schon vor der eigentlichen Implementierung stehen.

Sachsen-Anhalt: Bis zu 70.000 Euro für Digitalisierungsprojekte

Die höchste Zuschusssumme unter den hier betrachteten Programmen findet sich derzeit in Sachsen-Anhalt. Das Programm Digital Innovation unterstützt kleine und mittlere Unternehmen bei der Konzeption und Umsetzung investiver Digitalisierungsprojekte.

Gefördert werden unter anderem Vorhaben zur Digitalisierung von Produkten, Produktionsprozessen, Geschäftsmodellen und Geschäftsabläufen sowie digitale Services. Die Förderung kann bis zu 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben betragen. Der Zuschuss ist auf maximal 70.000 Euro begrenzt.

Wichtig ist allerdings die richtige Einordnung: Digital Innovation ist kein spezielles KI-Förderprogramm. Ein Unternehmen erhält also nicht automatisch 70.000 Euro, weil es Künstliche Intelligenz einsetzen möchte. KI kann vielmehr Bestandteil eines umfassenderen Digitalisierungsprojekts sein, sofern das konkrete Vorhaben die Förderbedingungen erfüllt.

Gerade deshalb kann das Programm für Unternehmen interessant sein, deren KI-Projekt nicht isoliert betrachtet werden kann. Wird beispielsweise ein Geschäftsprozess umfassend digitalisiert und bildet eine KI-Anwendung einen wesentlichen Bestandteil der neuen digitalen Prozessstruktur, kann eine andere Ausgangssituation bestehen als beim bloßen Einkauf eines einzelnen KI-Tools.

Die Förderfähigkeit muss deshalb immer anhand des gesamten Vorhabens geprüft werden.

Warum die 70.000 Euro nicht mit 25.000 Euro in NRW vergleichbar sind

Beim Vergleich der Programme sollte nicht ausschließlich auf die maximale Fördersumme geschaut werden. Die 25.000 Euro über NRW.BANK.Impuls KI und die maximal 70.000 Euro über Digital Innovation in Sachsen-Anhalt beziehen sich auf unterschiedliche Fördergegenstände.

Ein Unternehmen in Nordrhein-Westfalen könnte sich beispielsweise noch ganz am Anfang befinden und zunächst untersuchen lassen, welche KI-Anwendungsfälle sinnvoll sind. Für diese frühe Phase kann NRW.BANK.Impuls KI besonders interessant sein.

Ein Unternehmen in Sachsen-Anhalt könnte dagegen bereits ein wesentlich umfangreicheres Digitalisierungsprojekt planen, in dessen Rahmen Software, Dienstleistungen, Investitionen und weitere Maßnahmen zusammenkommen.

Die höhere Fördersumme bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Förderung besser ist. Entscheidend ist, ob das Programm zur tatsächlichen Investition passt.

Digitalisierung oder KI geplant? Förderung möglichst früh prüfen

Förderprogramme sollten idealerweise geprüft werden, bevor Software bestellt, ein externer Dienstleister verbindlich beauftragt oder mit der Umsetzung begonnen wird. Welches Programm infrage kommt, hängt unter anderem vom Unternehmensstandort, der Projektphase, dem Investitionsvolumen und dem konkreten Digitalisierungsvorhaben ab.

Ein geplantes KI-Projekt kann je nach Ausgestaltung unter unterschiedliche Förderprogramme fallen. Neben speziellen KI-Förderungen kommen auch Programme für Digitalisierung, Beratung und Innovation infrage. Unsere Fördermittelexperten prüfen gemeinsam mit Ihnen, welche Programme zu Ihrem Vorhaben passen und welche Voraussetzungen für eine Antragstellung erfüllt werden müssen.

Rheinland-Pfalz: Auch KI-Beratung kann gefördert werden

Nicht jedes Unternehmen benötigt unmittelbar eine neue Software oder umfangreiche technische Investitionen. Gerade beim Einstieg in Künstliche Intelligenz kann zunächst externe Beratung sinnvoll sein.

Hierfür bietet Rheinland-Pfalz einen interessanten Ansatz. Das Betriebsberatungsprogramm Rheinland-Pfalz unterstützt Beratungsleistungen für kleine und mittlere Unternehmen und nennt Digitalisierung und Künstliche Intelligenz ausdrücklich als möglichen Beratungsbereich.

Gefördert werden Beratungen, die unternehmerische Entscheidungen vorbereiten, konkrete Verbesserungsvorschläge entwickeln und Hinweise zur praktischen Umsetzung geben. Der Zuschuss kann bis zu 50 Prozent der förderfähigen Beratungsausgaben betragen und ist auf maximal 500 Euro je Tagewerk begrenzt. Innerhalb von vier Kalenderjahren können je Unternehmen maximal 20 Tagewerke gefördert werden.

Damit kann das Programm beispielsweise interessant sein, wenn zunächst Prozesse analysiert, geeignete KI-Anwendungsfelder identifiziert oder eine Umsetzungsstrategie entwickelt werden soll.

Das Beispiel zeigt gleichzeitig, dass KI-Förderung nicht ausschließlich Investitionsförderung bedeutet. Je nach Projektphase kann bereits die vorgelagerte Beratung förderfähig sein.

Berlin: Förderung für anspruchsvollere Innovationsprojekte

Noch einmal anders sieht die Förderlandschaft in Berlin aus. Für technologisch anspruchsvollere Projekte stehen dort unter anderem Instrumente zur Förderung von Wissens- und Technologietransfer sowie von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Verfügung.

Der Transfer BONUS unterstützt Kooperationen Berliner KMU mit Wissenschaftseinrichtungen. Bei der Standardvariante Digitalisierung kann ein Zuschuss von bis zu 45.000 Euro gewährt werden. Voraussetzung ist allerdings ein entsprechender Wissens- und Technologietransfer. Das Programm ist damit keine allgemeine Förderung für die Anschaffung bestehender KI-Software.

Für anspruchsvollere technologische Entwicklungsprojekte kann außerdem die Pro FIT-Projektfinanzierung relevant sein. Hier stehen deutlich größere Finanzierungsvolumina zur Verfügung, allerdings richtet sich das Programm an Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprojekte und damit an eine andere Art von Vorhaben als beispielsweise die Einführung eines bestehenden KI-Tools.

Diese Unterscheidung ist wichtig. Ein Unternehmen, das Microsoft Copilot oder eine vergleichbare bestehende Anwendung einführen möchte, plant noch kein Forschungsprojekt. Entwickelt ein Unternehmen dagegen eine eigene innovative KI-Lösung oder arbeitet gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern an einer neuen Technologie, können klassische Innovationsprogramme wesentlich relevanter werden.

Hamburg: Digitalisierungsberatung und Finanzierung kombinieren

Auch Hamburg verfügt über Förderangebote für Digitalisierung, die je nach Ausgestaltung eines Projekts relevant sein können. Mit dem Hamburg Digital Check können notwendige Beratungsleistungen in den Bereichen Informationssicherheit und digitaler Wandel bezuschusst werden. Der Zuschuss kann bis zu 7.500 Euro betragen.

Für umfangreichere Digitalisierungsinvestitionen steht darüber hinaus der Hamburg-Kredit Digital zur Verfügung. Dabei handelt es sich nicht um einen klassischen Zuschuss, sondern um ein Finanzierungsinstrument für Digitalisierungsprojekte.

Auch dieses Beispiel zeigt, dass Unternehmen nicht ausschließlich nach Zuschüssen suchen sollten. Je nach Investitionsvolumen kann eine Kombination unterschiedlicher Förderinstrumente sinnvoller sein.

Gerade größere KI-Projekte können neben Beratung und Software auch Hardware, Prozessanpassungen, externe Entwicklungsleistungen und weitere Investitionen erforderlich machen. Dann reicht ein kleiner Beratungszuschuss möglicherweise nicht aus.

Nicht jedes Bundesland bietet aktuell einen vergleichbaren Zuschuss

Die Förderlandschaft für Digitalisierung verändert sich regelmäßig. Programme werden neu aufgelegt, angepasst oder beendet. Deshalb lässt sich keine dauerhaft gültige Liste erstellen, nach der jedes Bundesland über ein eigenes KI-Förderprogramm verfügt.

Ein aktuelles Beispiel ist Hessen. Der dortige DIGI-Zuschuss unterstützte KMU bei Digitalisierungsmaßnahmen und Investitionen in die IT-Sicherheit. Die Förderphase ist jedoch im Juni 2026 ausgelaufen. Weitere Förderaufrufe sind derzeit nicht vorgesehen.

Für Unternehmen bedeutet das, dass Fördermöglichkeiten immer zum Zeitpunkt des geplanten Vorhabens geprüft werden sollten. Ein Programm, das im vergangenen Jahr verfügbar war, muss nicht zwangsläufig weiterhin Anträge annehmen. Umgekehrt können neue Programme entstehen, wie das aktuelle Beispiel NRW.BANK.Impuls KI zeigt.

Nicht jedes Digitalisierungsprojekt lässt sich vollständig über einen Zuschuss finanzieren. Gerade bei größeren Investitionen können deshalb auch Förderdarlehen oder eine Kombination verschiedener Finanzierungsbausteine interessant sein. Entscheidend ist, die Finanzierung bereits vor Beginn des Vorhabens auf die geplanten Investitionen abzustimmen.

Welche KI-Projekte können grundsätzlich förderfähig sein?

Ob ein KI-Projekt förderfähig ist, hängt immer vom jeweiligen Programm ab. Trotzdem lassen sich typische Vorhaben erkennen, für die sich eine Prüfung lohnen kann.

Dazu gehören beispielsweise Projekte zur automatisierten Dokumentenverarbeitung, intelligenten Datenanalyse, Optimierung betrieblicher Prozesse oder zum Aufbau KI-gestützter Wissenssysteme. Auch externe Entwicklungsleistungen, die Integration neuer Systeme oder die technische Anpassung bestehender Lösungen können je nach Förderprogramm relevant sein.

Ebenso können Beratungsprojekte infrage kommen, bei denen zunächst analysiert wird, welche KI-Anwendungen für das Unternehmen wirtschaftlich sinnvoll sind.

Entscheidend ist, dass aus dem allgemeinen Interesse an Künstlicher Intelligenz ein klar umrissenes Projekt entsteht.

Vom Wunsch nach KI zum förderfähigen Projekt

Die Aussage „Wir möchten KI in unserem Unternehmen einsetzen“ beschreibt noch kein konkretes Investitionsvorhaben. Für die Fördermittelprüfung muss genauer definiert werden, welches Problem gelöst werden soll.

Ein Unternehmen könnte beispielsweise feststellen, dass Mitarbeiter mehrere Stunden pro Woche damit verbringen, eingehende Dokumente manuell zu prüfen, zuzuordnen und Informationen in andere Systeme zu übertragen. Daraus kann ein konkreter KI-Use-Case entstehen, bei dem geprüft wird, ob Dokumente automatisiert erkannt, klassifiziert und weiterverarbeitet werden können.

Damit lässt sich wesentlich genauer bestimmen, welche Beratungsleistungen, Software, technischen Anpassungen oder Investitionen erforderlich sind. Erst auf dieser Grundlage kann sinnvoll geprüft werden, welches Förderprogramm zum Projekt passt.

Diese Vorgehensweise hat einen zusätzlichen Vorteil: Sie verhindert, dass KI ausschließlich deshalb eingeführt wird, weil die Technologie derzeit viel Aufmerksamkeit erhält. Ausgangspunkt sollte immer ein konkreter betrieblicher Nutzen sein.

Beratung, Test oder Implementierung: Die Projektphase entscheidet über die Förderung

Unternehmen sollten ihr KI-Projekt deshalb zunächst einer Projektphase zuordnen.

Wer noch nicht weiß, welche Prozesse sich für KI eignen, befindet sich in einer Analysephase. Hier können Beratungsprogramme oder Angebote wie NRW.BANK.Impuls KI interessant sein.

Ist bereits ein konkreter Use Case vorhanden, soll aber zunächst geprüft werden, ob die Technologie tatsächlich funktioniert, befindet sich das Unternehmen in einer Test- oder Pilotphase. Auch hierfür können bestimmte Programme Unterstützung bieten.

Wurde eine Lösung bereits ausgewählt und soll nun technisch implementiert werden, rücken klassische Digitalisierungsprogramme stärker in den Mittelpunkt. Bayern und Sachsen-Anhalt bieten hierfür interessante Beispiele.

Geht das Projekt noch einen Schritt weiter und soll eine eigene neue KI-Technologie entwickelt werden, können Innovations- und Forschungsprogramme relevant werden.

Diese Einteilung hilft, die Fördermittelsuche erheblich einzugrenzen.

Erst Förderung prüfen, dann mit dem KI-Projekt beginnen

Ein besonders wichtiger Punkt ist der Zeitpunkt der Antragstellung. Bei vielen Förderprogrammen darf das Vorhaben noch nicht begonnen worden sein, bevor der Förderantrag gestellt beziehungsweise der jeweils vorgesehene förderunschädliche Zeitpunkt erreicht wurde.

Beim Digitalbonus Bayern beispielsweise dürfen förderfähige Maßnahmen grundsätzlich noch nicht begonnen worden sein. Bereits eine verbindliche Bestellung oder Beauftragung kann relevant sein.

Unternehmen sollten deshalb nicht zunächst einen KI-Dienstleister beauftragen und sich anschließend mit Fördermitteln beschäftigen. Im ungünstigsten Fall ist das Projekt dann bereits förderrechtlich begonnen und eine Zuschussmöglichkeit entfällt.

Der Fördermittelcheck gehört deshalb möglichst weit nach vorne in die Projektplanung.

Die höchste Förderung ist nicht automatisch die beste Förderung

Auf den ersten Blick erscheint ein Zuschuss von bis zu 70.000 Euro attraktiver als eine Förderung von 25.000 oder 30.000 Euro. Für die tatsächliche Entscheidung ist dieser Vergleich jedoch wenig hilfreich.

Ein Unternehmen benötigt das Programm, das zu seinem Projekt passt.

Wer noch gar nicht weiß, welche KI-Anwendung sinnvoll ist, profitiert möglicherweise stärker von einer geförderten Analyse als von einem Investitionsprogramm, dessen Voraussetzungen das Projekt noch gar nicht erfüllt.

Umgekehrt benötigt ein Unternehmen, das seinen KI-Use-Case bereits getestet hat und unmittelbar vor einer umfangreichen Implementierung steht, möglicherweise keine weitere Potenzialanalyse.

Fördermittel sollten deshalb nicht das Projekt bestimmen. Zuerst sollte feststehen, welches betriebliche Ziel erreicht werden soll. Anschließend kann geprüft werden, welche Förderung diese Investition sinnvoll unterstützt.

Fördermöglichkeiten vor der Investition prüfen

Gerade bei größeren Digitalisierungs- und KI-Projekten kann sich eine frühzeitige Fördermittelprüfung lohnen. Dabei sollte nicht nur nach einem Programm mit dem Begriff „KI“ gesucht werden. Je nach Vorhaben können auch Digitalisierungs-, Beratungs-, Innovations- oder Finanzierungsprogramme infrage kommen.

Ob KI-Beratung, Pilotprojekt oder Implementierung einer digitalen Lösung: Welche Förderung infrage kommt, hängt vom Unternehmensstandort, der Projektphase und den geplanten Ausgaben ab. Eine frühzeitige Fördermittelprüfung kann deshalb sinnvoll sein, bevor Angebote angenommen, Software bestellt oder Dienstleister verbindlich beauftragt werden.

Fazit: KI-Förderung 2026 ist vielfältiger als ein einzelner Zuschuss

2026 zeigt sich deutlich, dass Künstliche Intelligenz zunehmend Bestandteil der Wirtschaftsförderung wird. Gleichzeitig existiert keine einheitliche Förderlandschaft für alle Unternehmen in Deutschland.

Nordrhein-Westfalen setzt mit NRW.BANK.Impuls KI bereits bei der Identifikation, Vorbereitung und Erprobung geeigneter KI-Anwendungen an und ermöglicht KMU Zuschüsse von bis zu 25.000 Euro. Bayern berücksichtigt Künstliche Intelligenz ausdrücklich innerhalb des Digitalbonus und ermöglicht für besonders innovative Projekte über den Digitalbonus Plus Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro.

Sachsen-Anhalt geht mit Digital Innovation noch weiter und stellt für umfassendere Digitalisierungsprojekte Zuschüsse von bis zu 70.000 Euro bereit. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine pauschale KI-Förderung. Ein KI-Projekt muss Bestandteil eines entsprechend förderfähigen Digitalisierungsvorhabens sein.

Andere Bundesländer setzen wiederum stärker auf Beratungs-, Innovations- oder Finanzierungsprogramme. Deshalb sollten Unternehmen nicht nur nach „KI-Förderung“ suchen, sondern das eigene Vorhaben zunächst konkret definieren.

Geht es um die Identifikation geeigneter KI-Anwendungsfälle, eine Beratung, einen ersten Test, die Implementierung einer bestehenden Lösung oder die Entwicklung einer neuen Technologie? Welche Kosten entstehen und welche Investitionen sind notwendig?

Sind diese Fragen beantwortet, lässt sich wesentlich gezielter bestimmen, welches Förderprogramm infrage kommt. Und diese Prüfung sollte möglichst stattfinden, bevor Verträge unterschrieben, Software bestellt oder externe Dienstleister verbindlich beauftragt werden.

Welche KI-Förderung gibt es 2026 für Unternehmen?

Unternehmen können je nach Bundesland und Vorhaben spezielle KI-Förderprogramme, Digitalisierungszuschüsse, Beratungsförderungen oder Innovationsprogramme nutzen. Eine einheitliche bundesweite KI-Förderung für sämtliche Unternehmen und Anwendungsfälle gibt es nicht.

Wo gibt es bis zu 70.000 Euro Förderung für Digitalisierung und KI?

In Sachsen-Anhalt können KMU über das Programm Digital Innovation für förderfähige Digitalisierungsprojekte Zuschüsse von bis zu 70.000 Euro erhalten. Das Programm ist keine reine KI-Förderung. KI kann jedoch Bestandteil eines förderfähigen Digitalisierungsvorhabens sein.

Welche KI-Förderung gibt es in Nordrhein-Westfalen?

Mit NRW.BANK.Impuls KI können KMU in Nordrhein-Westfalen einen Zuschuss von bis zu 25.000 Euro erhalten. Gefördert werden insbesondere Beratungs- und Testungsdienstleistungen zur Identifikation, Vorbereitung und Erprobung von KI-Anwendungen.

Welche KI-Förderung gibt es in Bayern?

Über den Digitalbonus Bayern können Digitalisierungsprojekte gefördert werden, wobei Künstliche Intelligenz ausdrücklich als mögliche Technologie genannt wird. Beim Digitalbonus Plus können besonders innovative Vorhaben mit bis zu 30.000 Euro bezuschusst werden.

Kann eine KI-Beratung gefördert werden?

Ja, bestimmte Programme fördern bereits Beratungsleistungen. Beispiele sind NRW.BANK.Impuls KI sowie das Betriebsberatungsprogramm Rheinland-Pfalz. Welche Beratungsleistungen tatsächlich förderfähig sind, hängt von den jeweiligen Programmbedingungen ab.

Wird auch die Einführung von KI-Software gefördert?

Je nach Förderprogramm können Software, externe Dienstleistungen, Programmierungen oder Implementierungsleistungen Bestandteil eines förderfähigen Digitalisierungsprojekts sein. Der reine Kauf einer beliebigen KI-Software führt jedoch nicht automatisch zu einem Förderanspruch.

Muss ein KI-Projekt innovativ sein, um gefördert zu werden?

Nicht grundsätzlich. Beim Digitalbonus Plus in Bayern spielt der besondere Innovationsgehalt beispielsweise eine wichtige Rolle. Andere Programme fördern bereits Beratung, Analyse oder Tests von KI-Anwendungen. Die Anforderungen unterscheiden sich daher erheblich.

Kann ich die Förderung beantragen, nachdem ich einen KI-Dienstleister beauftragt habe?

Das kann bei vielen Förderprogrammen zu spät sein. Je nach Richtlinie darf das Vorhaben vor der Antragstellung oder einem ausdrücklich definierten Zeitpunkt noch nicht begonnen worden sein. Deshalb sollten Fördermöglichkeiten vor einer verbindlichen Beauftragung oder Bestellung geprüft werden.

Gibt es in jedem Bundesland eine Förderung für Künstliche Intelligenz?

Nein. Einige Bundesländer verfügen über spezielle KI-Förderungen, andere über allgemeine Digitalisierungs-, Beratungs- oder Innovationsprogramme, über die bestimmte KI-Projekte förderfähig sein können. Außerdem ändern sich Programme und Antragszeiträume regelmäßig.

Wie finde ich heraus, welche Förderung zu meinem KI-Projekt passt?

Zunächst sollte definiert werden, welches betriebliche Problem gelöst werden soll und in welcher Phase sich das Projekt befindet. Anschließend können Standort, Unternehmensgröße, geplante Kosten und Fördergegenstand mit den aktuellen Programmbedingungen abgeglichen werden.

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