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Eine Frau sitzt an ihrem Laptop und arbeitet.

Die Anzahl der Existenzgründerinnen nimmt laut dem aktuellen Female Founders Monitor (externer PDF-Link) in Deutschland weiter zu: Während 2014 lediglich nur knapp 10 % aller Gründer weiblich waren, stieg die Gründerinnen-Quote 2018 bereits auf 15,1 % und 2019 sogar auf 15,7 %. Dennoch ist ihr Anteil an allen Existenzgründungen verhältnismäßig gering. Kein Wunder, denn Gründerinnen sind im Vergleich zu ihren männlichen Mitstreitern besonderen Herausforderungen ausgesetzt.

Diesen gilt es ins Auge zu blicken. Denn die geringe Gründerinnenanzahl spiegelt wieder, was wir von der Führungsetage der großen Unternehmen bereits kennen: Frauen sind unterrepräsentiert und trotz eingeführten Maßnahmen ändert sich nur wenig. Die Start-up-Szene hat also hier dringend Nachholbedarf nötig. Um eine Existenzgründung für Frauen leichter zu machen und Gründerinnen gut auf die Selbstständigkeit vorzubereiten, haben wir folgend zusammengetragen, welche Fragen besser vorab geklärt werden sollten.

Die Rolle als Gründerin und Unternehmerin

Existenzgründerinnen, die noch nicht wissen, ob eine Unternehmensgründung das Richtige für sie ist, sollten sich fragen, welche beruflichen und privaten Ziele zukünftig erreicht werden sollen. Passt eine Existenzgründung gerade in das Lebenskonzept oder ist das Angestelltenverhältnis doch die bessere Alternative? Eine wichtige Hilfe bei der Entscheidung kann der Austausch mit erfolgreichen Existenzgründerinnen sein. Mit diesen kann in einem persönlichen Gespräch über die Vor- und Nachteile einer Unternehmensgründung gesprochen werden.

Entschlossene Gründerinnen hingegen sollten sich überlegen, wie Sie den Schritt „selbstständig machen“ starten. Fragen, die zukünftige Selbstständige hier beantworten müssen, sind: Welche Maßnahmen und Strategien muss ich auf den Weg bringen, damit meine Gründung erfolgreich wird? Wie sieht mein Plan B aus, wenn es brenzlig wird? Und wie gewinne ich meine Kunden? Allgemeine Antworten dazu und erste Ideen erhalten Gründerinnen sowohl von Gründern als auch aus entsprechenden Büchern und Gründerblogs.

Lesetipp: Selbstständig machen: Von der Entwicklung der Geschäftsidee bis zur Kundenakquise nach der Existenzgründung

Die ersten Schritte auf dem Weg zur Existenzgründung

Steht der Entschluss fest, eine Unternehmensgründung zu starten, geht es an das Thema Vorbereitung. Vor dieser sollten sich Gründerinnen jedoch fragen: Verfüge ich über die nötigen Qualifikationen, die es für eine Unternehmensgründung braucht? Wo gibt es noch Wissenslücken? Wer kann mir helfen, diese zu füllen? Nicht jeder ist mit einem “Unternehmergen” geboren und kennt alle Hürden und Stolpersteine bei einer Gründung. Daher ist es verständlich, vor dem Sprung ins kalte Wasser externe Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der stetige Austausch mit erfolgreichen Gründern und der Aufbau eines Business-Netzwerks sind dabei ebenso wichtig wie die Zusammenarbeit mit einer Existenzgründungsberatung und einer Steuerberaterung (Service-Tipp: Steuerberater finden). Gründerinnen können durch den Austausch schnell herausfinden, ob das Thema selbstständig machen bei ihnen auf Gegenliebe stößt oder ob die ersten Gründer- und Unternehmerprobleme doch eher angsteinflößend sind.

Zeitplan-Erstellung als wichtige Managementaufgabe 

Gründerinnen, die die Dreifachbelastung von Haushalt, Familie und der Selbständigkeit unter einen Hut bringen müssen, sollten ihre Zeit gut einteilen. Daher ist ein konsequentes Zeitmanagement für Existenzgründerinnen unumgänglich. Die Fragen, die Gründerinnen dabei zunächst für sich beantworten sollten sind: Schaffe ich es, einen Tages- bzw. Wochenplan zu erstellen, der meine Bedürfnisse und die meiner Familie vereint? Habe ich eine Vertretung, falls ich einmal ausfallen sollte? Was passiert mit meiner Existenzgründung, wenn ich eine Auszeit benötige? Mit einem entsprechenden Sicherheitsnetz von Personen, die z. B. im Krankheitsfall oder im Urlaub einspringen, lässt es sich leichter gründen. Zudem können so im Ernstfall größere Nachteile für die eigene Existenzgründung vermieden werden. Daher sollten die oben genannten Fragen vorab geklärt werden, sodass die Fortführung der Existenzgründung auch bei eigener Handlungsunfähigkeit ermöglicht wird.

Koordination von Existenzgründung, familiären Pflichten und Kinderbetreuung

Die Planung einer Existenzgründung ist neben dem Nachgehen von familiären Pflichten keine leichte Aufgabe — insbesondere dann, wenn auch noch kleine Kinder betreut werden müssen. Das Arbeiten von zu Hause aus ermöglicht Gründerinnen, diese Aufgaben besser zu koordinieren. Bevor mit der Gründung begonnen und womöglich der Schritt zum Gewerbeamt gewagt wird (Gewerbeanmeldung), ist zu klären, ob sich die eigene Wohnung überhaupt als Arbeitsplatz eignet und und wer bei der Kinderbetreuung unterstützen kann. Gründerinnen sollten sich fragen: Gibt es jemanden innerhalb der Familie? Oder sollte ich doch besser Freunde oder ein „Kindermädchen“ zur Unterstützung suchen? Ohne die Zustimmung der Familie ist besonders für Gründerinnen der Schritt in die Selbstständigkeit schwierig. Daher ist sicherzustellen, ob die Familie hinter der Gründung steht und hilft, diese voranzubringen. Mit einem offenen Partner an der Seite gelingt die Vereinbarkeit von Selbstständigkeit und Familie sicher leichter. Allerdings dominiert meist noch das konservative Rollenbild des männlichen Versorgers. Daher starten Frauen häufig eine Teilzeitgründung (Nebenerwerb). So haben sie zwar einerseits die Flexibilität, die sie für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf benötigen, andererseits ist das Gehalt jedoch meist sehr gering.

Es wird deutlich, dass es Existenzgründerinnen schwerer haben, eine Unternehmensgründung zu starten als ihre männlichen Kollegen. Umso wichtiger ist es, sich daher in den verschiedenen Bereichen abzusichern (z. B. Finanzierung) und einzelne Fragen vorab zu klären. Dabei sollten sich Gründerinnen nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen z. B. in Form einer Existenzgründungsberatung. Auch sollte ein Businessplan erstellt werden. Um die Beratungskosten müssen sich Gründerinnen auch keine Gedanken machen, denn eine solche Beratung kann je nach Bundesland mit bis zu 70 % der Kosten gefördert werden (Service-Tipps: Fördermittel-Check und Berater/Coach finden).

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