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Deutschland profitiert

Eine neue Studie der KFW Economic Research bringt Neuigkeiten, die ambivalente Folgen vorhersagen lassen. Im letzten Jahr wertete der Euro im Vergleich mit den Währungen der 38 wichtigsten Handelspartner um knapp 10% ab, gegenüber dem US-Dollar sogar um fast 20%. Was zunächst nach einer durchweg negativen Entwicklung klingen mag, bringt jedoch auch positive Effekte für einige EU-Mitgliedsstaaten.

Zwar werden Reisen aus Europa in die USA teurer und auch bei Elektronik aus Asien ist mit einem Preisanstieg zu rechnen, im Gegenzug werden jedoch europäische Exportgüter günstiger. Dies führt prinzipiell zu einem erhöhten Export- und somit auch Wirtschaftswachstum in der EU. Inwieweit diese positiven Auswirkungen allerdings für die einzelnen Staaten Europas zu spüren sind, variiert stark: Staaten, die Exportlieferungen überwiegend in Länder außerhalb der Eurozone tätigen, werden mehr profitieren als EU-Mitgliedesstaaten, die vor allem innerhalb der Eurozone mit Waren handeln.

Zudem wird das Wirtschaftswachstum eventuell dadurch gebremst, dass Importe, die von außerhalb Europas kommen, teurer werden. Inwieweit ein Land diesem Negativtrend gegensteuern kann, hängt davon ab, in welchen Ausmaß außereuropäische Importgüter durch europäische Produkte ersetzt werden können. Die Umstellung auf den Import von Waren aus Ländern innerhalb der EU könnte also eine eventuelle schlechte Folge auffangen.

Ob die Auswirkungen des schwachen Euros positiv oder negativ ausfallen, ist demzufolge durch die Import- und Exportstruktur des jeweiligen EU-Mitgliedstaates bedingt. Wird viel ins Ausland exportiert, aber wenig von dort importiert, lässt sich ein positiver Wechselkurseffekt vorhersagen. Umgekehrt verhält es sich mit EU-Ländern, die wenig exportieren, aber viel aus dem EU-Umland importieren.

Die gute Nachricht für Deutschland: Hier liegt der Prozentanteil des Warenexports mit 24% über dem Wert der Importe (17%). Demzufolge ist in Deutschland mit einem Wachstumsimpuls durch die Euro-Abwertung zu rechnen.

Diagramm: Warenimport und -export

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