7 interessante Geschäftsideen kurz vorgestellt – Oktober 2026

Jede dritte Existenzgründung ist nach drei Jahren bereits wieder beendet. Diese Aussage leitet die KfW aus den Daten ihres Gründungsmonitors ab. Eine Aufgabe ist dabei jedoch keineswegs immer mit einer Insolvenz gleichzusetzen. Persönliche Gründe spielen bei der Beendigung junger Selbstständigkeiten sogar eine größere Rolle als unmittelbarer wirtschaftlicher Zwang. Nichtsdestotrotz zeigt sich, dass gerade die Startphase häufig mit besonderen Herausforderungen einhergeht.

Dass ausgerechnet die ersten drei Jahre so häufig betrachtet werden, hat praktische Gründe.

Wer diese Schwelle erreicht, hat damit eine Phase hinter sich, in der aus Annahmen belastbare Zahlen werden müssen. Kunden müssen tatsächlich kaufen, Preise müssen sich am Markt durchsetzen und die Einnahmen müssen ausreichen, um laufende Kosten, Investitionen und den eigenen Lebensunterhalt zu tragen.

Bei einer Finanzierung wollen Banken in der Regel sehen, wie sich Umsatz, Kosten, Rentabilität und Liquidität mindestens über diesen Zeitraum entwickeln sollen. Auch bei staatlichen Gründungsförderungen reicht der Blick häufig über drei oder mehrere Geschäftsjahre voraus.

Gerade eine realistische Liquiditätsplanung entscheidet dabei meist über den langfristigen Erfolg. Ein Unternehmen kann Gewinne erwirtschaften und dennoch zahlungsunfähig werden, wenn Rechnungen zu spät eingehen, während Löhne, Mieten, Kredite oder Lieferanten bereits bezahlt werden müssen. In den ersten Jahren zeigt sich deshalb besonders deutlich, ob Geschäftsmodell und Kapitalausstattung auch im Alltag zusammenpassen.

Selbst außerhalb der klassischen Finanzplanung besitzt die Drei-Jahres-Marke eine besondere Bedeutung. Im europäischen Beihilferecht werden kleine und mittlere Unternehmen, die noch keine drei Jahre bestehen, bei der Einstufung als „Unternehmen in Schwierigkeiten“ teilweise anders behandelt. Damit wird berücksichtigt, dass Verluste und ein hoher Kapitalverbrauch während der Anlaufphase eines jungen Unternehmens auftreten können.

Auch das Aufenthaltsrecht kennt genau diesen Zeitraum. Eine Aufenthaltserlaubnis für eine selbstständige Tätigkeit wird grundsätzlich für höchstens drei Jahre erteilt. Nach drei erfolgreichen Jahren kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Niederlassungserlaubnis folgen, wenn unter anderem eine nachhaltige weitere Entwicklung des Unternehmens zu erwarten ist und der Lebensunterhalt gesichert werden kann.

Gerade in jungen Unternehmen können Fehler bei Kalkulation, Finanzierung, Organisation oder Unternehmensführung langfristige Folgen haben. Deshalb hilft die „Initiative Deutschland startet“ insbesondere Existenzgründern und Jungunternehmen beim Aufbau ihrer Selbstständigkeit. Sollten Sie Unterstützung bei wirtschaftlichen, finanziellen, strategischen, personellen oder organisatorischen Herausforderungen benötigen, helfen wir Ihnen gerne weiter. Kontaktieren Sie uns!

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Für die Unternehmen in diesem Artikel begann diese Bewährungsphase 2023 unter keineswegs einfachen Bedingungen. Nach dem KfW-Gründungsmonitor wagten in diesem Jahr rund 568.000 Menschen in Deutschland den Schritt in die Selbstständigkeit. Das waren zwar drei Prozent mehr als 2022, die Entwicklung wurde jedoch fast vollständig vom Nebenerwerb getragen.

Während dort die Zahl der Gründungen um elf Prozent auf 363.000 stieg, sank sie im Vollerwerb um acht Prozent auf 205.000. Die KfW stellte für 2023 zugleich fest, dass der Gründungstätigkeit gesamtwirtschaftliche Impulse fehlten. Konjunktur und Arbeitsmarkt entwickelten sich wenig dynamisch und lieferten neuen Unternehmen kaum zusätzlichen Rückenwind.

Drei Jahre sagen damit mehr über eine Gründung aus als ein erfolgreicher Start allein. In dieser Zeit können aus ersten Prototypen verkaufsfähige Produkte werden, aus einzelnen Kunden größere Vertriebsstrukturen und aus einer Geschäftsidee ein Unternehmen mit Mitarbeitern und Investoren. Ebenso können ursprüngliche Pläne korrigiert, Geschäftsmodelle verändert oder neue Märkte erschlossen werden.

Unsere sieben Unternehmen haben ihre ersten drei Jahre trotz aller Schwierigkeiten erfolgreich gemeistert. Wir schauen uns an, wie sie sich seit ihrer Gründung entwickelt haben, welche Entscheidungen und Schritte ihren Weg geprägt haben, wo sie heute stehen und was sie für die kommenden Jahre planen. Ihre Entwicklung zeigt, wie unterschiedlich die ersten drei Jahre einer Selbstständigkeit verlaufen können und was aus einer guten Idee werden kann, wenn sie den Praxistest besteht.

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Veli – Der Haushalt als Beschützer

Die 2023 gegründete Veli GmbH entwickelt einen Hausnotruf ohne Knopf oder Kamera. Die Software erkennt anhand von Strom- und Wasserverbrauch typische Alltagsabläufe und meldet auffällige Abweichungen an Angehörige, Betreuungskräfte oder Notrufstellen. Gegründet wurde das Unternehmen von Dr. Jan-Peter Seevers, Maximilian Schnettler und Tim Weiß. Die Idee entstand, nachdem Weiß‘ Großmutter gestürzt war und ihren Notrufknopf nicht erreichen konnte.

Die Technologie wurde bereits mehrere Jahre vor der Gründung entwickelt und gefördert. Unterstützt wurde das Projekt unter anderem durch das Hessen-Ideen-Stipendium, ein EXIST-Gründerstipendium und das hessische Distr@l-Programm, aus dem allein rund 594.000 Euro für ein Forschungsprojekt flossen. Ende 2024 kamen weitere 800.000 Euro von der Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen und mehreren Business Angels hinzu, 2025 nochmals 160.000 Euro Fördermittel für die KI-Entwicklung.

Seit dem Marktstart 2023 mit dem Deutschen Roten Kreuz hat Veli sein Geschäft vor allem im Service- und betreuten Wohnen ausgebaut. Ende 2025 waren nach Unternehmensangaben mehr als 1.000 Haushalte angeschlossen, im September 2026 bereits 2.000 bei mehr als 30 Betreibern. Das Geschäftsmodell basiert auf Installation und laufender Bereitstellung der Lösung, wobei die Kosten von Wohnungszahl, Technik und vorhandenen Systemen abhängen.

Heute beschäftigt Veli mehr als 15 Mitarbeiter und unterhält neben Kassel einen Standort in München. Künftig soll die Technologie stärker in Neubauten und bestehende Wohnanlagen integriert werden und neben dem Personenschutz auch Leckage-, Brand- und Gebäudeschutz übernehmen. Weitere Kooperationen mit Immobilienwirtschaft und Smart-Meter-Anbietern sowie eine spätere Expansion ins Ausland gehören ebenfalls zu den Plänen.

TZMann – E-Bikes nach Maß

Die 2023 von Industriedesigner Andre Götzmann gegründete TZMann GmbH entwickelt E-Bikes, deren Rahmen auf die Körpermaße des Fahrers abgestimmt werden. Statt klassischer Rahmengrößen stehen beim TZmann 1.0 mehr als 1.000 Größenvarianten zur Verfügung. Der maßgefertigte Carbonrahmen wird mit einem integrierten und entnehmbaren 540-Wh-Akku kombiniert, das komplette Rad wiegt rund 16 Kilogramm und wird in Deutschland gefertigt.

Die Idee beschäftigt Götzmann schon wesentlich länger, als das Unternehmen existiert. 2015 begann er, über neue Fahrradkonstruktionen nachzudenken, 2018 machte er das Konzept zum Thema seiner Bachelorarbeit. Erste Prototypen entstanden im Keller seiner Eltern, wobei ihn sein Vater Kersten Götzmann als erfahrener Modellbauer und Designer unterstützte. Aus den Versuchen entwickelte sich schließlich ein Rahmenkonzept, das Carbon mit modernen Fertigungsverfahren verbindet.

Seit der Gründung stand vor allem die Weiterentwicklung zum verkaufsfähigen Premiumrad im Mittelpunkt. Das TZmann 1.0 erhielt unter anderem den Good Design Award und die 3D Pioneers Challenge. Die erste Founder-Edition ist auf 117 Exemplare begrenzt und kostet 8.000 Euro. Interessenten können sich ihren Platz auch mit einer vollständig auf den Kaufpreis anrechenbaren Reservierung über 250 Euro sichern.

Drei Jahre nach der Gründung befindet sich TZMann an der Schwelle zur ersten größeren Produktionsserie. Die Fertigung der Founder-Edition soll beginnen, sobald die vorgesehenen 117 Plätze vergeben sind. Die Auslieferung ist anschließend nach rund sechs Monaten vorgesehen. Damit führt der Weg des jungen Unternehmens von jahrelanger Entwicklungsarbeit und handgebauten Prototypen nun in Richtung Serienfertigung, ohne den Kern der Geschäftsidee aufzugeben: ein Fahrrad, das sich dem Fahrer anpasst und nicht umgekehrt.

Nhas City Chicken – Vom Familienimbiss zur Restaurantmarke

Die 2023 von Omar Nhas gegründete Marke Nhas City Chicken verbindet klassischen Hähnchenimbiss mit moderner Systemgastronomie und einer konsequenten Social-Media-Strategie. Serviert werden unter anderem Hähnchen vom Lavasteingrill und handpanierte Garlic-Parmesan-Wings. Die gastronomischen Wurzeln reichen deutlich weiter zurück. 1993 eröffnete die Familie ihren ersten Laden im Libanon, 1996 folgte ein Restaurant in der Berliner Sonnenallee. Nhas wuchs mit dem Familienbetrieb auf und arbeitete dort bereits als Kind mit.

2019 übernahm Nhas den Betrieb gemeinsam mit einem Geschäftspartner und wollte daraus eine größere Restaurantkette entwickeln. Nach dem Bruch der Zusammenarbeit verlor er 2022 die aufgebauten Standorte und startete ein Jahr später unter dem Namen Nhas City Chicken neu. Wieder in der Sonnenallee entwickelte er unter anderem die Garlic-Parmesan-Wings, während Videos über die Gerichte und die Geschichte dahinter ab 2024 auf TikTok und anderen Plattformen ein Millionenpublikum erreichten.

Der Neustart entwickelte sich schnell zur Expansion. Innerhalb von zwei Jahren entstanden vier Berliner Standorte, am Rosenthaler Platz wurden zeitweise rund 40.000 halbe Hähnchen im Monat verkauft. 2025 erreichte Nhas City Chicken das Finale der Uber Eats Awards, 2026 wurde das Restaurant erneut zum Berliner Landessieger gewählt. Die Reichweite der Marke geht inzwischen weit über die Restaurants hinaus und umfasst mehr als 380.000 Follower über die eigenen Social-Media-Kanäle.

Im September 2026 folgte mit Köln der erste Standort außerhalb Berlins. Die Eröffnung sorgte für stundenlange Warteschlangen und zog Gäste aus verschiedenen Städten Nordrhein-Westfalens an. Gleichzeitig bereitet Nhas City Chicken die weitere Expansion über ein Franchisemodell vor und sucht Partner für zusätzliche Standorte. Drei Jahre nach dem Neustart ist damit aus einem einzelnen Berliner Restaurant eine überregional bekannte Gastronomiemarke geworden.

omami – Tofu aus Kichererbsen

Die 2023 gegründete omami GmbH setzt bei Tofu auf Kichererbsen statt Soja. Gründerin Christina Hammerschmid brachte dafür rund 20 Jahre Erfahrung aus der Lebensmittelbranche mit, unter anderem von Coca-Cola, Veganz und Gorillas. Ihr Ziel war ein Tofu, der geschmacklich zugänglicher ist und sich einfacher in alltägliche Gerichte integrieren lässt. Hergestellt wird er nach dem traditionellen Tofu-Prinzip aus ganzen Kichererbsen und in verschiedenen Marinaden angeboten.

Nach der Unternehmensgründung 2023 kam die Marke im Frühjahr 2024 auf den Markt. Bereits zum Start war omami bei REWE, BILLA Plus, Coop und ausgewählten EDEKA-Händlern erhältlich. Innerhalb des ersten Jahres kamen weitere Vertriebspartner wie Kaufland, tegut, HIT Ullrich, Interspar und verschiedene Onlinehändler hinzu. Aus ursprünglich vier Sorten wurde das Sortiment schrittweise erweitert.

omami war dabei von Beginn an Teil der The New Originals Company, die auf Tofu und pflanzliche Proteinprodukte spezialisiert ist. Bis 2026 brachte das Unternehmen sieben Produkte auf den Markt und erreichte nach Angaben von Hammerschmid rund 3.000 Platzierungen bei acht Handelspartnern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ausgezeichnet wurde die Marke unter anderem mit einem iF Design Award für die Verpackung und einem Great Taste Award.

Im Juni 2026 wurde omami vollständig in die Muttergesellschaft integriert. Christina Hammerschmid zog sich damit aus der operativen Führung zurück, die Marke wird gemeinsam mit weiteren Tofu-Angeboten innerhalb der New Originals Group weitergeführt. Drei Jahre nach der Gründung ist aus dem Berliner Start-up damit eine im Lebensmittelhandel breit vertretene Marke geworden, deren weitere Entwicklung nun innerhalb einer größeren europäischen Unternehmensstruktur stattfindet.

More at Home – Sanierungen digital vorbereiten

Die 2023 gegründete More at Home GmbH bringt Immobilieneigentümer und Handwerksbetriebe zusammen. Herzstück ist ein digitaler Sanierungsrechner, mit dem Eigentümer ihr Vorhaben zunächst kalkulieren und konkretisieren können. Anschließend vermittelt das Unternehmen passende Betriebe und erstellt ein Leistungsverzeichnis als Grundlage für Angebote. Die Idee entstand aus der Praxis von Mitgründer Benjamin Gropler, der selbst einen Bau- und Sanierungsbetrieb führt und dort erlebte, wie viel Zeit durch unpassende oder schlecht vorbereitete Kundenanfragen verloren geht.

Gropler gründete More at Home gemeinsam mit Florian Geßner im Februar 2023. Bereits zuvor hatte das Team einen ersten Prototyp entwickelt, im Mai folgte die Beta-Version. Ende 2023 schloss das Unternehmen eine erste Finanzierungsrunde ab und entwickelte die Plattform anschließend weiter. 2024 gingen unter anderem ein Rechner für Makler und eine überarbeitete Version des Sanierungsrechners an den Start.

Schon im September 2024 waren nach Unternehmensangaben mehr als 2.200 Handwerksbetriebe registriert und Sanierungen mit einem Volumen von über 18 Millionen Euro vermittelt worden. Seitdem ist das Netzwerk kräftig gewachsen. Heute nennt More at Home mehr als 8.000 angeschlossene Handwerksbetriebe, über 10.000 vermittelte Sanierungen und ein vermitteltes Sanierungsvolumen von rund 470 Millionen Euro.

Das Geschäftsmodell setzt damit an einem Problem auf beiden Seiten des Marktes an. Eigentümer erhalten früh eine Vorstellung von Kosten und Umfang ihres Vorhabens, während Handwerker bereits vorqualifizierte Anfragen bekommen und weniger Aufwand in die Akquise investieren müssen. Drei Jahre nach der Gründung ist aus dem ersten Sanierungsrechner so ein deutschlandweites Vermittlungsnetzwerk entstanden, das die Vorbereitung und Vergabe größerer Sanierungsprojekte zunehmend digital abbildet.

MycoLutions – Selbstwachsende Baustoffe

Die 2023 von David Gradl, Thies Lingner und Helge Schritt gegründete MycoLutions GmbH entwickelt Akustik- und Dämmmaterialien aus Pilzmyzel. Als Ausgangsstoff dienen unter anderem landwirtschaftliche Reststoffe, die vom Pilzgeflecht durchwachsen und zu stabilen Platten verbunden werden. Künstliche Klebstoffe sind dafür nicht erforderlich, am Ende ihres Lebenszyklus können die Materialien wieder in biologische Kreisläufe zurückkehren. Die Idee entstand bereits im Studium während eines Cradle-to-Cradle-Seminars an der Leuphana Universität Lüneburg.

Noch vor der Gründung gewann das Team 2021 den Gründungsideenwettbewerb der Leuphana. Nach dem Start als GmbH folgten weitere Unterstützungen, darunter die Hamburger InnoRampUp-Förderung und Programme von EIT Climate-KIC beziehungsweise dem New European Bauhaus. Später kamen Mittel aus dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand und dem Bundesprogramm Industrielle Bioökonomie hinzu, mit denen MycoLutions insbesondere die Skalierung seiner Produktion vorantreibt.

Aus ersten Materialversuchen sind inzwischen marktfähige Akustiklösungen entstanden. Die Myzelplatten werden bereits in Büros, Coworking-Spaces und Gastronomiebetrieben eingesetzt, während mit „Woge 2.0“ eine weiterentwickelte Generation des Schallabsorbers entstanden ist. Gleichzeitig hat MycoLutions in Helvesiek eine eigene Pilotanlage aufgebaut, in der Produktion, Forschung und Produktentwicklung gebündelt werden.

Drei Jahre nach der Gründung geht es deshalb vor allem um den Schritt vom Kleinmaßstab zur industriellen Fertigung. Die Pilotanlage soll höhere Stückzahlen ermöglichen und als Vorbereitung für eine größere Demonstrationsanlage dienen. Neben Akustikprodukten arbeitet MycoLutions weiter an Wärmedämmung und anderen Anwendungen für den Innenausbau. Aus einer studentischen Materialidee entwickelt sich damit schrittweise ein Geschäftsmodell für biobasierte Baustoffe.

Kynd Hair – Kunsthaar auf Pflanzenbasis

Die 2023 von Cosima Richardson gegründete Kynd Hair GmbH entwickelt pflanzenbasiertes Kunsthaar für Braids. Statt herkömmlicher Kunststofffasern setzt das Unternehmen auf biobasierte Materialien, die hautverträglicher und biologisch abbaubar sein sollen. Richardson trägt selbst seit ihrer Kindheit Braids und begann 2021, sich intensiver mit den Inhaltsstoffen und Umweltauswirkungen von Kunsthaar zu beschäftigen. Gemeinsam mit dem Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung entstanden daraus erste Fasern und Prototypen.

Den entscheidenden Schub brachte 2023 ein Thüringer Technologiewettbewerb. Kynd Hair erhielt rund 100.000 Euro Forschungsförderung, woraufhin Richardson ihren damaligen Job bei Oatly kündigte und sich vollständig auf das Unternehmen konzentrierte. 2024 folgte eine Pre-Seed-Runde über mindestens 500.000 Euro, die nach Angaben der Gründerin überzeichnet war. Zu den Investoren gehören die Gründer des Kosmetikkonzerns Cosnova sowie 14 Business Angels, darunter ehemalige Führungskräfte von Oatly.

In den ersten drei Jahren stand vor allem die technische Weiterentwicklung im Mittelpunkt. Kynd Hair wurde 2024 mit dem Bundespreis Ecodesign ausgezeichnet und meldete im selben Jahr ein Patent für Kunsthaar auf Cellulosebasis an. Seit Ende 2025 unterstützt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt ein weiteres Entwicklungsprojekt mit 125.000 Euro. Dabei sollen Material und Herstellungsverfahren so weiterentwickelt werden, dass sich die Fasern stabil und in größeren Mengen produzieren lassen.

Auch 2026 arbeitet Kynd Hair deshalb weiter an Produktentwicklung und Skalierung. Das Unternehmen sucht aktuell Verstärkung für Forschung und Produktion, während sich Interessenten auf der Website für den Marktstart registrieren können. Geplant ist zunächst der Verkauf in Deutschland und Österreich, später soll Kynd Hair weitere internationale Märkte erschließen.

Gründer-Initiative "Deutschland startet"

Vielleicht stehen Sie selbst noch ganz am Anfang, befinden sich mitten in den ersten drei Jahren oder haben diese entscheidende Phase bereits hinter sich gebracht. Jede dieser Situationen bringt andere Fragen mit sich. Am Anfang geht es um Finanzierung, Positionierung und tragfähige Strukturen, später um Wachstum, Rentabilität, Personal, Prozesse oder die nächste Investitionsentscheidung.

Unternehmertum in Deutschland bleibt anspruchsvoll, gerade in einer Phase, in der sich Märkte, Kostenstrukturen, Technologien und Kundenbedürfnisse spürbar verändern. Umso wichtiger ist es, Entscheidungen auf einer belastbaren Grundlage zu treffen und Entwicklungen frühzeitig einzuordnen.

Haben Sie Fragen zur Existenzgründung, Finanzierung oder zu Fördermitteln und Marketing? Eine sorgfältige Planung und Vorbereitung sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass die Geschäftsidee den gewünschten Erfolg erzielt. Bei diesem Prozess kann Sie unser Gründerzentrum der bundesweiten Initiative „Deutschland startet“ mit langjähriger Erfahrung, umfassender Branchenkenntnis und einem deutschlandweiten Netzwerk unterstützen. Bei Interesse nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf oder nutzen unseren „Berater suchen“-Service.

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