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Ein Eis wird hochgehalten. Im Hintergrund ist eine Eisdiele zu sehen.

Dass man sich mit einer Existenzgründungsberatung erfolgreich selbstständig machen kann, zeigt ein Gründer aus Saarbrücken, der erst kürzlich als Landessieger für das Saarland mit dem „KfW Award Gründen“ ausgezeichnet wurde.

Herr Heil, können Sie sich und Ihre Geschäftsidee kurz vorstellen?

Mein Name ist Dominik Heil und ich bin der Gründer von Henry’s Eismanufaktur. Geboren wurde ich 1980 in der Pfalz, aufgewachsen bin ich in einer Konditorenfamilie, die in dritter Generation einen Betrieb führt. Nach dem Abitur machte ich eine Lehre zum Großhandelskaufmann. Nach einem kurzen Stopp im Vertrieb für einen großen deutschen Kekshersteller verschlug es mich für eine Projektarbeit nach Zweibrücken. Mein Vorhaben war es ursprünglich, nur ein Jahr lang eine Abteilung für eine Firma aus der Automobilzuliefererindustrie zu strukturieren. Da es sich dann zu einem größerem Job entwickelte, blieb ich rund acht Jahre in diesem Unternehmen, merkte aber während dieser Zeit, dass es das noch nicht gewesen sein kann.

So fragte ich mich mit rund 30 Jahren nach dem Sinn meines Berufslebens. Nach langer Überlegung stand fest: ich will Eismacher werden! Da mir der Zucker familiär bedingt im Blut liegt, konnte ich meine Erfahrungen und meine Liebe zu Lebensmitteln gut nutzen. Nach ersten Kontakten zur Branche 2010 und dem Erwerb einer professionellen Eismaschine im darauffolgenden Jahr, feilte ich drei Jahre an Rezepturen, Herstellungsverfahren und suchte nach den passenden Lieferanten und Partnern. Im Jahr 2014 versuchte ich dann das Eis mit einem Eisauto, ein türkisblauer VW Bulli Baujahr 1988, unter die Leute zu bekommen.

Schnell änderte ich die Strategie und ich besuchte nur noch Veranstaltungen und Events, was dazu führte, dass ich merkte, dass ich mich im Saarland selbstständig machen möchte. Nachdem ich das folgende Jahr zum Ausbau des Vertriebsnetzes in der Gastronomie nutzte wie auch meine Produktionsräume in Saarbrücken herrichten und beziehen konnte, startete ich 2016 mit einer Eisdiele in Saarbrücken. Seit dem vertreiben wir Eis über das Eiscafé, Eisautos sowie die Gastronomie und verkaufen es zudem in kleinen Portionsbechern über ausgesuchte, kleine Handelspartner der Region.

Was ist das Besondere an Ihrer Geschäftsidee?

„Warum noch eine Eisdiele?“ wurde ich in einem der Bankgespräche gefragt. Für mich war die Antwort von Anfang an klar. Ich wollte ein Eis machen, das seinem Namen gerecht wird. Ein Eis, das nach dem schmeckt, nach dem es benannt ist. Es gibt zu viel Eis auf dem Markt, das schaumig ist, zu viel Luft und schlechte Rohstoffe enthält und zudem mit Farb- und Konservierungsstoffen hergestellt wurde.

Ich wollte dies anders machen. Und da mir die Region kurze Wege ermöglichte und die Herkunft meiner Lebensmittel wie auch Rohstoffe wichtig sind, wollte ich ein „Eis aus der Region für die Region“ herstellen. Mir war wichtig, dass die Milch und das Obst aus der Nähe kommen soll. Viele unserer Obstsorten beziehen wir aus dem Bliesgau, der nahen Pfalz, dem Elsass oder Lothringen. Die Verbindung zu den Lieferanten ist mir schon immer wichtig gewesen, sodass ich immer noch persönlich die Mirabellen oder Kirschen beim Obstbauern abhole. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man den Verarbeitungsprozess des Rohstoffs vom Baum bis in die Waffel selbst mitverfolgen kann. Diese Transparenz versuche ich auch meinen Kunden zu vermitteln.

Sie haben durch Deutschland startet professionelle Hilfe bei der Existenzgründung bekommen. Wie sah diese genau aus?

Ich war 2015 kurz vor dem Wechsel vom Neben- in den Haupterwerb und begann mit der Planung für den Ausbau des Unternehmens. Bis dahin konnte ich alles aus eigenen Mitteln finanzieren, doch mit der Existenzgründung der Eisdiele und dem Ausbau der Produktionsstätte war klar, dass ein Kredit beantragt werden muss.

Durch Zufall sah ich auf Facebook (externe Seite) einen beworbenen Beitrag von „Deutschland startet“, der Hilfe bei der Unternehmensgründung versprach. Schon einen Tag nach der Registrierung erhielt ich einen Rückruf mit dem Hinweis, dass sich in den nächsten Tagen ein Unternehmensberater aus dem Umkreis melden wird, der als Partner von „Deutschland startet“ tätig war. Und tatsächlich kam zwei Tage später der Anruf.

Nach einem ersten Beratungsgespräch mit dem Unternehmensberater erhielt ich einen Termin bei „Saar.is“ in Saarbrücken, die Existenzgründern im Rahmen eines Förderprogramms einen Großteil der Gründungsberatung als verlorenen Zuschuss gewähren. Demnach musste ich nur noch 20 % der Beratungskosten tragen. Nach der Zusage für das Fördermittel konnte ich mit der Existenzgründungsberatung starten.

Diese war professionell und vor allem so flexibel, dass man als Existenzgründer nicht das Gefühl bekam, dass bei der Beratung auf jede Minute geschaut wird. Wenn ich Hilfe brauchte, war der Existenzgründungsberater mit Rat und Tat zur Stelle – das ist gerade in der Anfangsphase enorm wichtig, bietet Sicherheit und schafft Vertrauen.

Für mich waren drei Hauptpunkte bei der Gründungsberatung wichtig: Businessplan-Aufbau und -Struktur, Finanzplan-Erstellung durch eigenes Planen, Vorbereitung auf Bankgespräche und Begleitung durch meinen Unternehmensberater.

Warum denken Sie, ist professionelle Hilfe durch einen Existenzgründungsberater wichtig?

Wenn man sich zur Existenzgründung entschlossen hat und hinter seiner Geschäftsidee steht, dann muss man zwar von Anfang an alle Bereiche und Zweige seines eigenen Unternehmens kennen, darf jedoch die Geschäftsidee als Kern der Existenzgründung nicht aus den Augen verlieren. Und genau bei dieser kann die Hilfe von Außenstehenden, wie z. B. die Unterstützung im Gründungsprozess durch einen Gründungsberater sinnvoll sein.

Dieser kann dabei helfen, Terrain zu betreten, auf dem man sich anfangs noch unsicher bewegt. Aber er kann auch dabei helfen, sich selbst und seine Ideen sowohl zu spiegeln als auch zu hinterfragen. Für mich war die Beratung wie ein Gründercoaching oder eine „gründungspsychologische Begleitung“, weil mir niemand Entscheidungen aufgezwungen hat, sondern durch geschicktes Betrachten von außen gezeigt hat, ob man mit dem Vorhaben, der Vorgehensweise und dem angestrebten Plan richtig liegen könnte. Mir war schnell klar, dass dies immens wichtig ist, um das Unternehmen von Beginn an richtig aufzubauen. Eines war für mich damals schon sicher: die Geschäftsidee, das Geschäftskonzept, die Philosophie, die Marketingstrategie – dies war für mich ein guter Weg, an den ich glaubte. Nur musste ich das ganze eben verpacken und transportieren, z. B. im Businessplan. Hier kam der Berater ins Spiel, der mich bei dieser Aufgabe erfolgreich unterstützte.

Wie lange hat die Existenzgründung gedauert?

Die „heiße“ Phase dauerte ungefähr ein halbes Jahr – und das war schon sportlich. Ich habe bisher immer auf mein Bauchgefühl gehört und war schon immer überzeugt davon, dass am Ende alles gut wird. Mit dieser Gelassenheit ging ich an das Thema „selbstständig machen“ ran, sodass ich von Planungsbeginn im Oktober 2015 (schon fünf Monate nach Unterzeichnung des Mietvertrags für das Eiscafé) bis zum Umbaustart im Februar 2016 mit Datenermittlung und Bankgesprächen zu tun hatte.

Verraten Sie uns Ihre größten Herausforderungen bei der Unternehmensgründung

Die Abwicklung bei der Kreditvergabe war für mich herausfordernd. Ob ich einen Kredit bekomme, war nicht die Frage, dafür konnte ich schon viel positive Erfahrung vorweisen und außerdem hatte mein Konzept Hand und Fuß. Das Problem lag bei der Dauer der Entscheidungsprozesse der Banken. Diese hat länger gedauert, als ich gedacht hatte.

Beim Thema Kreditvergabe rate ich jedem Existenzgründer, dies nicht auf den letzten Drücker zu machen.

Haben Sie an Gründerwettbewerben teilgenommen?

Wettbewerbe waren für mich nie ein Ziel, welches ich verfolgt habe. Ich habe immer mein Ding gemacht, weil ich Lust darauf hatte. Wenn die Tätigkeit jedoch durch einen Preis wertgeschätzt und das Handeln bestätigt wird, ist dies natürlich umso schöner. Im Oktober 2019 wurde Henry’s Eismanufaktur in Berlin als Landessieger des Saarlands mit dem „KfW Award Gründen 2019“ ausgezeichnet. Dieser Preis wird jährlich von der KfW an 16 Unternehmen vergeben. Dies war für mich eine Bestätigung und hat mich ermutigt, weiter zu machen.

War das Thema Businessplan für Sie relevant?

Ja, ein Businessplan ist wichtig. Insbesondere wenn ein Kredit bei Banken beantragt werden soll, ist es wichtig, dass der Geschäftsplan professionell erstellt wurde. Wichtig ist, dass der Businessplan selbst geschrieben wurde, denn nur dann weiß man, was darin steht. Der Businessplan ist die Seele des Unternehmens in Papierform. Daher sollte dieser nicht nur verständlich geschrieben, sondern auch optisch ansprechend gestaltet sein. Denn neben dem persönlichen Gespräch ist der Businessplan der erste Kontakt zum potenziellen Geldgeber.

Ist Fremdkapital in Ihr Unternehmen geflossen?

Meine Hausbank hat zusammen mit der Saarländischen Investitionskreditbank (SIKB) die Existenzgründung ab 2016 mitfinanziert.

Was planen Sie für die Zukunft?

Wir werden weiterhin an der Philosophie festhalten und dem Versprechen unseren Kunden gegenüber treu bleiben. Zudem wollen wir auch weiterhin in Saarbrücken handwerklich hergestelltes Speiseeis produzieren, welches aus regionalen Rohstoffen und frei von Aroma- oder Konservierungsstoffen, ohne Geschmacksverstärker oder hinzugefügte Farbstoffe hergestellt wird. Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, verdoppeln wir nun während der kommenden Winterpause unser kleines Eislabor auf 70 m² sowie die darum liegenden Räume auf insgesamt rund 400 m². Zudem möchte ich mir im kommenden Jahr mehr Zeit nehmen, um meine gesammelten Ideen zu verwirklichen, die ich aufgrund der schnellen Expansion nie verwirklichen konnte.

Außerdem werde ich Ende November auf der Messe „Gründen“ durch die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger zum Botschafter für Existenzgründung und Unternehmertum ernannt. Meine Aufgabe wird es sein, Existenzgründern mit Hilfe eigener Erfahrungsberichte zu einer Existenzgründung zu ermutigen und Tipps und Ratschläge zu geben. Diese Aufgabe ist für mich genauso wichtig wie ein Preis – wenn nicht sogar erfüllender, weil es sich um etwas Nachhaltiges handelt. Solche Möglichkeiten lassen einen mitwachsen und bringen immer wieder neuen Input.

Ihre drei wichtigsten Tipps für Existenzgründer sind:

  • Sei immer ehrlich zu Dir selbst und handle aus Leidenschaft.
  • Höre auf Dein Bauchgefühl.
  • Sei bescheiden und demütig aber nie ängstlich.

Zur Website von Website von „Henry’s Eismanufaktur“ (externer Link).

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