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conni-koepp

Constanze „Conni“ Köpp machte sich trotz nicht vorhandener Ausbildung und als alleinerziehende Mutter zweier Kinder selbstständig: Erst mit ihrer „Wohnkosmetik“, danach als Malerin, Autorin und Traurednerin. 2015 verlor sie alles. Wie sie aus dieser Krise wieder neuen Mut fand und erneut eine Existenzgründung anging, erzählt sie uns im Interview.

Liebe Conni, kannst du dich unseren Lesern kurz vorstellen?

Gerne. Geboren bin ich im Juni 1969. Ich bin Hamburgerin, Töchter-Mami, Buchautorin, Kolumnistin, Portraitschreiberin, Gründerin der „Wohnkosmetik“, Traurednerin, Optimistin, Glaubende, Fröhliche, Macherin, gute Freundin und gute Nachbarin.

Was genau beinhaltet dein Geschäftskonzept?

Zu mir kommen verliebte Paare mit dem Wunsch: freie statt kirchliche Trauung! Ich arbeite etwas unkonventioneller mit meinen Paaren, habe ein ganz eigenes Konzept, auch wenn ich natürlich offen bin für alles, was meine „Lovebirds“ wollen. Das ganz Besondere ist das Vertrauen zwischen Fremden, aus denen plötzlich Verbündete werden. Es ist besonders, jede Woche eine neue Welt, eine neue Liebesgeschichte, vorzutragen. Wie ein kleines Bühnenstück oder eine Märchenstunde. Zum Highlight einer Hochzeitsfeier zu gehören, verantwortlich für die Zeremonie zu sein, das sehe ich als ganz besonderes Geschenk! Am Ende sind die Reaktionen von Paar und Gästen das eigentliche „Honorar“. Ich habe mittlerweile drei Freundinnen ins Boot geholt, weil die Anfragen zahlreich geworden sind. Schön, was ich in knapp zwei Jahren auf die Beine stellen konnte. Ich bin ein bisschen stolz, denn ich erinnere mich an die Zeiten, in denen ich mich als Exot, gar schwarzes Schaf gefühlt habe, bis ich mir und anderen zeigte, dass ich nicht nur Visionärin, sondern auch Umsetzerin bin.

Wie bist du auf diese Geschäftsideen gekommen?

Auf der Hochzeit einer Freundin 2008 hörte ich zum ersten Mal eine freie Rednerin sprechen, das war eher außergewöhnlich. Ich erinnere mich, wie ich nach der Rede zu ihr ging und mich bedankte – sie hatte jeden Gast beseelt! Ich sagte ihr: „Welch wundervoller Beruf!“ An mehr dachte ich nicht, steckte ja selbst voller Tatendrang im zweiten Gründungsjahr meines Unternehmens „Wohnkosmetik“. Unterschwellig aber hatte mich das alles wohl nicht losgelassen. Durch die Feedbacks meiner Buchlesungen und die Reaktionen auf meine Kolumnen für ein früheres Frauenmagazin keimte die Idee wieder auf und ich begann zu recherchieren. Reden, schreiben, Reden schreiben – das war es doch! Die Zeit schien reif! 2017 gab ich meinen Blog auf und erstellte meine Seite „verliebtereden“ – im zehnten Jubiläumsjahr meines Unternehmens, das ich zwar weiter betreiben, doch nicht weiter vermarkten wollte.

Daneben bist du auch Buchautorin. Wie kam es dazu?

Als Kind sammelte ich Zeitungsartikel über Menschen und Schicksale. Irgendwann begann ich, mir Geschichten auszudenken und sagte meinem Vater: „Wenn ich groß bin, schreib‘ ich meine Bücher einfach selbst!“ Nach der Eröffnung eines Hamburger Kinderhospizes schrieb ich meine erste Geschichte „Frannys Reise“. Ich widmete sie meiner ersten Freundin, die bei einem Autounfall im Alter von nur 7 Jahren tödlich verunglückte. Die ersten Lesungen wurden angefragt und ich genoss den Beginn einer spannenden Zeit. Nach meiner ersten Existenzgründung schlug ich dem Verlag einen Ratgeber über das Thema „Loslassen“ vor. 2014 schaffte es mein Werk „aufgeräumt leben“ auf die Bestsellerliste. 2016 erschien die Fortsetzung „aufgeräumt denken“. Meinen ersten Liebesroman habe ich fast fertig und eine Fortsetzung zum Thema, das ich bei „Frannys Reise“ behandelt hatte, soll Ende des Jahres auch abgeschlossen sein. Ich wollte immer Spuren hinterlassen, wie wohl jeder Autor.

Warum hast du entschieden, dich selbstständig zu machen?

Ich war drei Jahre im Verlag beschäftigt, als die Abteilung geschlossen wurde und ich die Abfindung nutzte, um meine Geschäftsidee, meinen Traum von meiner Wohnkosmetik, wahr zu machen. Ich bekam einen Gründungszuschuss und legte los. Ein Jahr wollte ich mir geben, um mich meiner Angst zu stellen, frei und selbstbestimmt zu sein. Die Ketten der Anstellung zu sprengen, hatte ich eigentlich nur in der Theorie durchgespielt. Ohne sicheren Boden zu sein, das war schon aufregend. Ich wusste, das Timing war perfekt, denn Wohnsendungen hatten gerade die Mattscheiben erobert. Also, volle Fahrt voraus!

Wie lange hat die Planung und Umsetzung deiner Existenzgründung gedauert?

Seit meiner Kindheit hatte ich eine Vorstellung davon, was ich mal machen wollte: Räume und Menschen durch schnelle Veränderungen glücklich machen und darüber schreiben. Neben meiner Verlagsarbeit hatte eine Freundin eine Website für mich erstellt, und als ich meine Gewerbeanmeldung in der Hand hielt, ging ich los zum NDR. Ich überzeugte mit meinem Konzept und bekam zehn Sendungen „mein Nachmittag“. Ohne volle Kassen wird man sehr erfinderisch, sucht sich Sponsoren für Flyer und Karten und hält nach spannenden Kooperationen Ausschau, während man besondere Angebote und Leistungen strickt. 2007 feierte ich zehntes Jubiläum und trieb meine Existenzgründung nicht weiter voran. Die Presse hatte zuhauf berichtet, Fernsehauftritte lagen zur genüge hinter mir, jetzt wollte ich es noch mal wissen und als Traurednerin bekannt werden. Zunächst habe ich mit einem Blog ganz nebenbei gestartet. Monate später hatte ich bereits meine eigene Website erstellt und wollte nichts mehr „nebenbei“, keinen Kompromiss, sondern alles oder nichts.

Wie war dein beruflicher Werdegang vor der Unternehmensgründung?

Ich hatte weder Abi noch Lehre oder Studium. Ich war die faule Tochter eines hoch gebildeten Vaters, wurde ins Ausland geschickt, zog früh in meine erste eigene Wohnung und jobbte mich durchs Leben. Mein Kopf war voller Visionen rund um meine Wohnkosmetik und Bücher, die ich schreiben wollte. Und doch landete ich erst einmal in einem Verlag. Dort konnte ich immerhin texten. Wann immer mich die Presse fragte, sagte ich nur: „Schreiben Sie, dass meine Träume keine Ausbildung brauchten!“ Was es brauchte, um mich bekannt zu machen, waren Werkzeuge, die ich entdecken musste. Ich konnte ja nie mit Zeugnissen oder Diplomen punkten, sondern nur mit Überzeugung, Leidenschaft und diesem „Feuer und Flamme sein“.

Was waren bisher deine größten Herausforderungen bzw. Stolpersteine?

Am schwierigsten war es, Kunden zu gewinnen und die Unternehmensgründung bekannt zu machen. Ich hatte sowohl mit der „Wohnkosmetik“ als auch mit den Traureden eine Tätigkeit geschaffen, die ich immer und überall würde ausführen können. Es ist leichter, wenn man Themen hat, die jeden etwas angehen. Ich wusste das, aber wie wusste man von mir? Ich bekam Panik, nachdem wir damals für das Fernsehen drehten und die Flut der Nachrichten nicht nur von neuen Kunden kam, sondern auch von jenen, die schrieben: „Genau das wollte ich auch immer machen. Dass man damit Geld verdienen konnte, hätte ich ja nie gedacht!“ Mein Firmenname wurde ungefragt benutzt und jemand behauptete, er hätte genau das schon lange vor mir gegründet. Ich fürchtete, dass jene mit mehr Budget schneller bekannt werden würden als ich. Bis mir klar war: Arbeit gibt es für jeden genug! Jahre später hatte ich alle Werkzeuge für mich genutzt und begann, Workshops und Schulungen zu geben, all mein Wissen weiterzutragen und den Nachwuchs zu schulen. Mit den Traureden ist es anders, da hier die Begrifflichkeit dank sozialer Netze in aller Munde ist. Nun geht es lediglich darum, seinen Redner zu finden – auch mich.

Schwierig war auch die Einkommenskalkulation:  Bei der „Wohnkosmetik“ konnte ich keine festen Einnahmen planen, da jeder Monat andere Zahlen aufs Konto spülte. Dies war nicht einfach als Mama mit zwei Töchtern und nach einer Trennung. Ich nutzte mein Talent zum Schreiben und wurde Kolumnistin für ein paar Jahre sowie Texterin für Kunden auf Social-Media-Kanälen.

Eine weitere Herausforderung war es, das private Netzwerk zu erweitern. Ich hatte mit 41 meine zweite Tochter bekommen und konnte tagsüber meine Zeit frei einteilen, doch ging ich abends mit dem Laptop ins Bett. Ich saugte Youtube-Videos von Coaches und Strategen aus, schrieb nebenbei Texte und entstaubte alte Pressekontakte.

2015 hatte ich alles verloren. Ich hatte für die Idee, mich als Künstlerin der Malerei selbstständig zu machen, mein Unternehmen abgemeldet. Ich gab meine Kunstwerke aus der Hand und verlor sie an einen Betrüger. Während ich die Rückgabe erkämpfte, verstarb mein Vater. Doch ich stand da und vertraute! Ich wusste, dass das Leben niemals gegen dich ist, es dich nur auf die rechte Spur bringen will, und das zum Teil grausam deutlich! Januar 2016 hatte sich das Vertrauen ausgezahlt: ein neuer Buchvertrag, der Aufbau meiner Traureden und ein neuer Textkunde.

Was hast du aus diesen Erfahrungen gelernt?

Ich hatte immer ein Credo: Think big! Feel deep! Handle withe care! Ich habe gelernt, ausschließlich auf meinen Bauch zu hören, Mitbewerbern mit offenen Armen zu begegnen und nicht alles allein zu machen. Um sich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren, sollte man alles Leidenschaftslose abgeben. Mit einem guten Netzwerk profitiert man vom Austausch, weil jeder etwas anderes kann, und somit jeder den anderen braucht.

Hast du an Gründerwettbewerben teilgenommen?

Nein, bisher nicht. Mein Ziel ist es, Mut zu machen und Vorträge zu halten, besonders vor jenen und für jene, die wie ich ohne Zeugnisse, Abschlüsse und Diplome mutig und voller Kampfgeist in die Zukunft blicken.

Hast du einen Businessplan erstellt oder einfach losgelegt?

2006 war der Businessplan Bedingung für den Gründungszuschuss. Für die Traureden war keiner nötig. Sobald mich etwas fesselt, lege ich einfach los.

Hast du Fremdkapital für die Existenzgründung beansprucht?

Nein, das brauchte ich nicht. Ich wollte eine Unternehmensgründung von heute auf morgen, fernab von Kreditschulden. Und doch: Ein Traum darf nicht am leeren Konto scheitern. Wer seinen Traum zum Beispiel vom eigenen Café leben will, benötigt häufig Fremdkapital.

Was wünschst du dir für die Zukunft, hast du spezielle Pläne?

Ich habe Lust, junge Existenzgründer zu unterstützen. Ich möchte ihnen helfen, gesehen zu werden, und ihnen eine Stimme geben. Auch würde ich gerne über spannende Geschäftsideen schreiben. Das Land braucht Menschen mit Courage und Werten! Ich selbst sehe mich eines Tages als älteste Traurednerin. Meinen Paaren habe ich versprochen, auf ihrer Silberhochzeit das Trauversprechen aufzufrischen.

Was sind deine wichtigsten Tipps für Existenzgründer?

Erfolg wird aus Mut und Leidenschaft gemacht. Herzblut und Wissen on top und du kannst nicht scheitern! Vor allem öffnen sich alle Türen, die du brauchst, wenn es wirklich dein Weg ist. Wenn nicht, dann bremsen vielleicht noch innere Zweifel oder falsche Glaubenssätze.

Praktische Tipps:

  1. Nutzt soziale Netzwerke und beteiligt euch an Gruppendiskussionen.
  2. Pflegt eure Webseiten und greift hierbei auch auf professionelle Texter und Grafiker zurück.
  3. Hinterlasst euren Fingerabdruck. Wer selbstständig ist, ist wirklich ständig (er) selbst – ohne klassischen Feierabend.
  4. Seid wachsam, wenn ihr euer Haus verlasst: Ihr seid als eure eigene Marke unterwegs.

Website von Conni Köpp: http://www.verliebtereden.de (externer Link).

One thought on “Geschäftsidee: „Ich wollte nichts mehr nebenbei, keinen Kompromiss...!“

  1. So ein ergreifend ehrliches Interview- vielen Dank dafür . Eine bewundernswerte Frau mit unendlich viel Potential — allein das Gespräch liest sich spannend wie ein Buch , inspiriert und macht den Mut, den man braucht , um zerbrochene Lebenstraüme neu zu überdenken. Think big and handle with care 🌟

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