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Who When Where How Why What

Wer ein Unternehmen gründet, plant in der Regel auch mittel- bis langfristig eigene Mitarbeiter einzustellen. Einzige Ausnahme stellt die Gruppe der Solo-Selbständigen dar, die beispielsweise als Einzelunternehmer oder Freiberufler ohne Mitarbeiter tätig sind. Für alle anderen ist das Employer Branding von Beginn an ein wichtiges Thema für den Erfolg ihres Start-ups. Hierbei handelt es sich um die Bildung einer Arbeitgebermarke, sprich die zukünftigen Mitarbeiter nehmen das Unternehmen als potenziellen sowie attraktiven Arbeitgeber wahr. Gerade in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels gewinnt das Employer Branding an Relevanz.

Was ist Employer Branding?

Die Markenbildung sollte jedem Gründer ein Begriff sein, denn sie ist eine wichtige Erfolgsgrundlage für jedes Unternehmen. Allerdings handelt es sich dabei eben nicht nur um das klassische Marketing, welches potenzielle Kunden als Zielgruppe hat, sondern auch um das Employer Branding. Über eine attraktive Arbeitgebermarke sollen dabei Mitarbeiter angeworben werden. In diesem Fall stellen also Fachkräfte die Zielgruppe dar, welche zum Start-up passen könnten und hier eventuell arbeiten möchten. Sie müssen demnach entweder gerade auf Jobsuche sein oder zumindest wechselbereit. Beim Employer Branding geht es also darum, diese Zielgruppe zu erreichen, dort Bekanntheit als Marke zu erlangen und damit ein positives Bild zu verknüpfen. Bestenfalls ergreifen die Fachkräfte daraufhin von selbst die Initiative und bewerben sich.

Warum ist die Arbeitgebermarke wichtig?

 Dass das Employer Branding derzeit an Bedeutung gewinnt, liegt daran, dass in Deutschland ein zunehmender Fachkräftemangel herrscht (externer Link). In immer mehr Branchen fehlt es an qualifizierten Fachkräften und somit ist ein regelrechter „War for Talents“ entbrannt. Gerade ein junges und noch eher kleines Unternehmen hat hierbei oft Schwierigkeiten, sich gegen die größere sowie bekanntere Konkurrenz durchzusetzen. Schließlich kann diese ihren Mitarbeitern mehr bieten, sei es finanziell oder hinsichtlich ihrer Karriereperspektiven. Gerade für Start-ups und KMUs ist das Employer Branding also ungemein wichtig, um überhaupt ausreichend qualifizierte Mitarbeiter gewinnen und diese auch langfristig halten zu können. Wer den Schritt „selbstständig machen“ gemacht hat und denkt, er könne zu Beginn an dieser Stelle sparen, der hat sich mächtig getäuscht. Denn gerade zu Beginn, wenn das Unternehmen noch klein sowie unbekannt ist und potenziellen Mitarbeitern nur wenig zu bieten hat, ist das Employer Branding wichtiger denn je.

Wie viel kostet das Employer Branding?

Viele Gründer machen den Fehler, im Employer Branding erst einmal nur einen Kostenfaktor zu sehen – und gerade zu Beginn lautet die Devise oft noch: Sparen, wo es nur geht! Allerdings kann man auch an der falschen Stelle sparen und genau das sollte bei der Arbeitgebermarke nicht geschehen. Aber es gibt eine gute Nachricht, und zwar, dass das Employer Branding nicht viel kosten muss. Schon kleine Maßnahmen können nämlich große Erfolge erzielen. Zudem bedeuten diese nicht unbedingt Mehrkosten, sondern wer den Aspekt der Arbeitgebermarke von Beginn an berücksichtigt, der verteilt seine Ausgaben schlichtweg ein bisschen anders, genauer gesagt sinnvoller.

Ein Beispiel hierfür ist die Einrichtung des Büros. Diese muss ohnehin bezahlt werden, wieso also nicht gleich auf eine moderne sowie ergonomische Einrichtung mit Möglichkeiten zum flexiblen Arbeiten setzen? Preislich macht das kaum einen Unterschied, durchaus aber für die Arbeitsatmosphäre und somit für die eigene Qualität als Arbeitgeber. Ein weiteres Beispiel ist die Standortwahl: Wieso nicht gleich den bestmöglichen Standort wählen, der sowohl für Kunden als auch Mitarbeiter leicht zu erreichen und „attraktiv“ ist? Diese zwei Beispiele machen deutlich, dass das Employer Branding von Beginn an bei sämtlichen Entscheidungen einfließen sollte – und gerade dann nicht unbedingt (hohe) Mehrkosten bedeuten muss. Stattdessen entfaltet es umso mehr Wirkung, je ganzheitlicher es umgesetzt wird.

Mögliche Maßnahmen für Start-ups

Dass jede Existenzgründung ins Employer Branding investieren sollte, bedeutet also nicht unbedingt eine große Image-Kampagne oder andere quasi unbezahlbare Maßnahmen, wie sie von internationalen Großkonzernen betrieben werden. Dennoch können sie viel für ihre Arbeitgebermarke tun und somit ihre Weichen auf Erfolg stellen. Denn qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sind einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für jedes Unternehmen. Folgende Maßnahmen lassen sich also relativ simpel und kostengünstig, jedoch sehr effektiv umsetzen:

  • Leitbild: Die Grundlage für jede Marke ist ein Leitbild – das gilt ebenso im klassischen Marketing wie auch im Employer Branding. Noch bevor irgendeine konkrete Entscheidung getroffen wird, muss daher dieses Leitbild entwickelt werden. Dabei gilt es, Fragen zu beantworten wie: „Wofür steht unser Unternehmen?“, „Was ist uns wichtig?“, „Was bieten wir unseren Mitarbeitern?“ oder auch „Was hebt uns von der Konkurrenz ab?“. Die Unternehmensgründung muss ein klares Bild davon entwickeln, wie es als Arbeitgeber wahrgenommen werden möchte. Jedes Zahnrad muss dabei wie in einem Uhrwerk ineinandergreifen. Das bedeutetet: Je einheitlicher das Image des Unternehmens – nicht nur als Arbeitgeber – wahrgenommen wird, umso glaubhafter und wirksamer ist das Employer Branding. Wer als Arbeitgeber für Nachhaltigkeit stehen möchte, darf also keine Schlagzeilen als Umweltsünder machen, um ein Beispiel zur Veranschaulichung zu nennen. Die Arbeitgebermarke ist daher eng verknüpft mit dem Marketing und muss sich ebenfalls am Leitbild orientieren. Dennoch dürfen zusätzliche Ziele für das Employer Branding definiert werden, welche sich speziell auf die Funktion als Arbeitgeber beziehen. Anschließend gilt es natürlich, dieses Leitbild auch offen zu kommunizieren, sei es auf der hauseigenen Karriereseite, in Stellenanzeigen, Social Media & Co.
  • Nachhaltigkeit: Um bei dem genannten Beispiel zu bleiben: Die Nachhaltigkeit ist für viele, vor allem junge Menschen ein zunehmend wichtiges Thema. Sie möchten mit ihrer Arbeit einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten – oder die Situation zumindest nicht verschlimmern. Sich als nachhaltiges Unternehmen zu präsentieren, beginnt also dabei, tatsächlich zu einem solchen zu werden (externer Link). Denn wenn das Gesagte nicht mit der Realität übereinstimmt, merken das die Mitarbeiter spätestens an ihrem ersten Arbeitstag. Das bringt unzufriedene Mitarbeiter und eine hohe Fluktuation mit sich. Bei allen Versprechen im Employer Branding gilt also: Authentizität ist das A und O (externer Link). Hier bedeutet das, im ersten Schritt mehr Nachhaltigkeit ins Büro zu bringen und im zweiten Schritt aktiv damit zu „werben“, zum Beispiel in den Stellenausschreibungen. Ein weiterer Bereich, mit dem ein positives Arbeitgeberimage aufgebaut werden kann, sind nachhaltige Werbeartikel (externer Link zu Trends und Fakten). Hier kann zum Beispiel der Verzicht auf Plastik hervorgehoben werden.
  • Flexible Arbeitsmodelle: Kein Start-up kann mit den finanziellen Mitteln, der Bekanntheit oder den Karriereperspektiven eines internationalen Großkonzerns mithalten. Muss es aber auch nicht, denn nicht jede Fachkraft möchte bei einem solchen arbeiten. Stattdessen bringen auch KMU ihre besonderen Vorzüge mit sich, welche für viele Arbeitnehmer attraktiv(er) sind. Es gilt deshalb, sich auf die Alleinstellungsmerkmale zu konzentrieren und somit von der Konkurrenz abzuheben, anstatt dieser nacheifern zu wollen. So bietet das Start-up vielleicht nur (unter-) durchschnittliche Gehälter, dafür aber flexible Arbeitsmodelle, die eine bessere Work-Life-Balance sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie erlauben. Diese Flexibilität steht vor allem bei jungen Generationen hoch im Kurs und ist vielen potenziellen Mitarbeitern sogar wichtiger als das Einkommen.
  • Benefits: Auch weitere Benefits können dem Employer Branding dienen, zum Beispiel das Stellen eines Geschäftswagens, die Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld, mehr Urlaubstage pro Jahr, Möglichkeiten zu einem Sabbatical (externer Link), eine kostenlose Kantine, die Kostenübernahme von Weiterbildungen, Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements und so weiter.
  • Eigenverantwortung: Viele Mitarbeiter schätzen zudem ein hohes Maß an Eigenverantwortung, das in Start-ups nicht nur möglich, sondern sogar unverzichtbar ist. Denn hier gibt es oft nur ein bis zwei Mitarbeiter pro Fachbereich und somit haben diese viel Verantwortung – mehr, als wenn sie nur Angestellter XY bei einem Großunternehmen wären. Die flachen Hierarchien und dieses hohes Maß an Selbstverantwortung sowie die Möglichkeit zur persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung wiegen ebenfalls für viele Fachkräfte schwer bei der Entscheidung für ihren Arbeitgeber.

Zu guter Letzt: Fazit

Damit ist die Liste noch lange nicht zu Ende. Wichtig ist also, nicht die Konkurrenz übertreffen zu wollen, sondern gezielt Unterschiede zu dieser herauszufiltern und die eigenen Alleinstellungsmerkmale hervorzuheben. Dann kann das Employer Branding auch als Start-up funktionieren. Und ein erfolgreiches Employer Branding spart sogar mehr Geld, als dass es kostet, denn es verringert die Ausgaben für die Personalbeschaffung oder eine hohe Mitarbeiterfluktuation. Viele Menschen möchten gerne für ein Start-up arbeiten und mit diesem wachsen – nur müssen diese eben erreicht und überzeugt werden. Denn mit solchen motivierten sowie loyalen Mitarbeitern ist eine wichtige Grundlage für langfristigen unternehmerischen Erfolg geschaffen. Genau deshalb ist das Employer Brandig von Beginn an wichtig!

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