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Zwei Hände auf der linken Seite geben ein Säckchen mit Dollar. Eine Hand auf der linken Seite hält eine Glühbirne in Form eines Gehirns.

Unsere Gesellschaft braucht Start-ups. Seit langem bestehende Unternehmen sind häufig in festen Strukturen gefangen und können schlechter mit z. B. technischen Innovationen umgehen. Frische Existenzgründungen hingegen können schnell und innovativ sein. Da nur die wenigsten der jungen Gründer über die nötigen finanziellen Mittel für die Realisierung ihrer Geschäftsidee verfügen, müssen diese auf andere Möglichkeiten zurückgreifen, um an Kapital zu gelangen.

Eine Option ist die Finanzierung durch Venture Capital. Durch die Corona-Krise gerät mit Venture Debt jedoch auch aktuell ein neuer Begriff in den Fokus. Beispielsweise soll sich das Berliner Gebrauchtwagen-Start-up Auto1 insgesamt 300 Millionen Dollar (externer Link) auf diese Weise gesichert haben. Zwar weisen die beiden Begriffe Venture Capital und Venture Debt eine phonetische Ähnlichkeit durch das Wort „Venture“ auf, jedoch unterscheiden sie sich inhaltlich stark voneinander. Im folgenden Artikel schauen wir uns die beiden Begriffe daher genauer an.

Existenzgründer tauschen bei Venture Capital Geld gegen Anteile

Der Begriff Venture Capital stammt ursprünglich aus dem Englischen. Auf Deutsch lässt sich dieser mit Wagniskapital oder Risikokapital übersetzen. Bei Venture Capital handelt es sich um eine Art Entwicklungshilfe für Start-ups, bei dem ein Investor oder eine Privatperson durch ein Investment in ein Unternehmen eine Beteiligung an diesem erwirbt und zum Gesellschafter wird. Mit dem Eigenkapital, welches der Investor einbringt, werden z. B. Expansionen gestartet oder Mittel für Investitionen zur Verfügung gestellt.

Venture-Capital-Beteiligungen sind zeitlich begrenzt. Je nach Branche kann die Beteiligungsdauer von drei bis zu zehn Jahren reichen. Profit erhofft sich ein Venture-Capital-Geber normalerweise nicht durch laufende Unternehmenserträge, sondern erst beim Exit durch den Verkauf der Unternehmensanteile.

Doch bevor es so weit ist und ein Start-up Venture Capital erhält, muss dieses sich zunächst behaupten und durch einen Pitch Deck oder Businessplan seine Geschäftsidee vorstellen. Welche Investition für ein Start-up geeignet ist, richtet sich danach, in welcher Phase sich dieses befindet. Zu Beginn in der sogenannten Seed-Phase investieren insbesondere Business Angels. In den nächsten Finanzierungsrunden, welche auch Serie-Finanzierungen genannt werden, kommen professionelle Venture-Capital-Investoren ins Spiel. Diese Runden reichen von Serie A bis Serie E – mitunter auch weiter. Damit Gründer hierbei auf das große Geld hoffen können, müssen diese bereits gewisse Meilensteine erreicht haben, mindestens jedoch durch einen Proof of Concept die prinzipielle Durchführbarkeit der Geschäftsidee belegen. Wie viel Geld in ein Start-up fließt, bestimmt der Kapitalgeber selber. Dieser orientiert sich daran, wie viel er den Gründern und dem Geschäftsmodell zutraut. Die investierte Summe kann daher als Bewertung des Start-ups gesehen werden. Entrepreneure sollten jedoch nicht zu viel auf solche Investitionen geben. Wichtiger ist der richtige Investor, der beispielsweise über ein großes Netzwerk verfügt und den Gründern Zugang zu diesem verschafft.

Start-ups können mit Venture Debt Finanzierungslücken füllen

Eine andere Methode, um an Geld für die Existenzgründung zu gelangen, ist durch Venture Debt. Insbesondere während der aktuellen Corona-Krise sind viele Unternehmen in Schwierigkeiten, da ihnen die Umsätze wegbrechen, Probleme mit der Liquidität bestehen und die Suche nach Investoren sich schwierig gestaltet. Damit das Geld nicht knapp wird und Finanzierungslücken überbrückt werden können, nutzen immer mehr Start-ups die Finanzierung durch Venture Debt. Diese wird von speziellen Firmen in Form von Kreditverträgen oder Inhaberschuldverschreibungen mit mittelfristigen Laufzeiten und einem festgelegten Zins angeboten. Ist dieser niedrig genug, können Start-ups über eine solche Finanzierung günstig an Geld kommen. Es sollte jedoch beachtet werden, dass sich Venture-Debt-Firmen meist die Optionen sichern wollen, einen Teil des geliehenen Geldes später in Eigenkapital umzuwandeln und Anteile am Unternehmen zu erwerben, um später beim Exit vom Gewinn zu profitieren. Die Konditionen für diese sogenannten Warrants, welche auch unter Optionsscheine (externer Link) bekannt sind, werden beim Abschluss des Kredits festgelegt. Grundlage für diese bilden die Basisdaten der letzten Finanzierungsrunde. Bei der Finanzierung mit Venture Debt handelt es sich also nicht wie bei Venture Capital um ein Investment mit Eigenkapital, sondern um eine Finanzierung mit Fremdkapital.

Die Finanzierung mit Venture Debt ist jedoch nicht für jedes Start-up gleichermaßen geeignet. Diese Art der Finanzierung richtet sich insbesondere an schnellwachsende Unternehmen, die durch Finanzierungsrunden bereits Kapital von Investoren eingesammelt haben und etwas Erfahrung mitbringen. Dies liegt daran, dass sich bei der Vergabe von Venture Debt an Vergangenheitswerten (z. B. skalierbares Geschäftsmodell, wachsender Kundenstamm und erfahrenes Management-Team) orientiert wird, welche bei jungen Existenzgründungen, die gerade erst gestartet haben, noch nicht ausreichend vorhanden sind. Auch ist es für den Venture-Debt-Finanzierer ein Qualitätsbeweis, wenn bereits renommierte VC-Investoren die Unternehmensgründung mit weiterem Kapital unterstützen. Venture-Debt-Finanzierungen werden zudem meist dafür genutzt, die Zeit bis zur nächsten Finanzierungsrunde zu überbrücken. So können wichtige Meilensteine erreicht werden, was zu einer höheren Bewertung des Start-ups für eine neue Finanzierungsrunde führt.

Venture Debt als sinnvolle Alternative für Start-ups während der Corona-Krise

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass beide Finanzierungsarten sowohl Vor- als auch Nachteile aufweisen und diese je nach Situation des Start-ups eingesetzt werden sollten. Während Risikokapital auch frische Start-ups nutzen können, ist die Finanzierung durch Venture Debt bevorzugt Existenzgründungen vorbehalten, die bereits einige Finanzierungsrunden erfolgreich abgeschlossen haben und Venture Debt als ergänzende Finanzierung nutzen wollen. Dies gibt ihnen die Möglichkeit, die Existenzgründung in die nächste Phase zu überführen, ohne dass Unternehmensanteile – wie bei einer Finanzierung durch Venture Capital – abgegeben werden müssen. Gerade jetzt während der aktuell andauernden Corona-Pandemie eignet sich Venture Debt als Zusatzfinanzierung für Unternehmensgründungen, die mit Umsatzausfällen kämpfen müssen und Schwierigkeiten haben, einen Investor zu finden, der bereit ist, Venture Capital nachzuschießen.

Existenzgründungsberatung sinnvoll für Gründer und bestehende Unternehmen

Aller Anfang ist schwer. Um ein erfolgreiches Geschäftsmodell hochzuziehen, sollten Existenzgründer, die sich selbstständig machen wollen, die Vorteile einer Existenzgründungsberatung nutzen. Bei dieser steht ein Gründungsexperte bei Fragen stets zur Seite und hilft z. B. bei der Businessplan-Erstellung oder der Ermittlung von Finanzierungsquellen.

Eine Unternehmensberatung kann aber auch von bereits bestehenden Unternehmen genutzt werden, indem beispielsweise der Finanzplan überarbeitet wird oder Fragen zur Marketingstrategie beantwortet werden.

Mit einer professionellen Beratung steigen in jeden Falle die Chancen auf ein erfolgreiches Geschäftsmodell. Und wer weiß, vielleicht wird aus dem Unternehmen ja das nächste Einhorn. Die passende Beratung, für welche es auch Fördermittel gibt, finden Sie hier unter Beratersuche.

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