Gründerfinanzierung: Förderdarlehen – wie lange dauert es bis zur Auszahlung?

Finanzierung: Viele Existenzgründer oder Jungunternehmen beantragen für den erfolgreichen Start in die Selbständigkeit ein Förderdarlehen. Mit den zur Verfügung gestellten Mitteln können notwendige Investitionen getätigt werden sowie Betriebsmittel für die ersten Monate nach dem Darlehenszugang gefördert werden.

Staatlich geförderte Darlehen sind zu deutlich niedrigeren Zinssätzen verfügbar als klassische Bankdarlehen. Zudem verfügen sie über eine tilgungsfreie Anlaufzeit, d. h., das Darlehen muss nicht direkt zurückgezahlt werden, sondern frühestens ab dem zweiten Jahr der Laufzeit. Ab diesem Zeitpunkt erfolgt die Rückzahlung für die Restdauer der Laufzeit in gleichbleibenden monatlichen Raten. Darüber hinaus ist bei einigen Förderdarlehen kein eingesetztes Eigenkapital notwendig.

Die Auszahlung der Förderdarlehen nimmt allerdings eine gewisse Zeitdauer in Anspruch.

In diesem Artikel möchten wir erläutern, wie viel Zeit man einplanen muss, bevor man mit dem Zugang des Darlehens auf dem Geschäftskonto rechnen kann.  

Förderdarlehen – KfW oder regionale Mikrodarlehen

Es gibt mehrere Arten von Förderdarlehen. Zunächst ist z. B. das KfW-StartGeld zu nennen, welches bundesweit verfügbar ist. Eine Bewilligung ist also nicht an den Standort eines Unternehmens oder einer freiberuflich selbständigen Person geknüpft.

Es kann für größere Volumen genutzt werden, da es pro Gesellschafter eines Unternehmens in der Höhe von bis zu 200.000 Euro beantragt werden kann. Die Verwendungszwecke sind breit gefächert, im Rahmen der Gesamtsumme können 120.000 Euro für Investitionen (z. B. Maschinen, Werkzeug, Mobiliar oder ein KfZ) und 80.000 Euro für Betriebsmittel (z. B. Marketing, Personal, Miete oder Beratungskosten) genutzt werden.

Alternativ gibt es in den meisten Bundesländern weitere Förderdarlehen, die meist als sog. Mikrodarlehen deklariert sind. Wie die Bezeichnung es vermuten lässt, handelt es sich hier um eher geringe Beträge, die zur Verfügung gestellt werden.

Zu nennen sind exemplarisch:

  • Der Mikrokredit der IBB, Investitionsbank Berlin, ist die Kreditvergabe bis zu einer Höhe von 50.000 Euro.
  • Das MikroSTARTer-Programm der N-Bank (Niedersachsen), hier ist eine Fördersumme von bis zu 40.000 Euro möglich.
  • Das Mikrodarlehen (MKD) der SAB, Sächsische Aufbaubank (Sachsen), hier können bis zu 30.000 Euro beantragt werden.

Im Rahmen dieser Mikrodarlehen können also eher kleinere Investitionen gefördert werden. Bei einigen Geschäftsideen liegt der entsprechende Kapitalbedarf aber auch im mittleren fünfstelligen Bereich und kann über eine solche regionale Fördermaßnahme abgedeckt werden.

Man kann sich also, abhängig vom Unternehmensstandort und der Höhe des notwendigen Kapitals, für eines dieser Förderdarlehen entscheiden.

All diese Förderdarlehen können mit einem professionell erstellten Businessplan und einem bankenfähigen Finanzplan beantragt werden.

Beantragung eines Förderdarlehens – Finanzplan-Erstellung

Im schriftlichen Teil eines Businessplans wird ausführlich das komplette Geschäftsmodell beschrieben. Der Geschäftsplan beinhaltet ausführlich z. B. eine Darstellung des Marktes und eine Wettbewerbsanalyse, die Erläuterung der Marketingstrategie, die Preisstrategie, die begründete Wahl der Rechtsform sowie eine SWOT-Analyse. Darüber hinaus ist Finanzplan-Erstellung notwendig, um die geplanten betrieblichen Kennzahlen des Geschäftsmodells darzulegen. Dieser besteht aus den folgenden Parametern:

  • Aus dem Investitionsplan geht hervor, wofür das Förderdarlehen eingesetzt werden soll. Dies ist für Investitionen möglich, z. B. für ein Kfz, Maschinen, Werkzeug oder den Kauf einer Software. Es kann auch für Betriebsmittel verwendet werden, etwa für die Umsetzung der Marketingstrategie, Personalkosten, Beratungskosten, die Miete einer Büro- oder Lagerfläche oder den Kauf von Waren und Rohstoffen.
  • Im Rentabilitätsplan (Gewinn- und Verlustrechnung) werden die monatlichen Umsätze sowie alle betrieblichen Kosten abgebildet. Hiervon werden noch steuerliche Abgaben subtrahiert. Auf diese Weise wird der Gewinn eines Unternehmens vor und nach Steuern pro Monat und pro Jahr prognostiziert.
  • Hinzukommt der Liquiditätsplan, der sich aus der Gewinn- und Verlustrechnung speist und zusätzlich um Zahlungsziele, eventuelle Zahlungen und Erstattungen der Umsatzsteuer sowie die Tilgungsrate des Förderdarlehens ergänzt wird.
  • Zudem sollte man einen Tilgungsplan erstellen, in dem der Kapitaldienst (Summe aus Zins und Tilgung des Darlehens) errechnet wird.

Ausreichend Vorlaufzeit für ein Förderdarlehen einkalkulieren. 

Neben den benannten Vorteilen von staatlich geförderten Gründerdarlehen zur Finanzierung einer Existenzgründung muss man sich jedoch bewusst sein, dass die Auszahlung eines solchen Darlehens eine längere Zeit in Anspruch nimmt als z. B. ein Privatkredit. Generell kann man sich an den folgenden Zeitabläufen orientieren:

  • Man reicht den Businessplan und den Finanzplan bei seiner Hausbank ein, wenn man ein KfW-Darlehen beantragen möchte. Diese prüft die Unterlagen, dies nimmt in der Regel ca. ein bis zwei Wochen Zeit in Anspruch. Die Hausbank stimmt sich mit der KfW ab. Im Falle der Bewilligung der KfW wird das geförderte Volumen auf dem Konto der Hausbank zum Abruf bereitgestellt. Für diesen Vorgang müssen mindestens sechs bis acht Wochen Zeit eingeplant werden.
  • Etwas weniger Zeit braucht die Auszahlung eines Mikrodarlehens. Grundsätzlich ist man natürlich immer von der Verfügbarkeit der Ansprechpersonen abhängig. Dennoch kann man im Regelfall eher von drei bis vier Wochen ausgehen, bis das Darlehen ausbezahlt wird.

Grundsätzlich sollte man sich also bewusst sein, dass die liquiden Mittel nicht innerhalb weniger Tage erhalten werden können. Grundsätzlich sind Förderdarlehen aber auch nicht als kurzfristige Zwischenfinanzierung anzusehen.  

Fazit

Viele Existenzgründungen können mit einem Förderdarlehen erfolgreich realisiert werden. Bei einem höheren Kapitalbedarf kann man das KfW-StartGeld in Anspruch nehmen. Falls geringere Summen im fünfstelligen Bereich ausreichen, gibt es hierfür in vielen Bundesländern sog. Mikrodarlehen, die man beantragen kann. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass deren Auszahlung länger dauert als z. B. ein Konsumentenkredit, der innerhalb weniger Tage in Anspruch genommen werden kann.

Man setzt sich im Vorfeld der Beantragung eines geförderten Darlehens ja intensiv mit der Geschäftsidee und dem Businessplan auseinander. In dieser Planung der nächsten Jahre sollte man also den Startzeitpunkt für z. B. die ersten Umsätze so legen, dass ausreichend Zeit vorhanden ist, vorab notwendige Investitionen zu tätigen. Für diese ist der Zeitraum für die Auszahlung des Förderdarlehens zu berücksichtigen.

Sie möchten sich bei der Erstellung eines Finanzplans und der Beantragung eines Förderdarlehens professionell unterstützen lassen? Füllen Sie hierfür gerne das Formular zur Beratersuche aus und wir bringen Sie für ein kostenloses und unverbindliches Gespräch mit einem Experten aus Ihrer Branche in Kontakt.

Kontakt aufnehmen

Weiterführende Informationen zur Finanzierung von Existenzgründungen sowie zu staatlichen Förderprogrammen stellt auch das Existenzgründungsportal des Bundes bereit. Dort finden Gründerinnen und Gründer umfassende Hinweise zu Businessplan, Fördermitteln und Finanzierungsmöglichkeiten.

FAQ

Wie funktioniert die Finanzierung einer Existenzgründung mit einem Förderdarlehen?

Bei der Finanzierung einer Existenzgründung über ein Förderdarlehen wird der Kapitalbedarf zunächst im Businessplan und Finanzplan dargestellt. Anschließend prüft eine Bank oder Förderstelle die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens und entscheidet über die Finanzierung.

Wie lange dauert die Finanzierung über ein Förderdarlehen?

Die Finanzierung über ein Förderdarlehen dauert in der Regel mehrere Wochen. Während regionale Mikrodarlehen häufig innerhalb von drei bis vier Wochen ausgezahlt werden, kann die Finanzierung über ein KfW-Darlehen etwa sechs bis acht Wochen dauern.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten haben Existenzgründer?

Gründer können ihre Finanzierung über Eigenkapital, Bankdarlehen, staatliche Förderdarlehen oder Investoren realisieren. Besonders häufig wird bei Existenzgründungen eine Finanzierung über Förderprogramme genutzt.

Kann eine Finanzierung auch ohne Eigenkapital erfolgen?

Ja, einige Förderdarlehen ermöglichen eine Finanzierung ohne Eigenkapital. Allerdings verbessert vorhandenes Eigenkapital oft die Erfolgschancen bei der Bewilligung einer Finanzierung.

Welche Unterlagen werden für eine Finanzierung benötigt?

Für eine Finanzierung benötigen Gründer in der Regel einen professionellen Businessplan, einen detaillierten Finanzplan, eine Investitionsplanung sowie persönliche Angaben zur beruflichen Qualifikation.

Warum ist ein Finanzplan für die Finanzierung wichtig?

Der Finanzplan zeigt Banken und Förderinstituten, ob das Geschäftsmodell langfristig rentabel ist und ob die Finanzierung realistisch zurückgezahlt werden kann.

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