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Zwei Frauen sitzen auf einem Sofa. Eine von ihnen hält ein Baby in ihrem Arm.

Um Kopfverformungen bei Babys vorzubeugen, entwickelte eine Ärztin aus NRW mit ihren Kollegen ein spezielles Kopfkissen. Erst im September waren sie in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ zu sehen. Doch obwohl aus dem Deal nichts wurde, glauben die Gründer fest an ihre Geschäftsidee. Im Interview verrät eine Mitgründerin, wie die Idee entstand, welche Tipps sie für Gründer haben und was sie von dem TV-Auftritt mitgenommen haben.

Hallo Frau Klingen, können Sie sich und Ihre Geschäftsidee kurz vorstellen?

Wir von „Kluba Medical“ entwickeln Produkte für die Babygesundheit sowie -sicherheit und bieten Lösungen, um den Familienalltag einfacher und sorgenfreier zu gestalten.

Unser patentiertes Medizinprodukt, der „Medibino-Babykopfschutz“, ist ein ergonomisches Babykissen, das einfach zu handhaben ist und das empfindliche Köpfchen von Neugeborenen in den ersten Lebensmonaten vor lagebedingten Verformungen schützt. Das ist wichtig, weil die Schädeldecke anfangs noch sehr weich ist, die Babys sich wenig bewegen und viel schlafen.

Unser Medibino ist ein weicher Lagerungsring mit speziellen ergonomischen Eigenschaften, der die strengen Anforderungen an ein Medizinprodukt erfüllt. Das Einzigartige an unserem Babykopfschutz ist, dass er sich durch den Klettverschluss exakt dem Babykopf anpasst und mitwächst. Damit ist nur ein einziges Produkt für den gesamten Anwendungszeitraum notwendig.  Es müssen weder andere Größen nachgekauft noch Füllmaterial nachgestopft werden. Was den Medibino außerdem einzigartig macht, ist die spezielle Ringform. Durch seine handliche Größe eignet sich der Babykopfschutz auch ideal für unterwegs wie z.B. im Kinderwagen.

Wie sind Sie auf diese Geschäftsidee gekommen?

Seitdem sich Mitte der 90er Jahre die Empfehlung zur Rückenlage für den sicheren Babyschlaf mehr und mehr durchsetzt, ist leider auch die Anzahl an Kindern, die von lagebedingten Kopfverformungen betroffen sind, gestiegen.

Dies erlebte meine Mitgründerin Dr. Dr. Susanne Kluba selbst hautnah bei ihrer Arbeit als Spezialistin für die Behandlung betroffener Kinder. Seitdem sie die Helmsprechstunde in der Universitätsklinik Tübingen aufbaute, kamen immer mehr Kinder mit lagebedingten Kopfverformungen zu ihr.

Neueren Studien zufolge sind bis zu 45 % der Säuglinge in den ersten Lebensmonaten betroffen. Susanne wunderte sich, warum sich keine funktionierende Lösung zur Prophylaxe auf dem Markt etabliert hatte. Daher fing sie an, einen eigenen Babykopfschutz zu entwickeln. Sie kam im Rahmen eines anderen Medizintechnikprojekts mit mir und Dr. Mirko Stange in Kontakt.

Ich bin selbst Mutter von zwei Kindern und möchte sie bestmöglich schützen. Daher war ich für das Thema sensibilisiert und dankbar für eine Lösung. Damit trafen Susannes medizinische und meine Produktentwicklungskompetenz aufeinander und die Geschäftsidee wurde konkreter. Wir haben dann nicht lange gezögert und auf Basis unserer Synergien, der klinischen und unternehmerischen Kompetenz, unsere Existenzgründung gestartet. Nach erfolgreicher Patentierung haben wir im August 2018 die Zulassung als Medizinprodukt bekommen. Seit September 2018 können Eltern unseren Medibino-Babykopfschutz erwerben.

Wie sah Ihr Alltag vor der Unternehmensgründung aus?

Auch vor der Unternehmensgründung der Kluba Medical GmbH habe ich erste Erfahrungen mit dem Thema „selbstständig machen“ sammeln können, indem ich mich mit Innovationsprozessen und innovativen Produkten im Bereich Life Sciences/Medizintechnik befasst hatte. Vor rund 10 Jahren habe ich mein erstes Start-up im Bereich Krebsdiagnostik gemeinsam mit einem Team von Wissenschaftlern aus der Uniklinik Düsseldorf gegründet. So bin ich in der Medizintechnik gelandet und gerne dort geblieben. Die letzten Jahre habe ich als Beraterin andere Unternehmen, sowohl Mittelständler als auch Start-ups, beim Unternehmensaufbau, den Innovationsprozessen und den Produktentwicklungen begleitet.

Wie lange hat die Planung und Umsetzung von „Medibino“ gedauert?

Von der ersten Idee bis zur Marktzulassung sind rund drei Jahre vergangen. Das mag sich allgemein vielleicht nach einer langen Zeit anhören, ist aber bei Medizinprodukten nicht ungewöhnlich, da insbesondere der intensive Zulassungsprozess viel Zeit und Ressourcen in Anspruch nimmt.

Was waren bisher Ihre größten Herausforderungen bei der Existenzgründung?

Zu unseren größten Herausforderungen gehörte zunächst die Entwicklung unseres Produktes im Hinblick auf eine wirksame Druckentlastung des Babykopfes, eine hohe Flexibilität und ein maximales Maß an Sicherheit. Auch hatten wir die teilweise beschwerliche Suche nach einem geeigneten Hersteller zu bewältigen, der die hohen Anforderungen an ein Medizinprodukt sowie an die bereits genannten wünschenswerten Eigenschaften unseres Medibino, was z. B. die Form oder die Materialien betrifft, perfekt erfüllen konnte. Hinzu kam auch der langwierige und teils komplizierte Prozess der Zulassung unseres Medibino als Medizinprodukt. Aber mit der Unterstützung zuverlässiger Partner an unserer Seite haben wir dies gemeistert.

Ein anderes Thema, das uns insbesondere am Anfang ebenfalls vor gewisse Herausforderungen gestellt hat, war die Suche nach passenden Investoren, die uns neben ihrer finanziellen Hilfe auch mit Know-how und relevanten Kontakten unterstützen können. Heute haben wir nicht nur einen engagierten Business Angel, der stets an uns geglaubt hat, sondern durch unsere erfolgreiche Crowdinvesting-Kampagne auch eine ganze Menge Privatinvestoren mit an Bord.

Haben Sie an Gründerwettbewerben teilgenommen?

Ja, wir haben an verschiedenen Gründerwettbewerben teilgenommen. Uns haben diese Wettbewerbe insbesondere in der Anfangsphase unseres Unternehmerdaseins vorangebracht, wie z. B. in folgenden Situationen:

Bei der Überarbeitung und Anpassung unseres Businessplans im Rahmen eines Businessplan-Wettbewerbes haben wir unsere Geschäftsidee, unser Geschäftsmodell und unsere Herangehensweise in einigen Punkten kritisch hinterfragt und durch das Feedback der Gutachter den ein oder anderen Stoß in die richtige Richtung bekommen.

Auch konnten wir uns bei vielen Pitch-Veranstaltungen bei den Gründerwettbewerben mit anderen Existenzgründern messen und uns vor einem großen Publikum live beweisen. Dies war nicht nur spannend, sondern hat uns einen enormen Motivationsschub gebracht, da unsere Geschäftsidee sowohl beim Fachpublikum als auch bei anderen Gründern sehr gut ankam. Der Kontakt zu anderen Start-ups, der dadurch entstand, besteht bis heute und der Austausch untereinander ist sehr wertvoll.

Wenn man über einen längeren Zeitraum (neben dem normalen Tagesgeschäft) gemeinsam auf das Ziel hinarbeitet, am Ende eines Gründerwettbewerbes ganz oben auf dem Treppchen zu stehen, bringt dies das Team noch näher zusammen.

Was hat sich nach der Teilnahme an der Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“ für Sie geändert?

Unsere Motivation und unser Ansporn sind durch unsere Teilnahme bei „Die Höhle der Löwen“ weiter gestiegen. Unser Auftritt hat uns stärker gemacht, auch wenn es mit einem Deal leider nicht geklappt hat. Wir sehen es sportlich: Es war spannend, die Sendung mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen. Zudem freuen wir uns riesig, mit unserem Auftritt die Aufmerksamkeit auf unser Produkt gesteigert zu haben und damit auch unseren Umsatz. Außerdem haben wir unseren Babykopfschutz den Menschen näher gebracht und hoffen damit, möglichst viele Kinder vor dem Risiko einer Kopfverformung zu schützen.

Für uns als noch relativ junges Unternehmen war unsere Teilnahme ein wichtiger Schritt, da wir nicht nur in der Sendung, sondern auch auf dem langen Weg dorthin neue Erfahrungen gesammelt und weitere Erkenntnisse gewonnen haben. Nach der Sendung haben wir uns als Team zusammengesetzt und unsere Arbeit aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, was insbesondere für Start-ups unerlässlich ist. Wir haben uns Fragen gestellt wie z. B.: Was haben wir aufgebaut? Was haben wir bereits geschafft? Was funktioniert gut? Und wo sehen wir Verbesserungspotenzial? Wir sind nach wie vor von unserem Produkt überzeugt. Daran kann auch eine Absage der Löwen nichts ändern. Wenn wir mit unserem Medibino helfen können, für ein gesundes und sicheres Kopfwachstum zu sorgen und somit die Babygesundheit aktiv zu unterstützen, haben wir schon viel erreicht!

Haben Sie einen Businessplan erstellt?

Ja, wir haben einen Businessplan erstellt.

Wenn ja, haben Sie dafür eine Förderung beansprucht?

Nein, für die reine Businessplan-Erstellung haben wir keine Fördermittel in Anspruch genommen.

Haben Sie Fremdkapital für die Existenzgründung beansprucht?

Nein, wir haben bisher kein klassisches Fremdkapital für unsere Existenzgründung beansprucht, sondern haben aus unseren Privatvermögen die benötigten Mittel z. B. für die Unternehmensgründung, Patentanmeldung sowie die erste Entwicklungsphase bereitgestellt. Ende 2016 konnten wir dann einen Business Angel für uns gewinnen, der Eigenkapital für der Produktentwicklung und Zulassung zur Verfügung stellte. Mitte dieses Jahres haben wir unser Crowdinvesting erfolgreich abgeschlossen. Das Kapital wird benötigt um Marketing und Vertrieb voranzubringen und weitere Produkte zu entwickeln.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Wir möchten innerhalb der nächsten fünf Jahre unser Leitprodukt, den Medibino-Babykopfschutz, erfolgreich im internationalen Markt positionieren, um Babys aus aller Welt vor Kopfverformungen zu schützen. Wir haben bereits zum jetzigen Zeitpunkt weitere Entwicklungen in der Pipeline und werden unser Produktsortiment rund um die Babygesundheit und -sicherheit ausbauen. Unser Ziel ist es, die Kluba Medical GmbH zu einem Systemanbieter für die Baby- und Kleinkindergesundheit weiterzuentwickeln.

Welche Vorbilder aus der Gründerszene haben Sie?

Mich inspirieren Unternehmer und Gründer, die mutig ihre bekannten Pfade verlassen, für ihre Ideen einstehen und diese gegen Widerstände von außen umsetzen. Auch imponieren mir Gründer, die scheitern und trotzdem visionär und optimistisch weitermachen und auch mal unpopuläre Entscheidungen treffen wie beispielsweise Max Levchin, Melissa Ben-Ishay und Lea-Sophie Cramer. Darüber hinaus kann ich mich für innovative Produkte begeistern, bei denen „out-of-the-box“ gedacht und wirklich ein echter Bedarf getroffen wurde. Zwei Beispiele, wo ich auch selber zu den begeisterten Nutzern zähle, sind die Tonie Box von Patric Faßbender und Marcus Stahl sowie die Wildling Schuhe von Anna Jona, die ich vor kurzem beim Netzwerktreffen eines Businessplanwettbewerbs persönlich kennenlernen durfte.

Ihre Tipps für Existenzgründer

Aus unserer Erfahrung haben wir gelernt, dass drei Schritte für den Weg zum Erfolg essenziell sind: Fundiert und realistisch planen, ein starkes Team aufbauen und eine funktionierende Kommunikation sicherstellen. Alle drei Tipps hören sich selbstverständlich an und weniger nach einem spektakulären Erfolgsgeheimnis – doch wie so häufig liegt der Teufel im Detail. Denn insbesondere in den Bereichen der Planung, des Teams und der Kommunikation verstecken sich zahlreiche Stolperfallen, die selbst die besten Geschäftsideen in die Knie zwingen können. Diese drei Tipps haben wir für Gründer:

  • Lasst euch von kompetenten Personen bei der Businessplan-Erstellung „challengen“, dies hilft dabei, den Überblick über alle wichtigen Fragen bzw. Aufgaben zu bekommen und die Orientierung nicht zu verlieren.
  • Realisiere von Beginn an, dass nicht alles zu schaffen ist. Binde für bestimmte Aufgaben externe Berater ein und suche Mitgründer mit komplementären Kompetenzen, die auch von ihrer menschlichen, persönlichen Seite zu dir passen. Denn die Chemie im Gründerteam sollte immer stimmen.
  • Frage deine Mitgründer und operativen Teammitglieder, welche konkreten Vorstellungen diese hinsichtlich der Existenzgründung und des Unternehmensaufbaus haben und was ihre individuellen Ziele sind. Eine offene Kommunikation ist wichtig, dass alle dauerhaft und verlässlich an einem Strang ziehen.

Zur Website von Kluba-Medical (externer Link).

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