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Eine Frau sitzt an einem Laptop und arbeitet.

Die Zahl der Existenzgründerinnen im gewerblichen Bereich ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Dies ist ein Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn (IfM). Warum dies so ist und welche Merkmale Existenzgründungen von Frauen haben, hat die Studie untersucht.

Existenzgründerinnen-Rückgang von zwei Faktoren bestimmt

Die Anzahl an gewerblichen Existenzgründungen ist zwischen 2008 und 2018 um rund ein Drittel gesunken. Zu diesem Rückgang haben den Experten der Studie zufolge Frauen relativ gesehen stärker beigetragen als Männer. Dies drückt sich auch darin aus, dass der Frauenanteil an Existenzgründungen von gewerblichen Einzelunternehmen von 33,2 % auf 28,8 % gesunken ist.

Dr. Rosemarie Kay, stellvertretende Geschäftsführerin des IfM Bonn, macht für den Gründerinnen-Rückgang zwei Hauptfaktoren verantwortlich: Zum einen die tendenziell niedrigere Risikoneigung von Frauen, die dazu führt, dass diese eine abhängige Beschäftigung einer Existenzgründung bevorzugen. Zum anderen der Wegfall der beschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit für Gründer der acht ost- und mitteleuropäischen EU-Beitrittsstaaten und der zwei EU-Beitrittsstaaten von 2007 (Rumänien und Bulgarien). Laut Kay war der Anteil an Existenzgründern unter diesen Bürgern bis 2013 sehr hoch. Seit dem Wegfall sei die Gründungsneigung stark gesunken – insbesondere unter den Frauen.

Eigenschaften von weiblichen Existenzgründungen

Die Studie untersuchte neben der Anzahl auch Merkmale der von Frauen geführten Unternehmen. Demzufolge lässt sich feststellen, dass weibliche Existenzgründungen ein ebenso großes Innovationspotenzial besitzen wie die von Männern gegründeten Unternehmen. Zudem fand die Studie heraus, dass die beiden Geschlechter in Bezug auf die Unternehmensgröße fast gleichauf sind.

Interessant ist auch, dass Existenzgründerinnen sich zunehmend in Wirtschaftszweigen wie dem produzierenden Gewerbe selbstständig machen. Bislang galt dieses Segment als nicht „frauentypisch“.

Über die Existenzgründerinnen-Studie

Für die Studie wurden ausschließlich Existenzgründungen in der Rechtsform eines Einzelunternehmens betrachtet. Diese Rechtsform machte 73,3 % bzw. 73,4 % aller Existenzgründungen im Jahr 2017 bzw. 2018 aus.

Frauen, die sich selbstständig machen und gut vorbereitet sein wollen, können vor oder nach der Unternehmensgründung bestimmte Fördermittel beantragen. Welche Förderungen individuell möglich sind, kann mit dem kostenfreien Fördermittelcheck geprüft werden.

Die vollständige Studie kann auf der Website des IfM Bonn (externer PDF-Link) heruntergeladen werden.

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