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Ein Mann spielt eine Schachfigur auf einem Schachbrett.

Wenige Begriffe sind gerade in der Betriebswirtschaft in den letzten Jahren so präsent gewesen und so häufig hervorgehoben worden, wie die Flexibilität. Seien es flexible Arbeitszeitmodelle, Änderungen der Arbeitsweisen durch technischen Fortschritt oder auch der Umzug ins Homeoffice aufgrund von Ausnahmezuständen am Arbeitsplatz – ohne Flexibilität wären diese Veränderungen und Herausforderungen nicht zu bewältigen gewesen.

Doch was heißt Flexibilität eigentlich genau? Warum ist Flexibilität das Stichwort und die Kompetenz der Stunde und wie stehen damit auch bestimmte Arbeitsmodelle und Ideen (externer Link) in Verbindung? Und wie funktioniert das eigentlich, dass man als Einzelperson schließlich auch flexibler wird und Dingen wiederum aus dem Weg geht, die die Flexibilität mindern können?

Was bedeutet Flexibilität und „flexibel sein“?

Der österreichische Philosoph und Autor Paul Watzlawick (*1921; †2007; externer Link), der vielen Menschen vor allem durch sein populärwissenschaftliches Sachbuch „Anleitung zum Unglücklichsein“ bekannt sein dürfte, schrieb einmal:

„Wenn du immer wieder das tust, was du immer schon getan hast, dann wirst du immer wieder das bekommen, was du immer schon bekommen hast. Wenn du etwas anderes haben willst, mußt du etwas anderes tun! Und wenn das, was du tust, dich nicht weiterbringt, dann tu etwas völlig anderes – statt mehr vom gleichen Falschen!“

Watzlawick beschreibt hier die Gefahr der Stagnation und der geistigen Unbeweglichkeit. Außerdem thematisiert er die Notwendigkeit, im Falle etwa von Unzufriedenheit oder dem Wunsch nach Veränderung, aktiv etwas zu unternehmen, um diese „Probleme“ zu lösen. Die Fähigkeit, die bei der Lösung derlei Probleme enorm hilft, nennt sich Flexibilität.

Schon bei dieser Beschreibung wird klar, dass sich Flexibilität gar nicht so leicht definieren lässt. Denn um eine „Eigenschaft“, bzw. eine Charaktereigenschaft im eigentlichen Sinne handelt es sich hierbei nicht. Jeder Mensch kann theoretisch flexibel sein. Flexibilität ist somit vielmehr eine Kompetenz, ein „Skill“, wie man heute vielleicht sagen würde, der sich antrainiert oder der an einem selbst gestärkt werden kann. Flexibel zu sein ist also eine Entscheidung – und es ist erlern- und trainierbar.

Was zeichnet Menschen aus, die flexibel sind?

Das Wort „flexibel“ stammt vom Lateinischen „flectere“ ab, was so viel bedeutet, wie biegen, beugen oder auch krümmen. Wer einen Menschen heute als flexibel bezeichnet, meint damit aber in der Regel nicht die Fähigkeit, den Körper auf beeindruckende Weise verbiegen zu können. Stattdessen geht es meist um kognitive Flexibilität. Wer geistig flexibel ist, kann sein Verhalten und seine Gedanken leicht(er) an neue, sich verändernde oder auch an unvorhergesehene Ereignisse anpassen. Oft wird Flexibilität daher auch mit dem Wort Anpassungsfähigkeit gleichgestellt.

Wer flexibel ist, ist also – wie es beim Zitat Watzlawicks der Fall ist – nicht nur in der Lage, aktiv etwas zu ändern, um bestimmte Probleme zu lösen. Vielmehr beschreibt Flexibilität auch die Kompetenz, sich bei Veränderungen, die ohne das eigene Zutun automatisch geschehen, an ebenjene anpassen zu können.

Während ein unflexibler Mensch bei plötzlichen Veränderungen ins Straucheln gerät, anfängt, unruhig zu werden oder gar Wut oder Verzweiflung entwickelt, nimmt der flexible Mensch diese Situation viel schneller und leichter an.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Sonja und Martin stehen sonntagmorgens auf, ziehen sich an und gehen in die Küche. Dort stellen sie fest: Das Brot ist aufgegessen und fürs Müsli ist keine Milch mehr da. Martin stöhnt sofort laut und fängt an zu jammern. Er regt sich darüber auf, dass gestern Abend keiner kontrolliert hat, ob genug Sachen zum Frühstücken da sind und dass ja nun Sonntag sei und man auch nichts kaufen könne. Er hört nicht auf, sich über die nun ach so dramatische Situation zu beschweren und endet niedergeschlagen auf der Couch.

Sonja dagegen zuckt mit den Schultern und wirft ein, dass man ja fürs Frühstück ausnahmsweise auch einmal in ein nettes Café gehen könne. Außerdem hätten zumindest Tankstellen noch offen, da gäbe es ja sicher auch Milch oder zumindest Toastbrot. Dann fällt ihr auch noch ein, dass man ja auch einfach bei den Nachbarn nach Milch fragen könne. Während Martin noch vor sich hin grummelt, ergreift Sonja die Initiative und klingelt bei den Nachbarn, die ihr liebend gerne Milch fürs Müsli borgen. Schon ist das „Problem“ gelöst und Sonja, die flexiblere der beiden, konnte in ihren Sonntag deutlich gelassener starten als Martin.

Flexibilität – Auch für Gründer das Stichwort der Stunde

Am oben genannten Beispiel sollte deutlich geworden sein, dass Flexibilität nicht heißt, sich prinzipienlos und stoisch an unklare und problematische Situationen anzupassen. Vielmehr meint der Begriff, dass unter ungeplanten oder auch chaotischen Verhältnissen spontan zielorientiert gehandelt werden kann, um die entstandenen Probleme schnellstmöglich zu lösen. Teil eines flexiblen Gemüts ist daher auch eine Offenheit neuen Methoden und Perspektiven gegenüber.

Auch hierfür hatte der bereits zitierte Watzlawick wieder einen cleveren Spruch parat. „Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel“, sagte er und genau das trifft es. Mit anderen geistigen „Werkzeugen“ als rein einem Hammer, lassen sich auch Situationen, die nicht die gewohnte und gern gesehene Form haben, angehen und lösen. Gerade in Zeiten, in denen die Wirtschaft starken Fluktuationen unterworfen ist, in denen sich Märkte häufiger wechseln und ändern und in denen rasend schnell fortschreitende technologische Entwicklungen die Arbeitswelt immer wieder massiv beeinträchtigen, ist Flexibilität eines der großen Stichwörter der Stunde.

Das trifft vor allem auch auf die Flexibilität von Gründer:innen und Start-ups zu. Wer sich mit einer Geschäftsidee selbstständig machen will oder bereits mit einer Unternehmensgründung gestartet ist, wird es ohne die Bereitschaft, flexibel zu handeln und zu agieren und reagieren, heutzutage schwer haben, sich auf dem Markt und in der Arbeitswelt und ihrer Branche zu behaupten. Denn gerade für sie sind nicht selten jeder Arbeitstag und die Leistungen jeder mitarbeitenden Person existenziell. Es ist keine Option, Verluste aufgrund sich verändernder äußerer Umstände zu verzeichnen. Stattdessen müssen diese umgehend verstanden, angenommen und bestenfalls zum eigenen Vorteil genutzt werden. Es geht darum, das Beste aus jeder Situation rauszuholen – und genau dafür braucht es Flexibilität.

Die derzeitige Situation im Fokus

Die Corona-Pandemie ist das aktuell optimale Beispiel, um zu verdeutlichen, wie stark gerade junge Unternehmen profitieren, wenn sie Flexibilität beweisen und Bereitschaft zeigen, sich dem Neuen zu stellen. So mussten in den vergangenen Monaten in einigen Unternehmen etliche Angestellte zumindest zeitweise aus Quarantänegründen oder Gründen des Selbstschutzes aus ihrer Wohnung ausziehen. Die Gefahr, sich bei Familienmitgliedern oder gar Mitbewohner:innen in einer WG zu infizieren und die Krankheit mit ins Büro zu tragen, musste minimiert werden.

Start-ups, die schnell praktische Lösungen für den Übergang fanden und für die Zeit, in der die Situation brisant war, schufen sich einen Wettbewerbsvorteil. Hier und da war es nötig, dass Arbeitnehmer:innen sich für längere Zeiträume Ausweichunterkünfte suchten, um die Ansteckungs- und Verbreitungsgefahr des Virus zu minimieren. Es gibt hier Angebote, die auch spontane und dringende Buchungen ermöglichen und sich genauso spontan auch wieder kündigen lassen, sollte sich die Lage entspannt haben. Kurzfristig sind solche Lösungen mit Planung und Kosten verbunden, langfristig zahlen sie sich aus.

Denn einige Unternehmen standen den neuen und ungewohnten Umständen ratlos gegenüber. Nicht ohne Grund berichteten die Medien täglich von Problemen in Sachen Liquidität und um die Existenz kämpfenden Unternehmen, denen die Pandemie wirtschaftlich schwer zu schaffen machte. Diejenigen wiederum, die flexibel agieren konnten, ihr Geschäftsmodell anpassten und aus der Lage das Beste machten, hielten die Schäden in Grenzen. Den Arbeitnehmer:innen in solch schweren Zeiten unter die Arme zu greifen, sie durch zusätzliche Anreize zu motivieren und ihnen angepasste Möglichkeiten der Arbeit zu geben, war und ist also eine wichtige Maßnahme.

Das ein oder andere junge Unternehmen begriff und begreift die Pandemie vielleicht sogar als Innovationsmotor und Corona somit zwar als Problem, aber auch als Chance. Zwar ließen sich mit Hilfe von Flexibilität die katastrophalen Auswirkungen der Krise auf Wirtschaft und Gesellschaft nicht verhindern. Doch immerhin taten sich plötzlich neue Geschäftsfelder auf, die zumindest Teilen und Bereichen der Wirtschaft wieder auf die Beine halfen oder sie gar stärkten.

Flexibilität im Job – Die Karrierevoraussetzung schlechthin

Vor allem von Berufseinsteigern erwarten Personaler und Führungskräfte heute als eine der Kernkompetenzen Flexibilität. Schon bei Bewerbungsgesprächen werden potenzielle neue Angestellte daraufhin geprüft, ob sie in der Lage sind, sich auch mit täglich verändernden Situationen auf der Arbeit und neuen Problemstellungen zu beschäftigen. Ob sie sich an neue Umstände anpassen und darauf schnell, kreativ und inspiriert reagieren können. Kein Wunder, dass Statistiken und Umfragen bekräftigen (externer PDF-Link), dass „agile Arbeitsmethoden“ (man könnte sie auch „flexible Arbeitsmethoden“ nennen) zu den wichtigsten methodischen Kompetenzen dieser Zeit gehören.

Chefs erwarten von ihren Angestellten Flexibilität, weil gerade heute jeder Angestellte immer mehr als wichtiger Teil des gesamten Unternehmens betrachtet wird. Moderne Unternehmen sehen die oder den Einzelnen nicht mehr nur als objektifizierte Arbeitskraft, als hohle Maschine, die ihre Routine ausführt. Vielmehr wird immer mehr Führungskräften und Gründer:innen klar, dass die Betonung des Einzigartigen, die Förderung individueller Talente zur Wirtschaftlichkeit des Unternehmens beiträgt. Wo kommt hier nun aber die Flexibilität ins Spiel?

Die bereits erwähnten Umweltveränderungen, die heute auf Unternehmen einwirken, haben sich gerade in den letzten Jahren zunehmend verstärkt. Informations- und Kommunikationskanäle haben sich in kürzester Zeit enorm weiterentwickelt. Unter anderem diese Entwicklung führte zu einer immer stärkeren Globalisierung und einem immer höheren Grad der Vernetzung der Volkswirtschaften. Die Märkte werden dadurch immer dynamischer, die Angebotsvielfalt an Dienstleistungen und vor allem auch Produkten wächst und die Zahl der Wettbewerber nimmt stetig zu. Eine derlei turbulente Umwelt und Geschäftswelt erfordert eine strategisch flexible Ausrichtung der Unternehmung und der Marketingstrategie als unabdingbaren Erfolgsfaktor. Nur, wenn alle Angestellten die Bereitschaft besitzen und sich die Kompetenz aneignen, flexibel zu sein, lässt sich in einer solchen Marktsituation ein langfristiges Überleben der Unternehmung sichern. Deshalb werden es unflexible Bewerber:innen, die zu verstehen geben, Probleme mit neuen, ungewohnten und kreativitätsfordernden Situationen zu haben, zukünftig immer schwerer haben.

Flexibilität als Erwartung der Arbeitnehmer:innen

Nicht nur von Arbeitgeber:innen, sondern auch von Seiten der Arbeitnehmer:innen wird wiederum heute oft Flexibilität gefordert, was die Ausübung ihrer Arbeit betrifft. Man denke hierbei etwa an flexible Arbeitszeitmodelle. Immer mehr Menschen stellen die Notwendigkeit infrage, klassischer Weise von 9 oder gar 8 Uhr morgens bis spätabends zu arbeiten. Vor allem, wenn sie in einer Branche tätig sind, die nicht ständig von zeitlich genau festgelegten Fristen und strengen Terminkalendern abhängig ist. Außerdem hat jeder Mensch einen anderen Rhythmus und kann seine beste Leistung zu unterschiedlichen Zeiten am besten abrufen.

Viele Spitzenkräfte wünschen sich ebenfalls flexible Arbeitsmodelle. Arbeitnehmer:innen allerdings trauen sich oft kaum, solchen Modellen nachzugehen oder sie ihren Arbeitgeber:innen vorzuschlagen. Dahinter steckt nicht selten die Angst vor dem Karriere-Aus oder zumindest einem schlechten oder falschen Eindruck bei den Vorgesetzten. Wichtig ist also, dass diese bewusst und gezielt Anreize für flexible Arbeitsmodelle schaffen und die Arbeitnehmer:innen darin bekräftigen, eigenständig Entscheidungen zu treffen oder Vorschläge offen zu kommunizieren. Und das, ohne negative Auswirkungen befürchten zu müssen.

Wird von Arbeitnehmer:innen eine gewisse Flexibilität bezüglich der Arbeitszeiten oder des Einsatzortes verlangt, setzt dies wiederum entsprechende Strukturen voraus. Bei Tätigkeiten im Außendienst ist es notwendig bestimmte Arbeiten auch außerhalb der Büroräume erledigen zu können. Für Arbeitnehmer:innen kann das Homeoffice dabei eine Alternative darstellen.

Doch nicht immer ist die Tätigkeit im Homeoffice möglich, dann sind die Arbeitgeber:innen gefragt für passende Räumlichkeiten zu sorgen. Für eine Tätigkeit, die Reisen voraussetzt, kann ein flexibles Office am jeweiligen Einsatzort zur Verfügung gestellt werden. Die Möglichkeiten hierfür sind gegeben (externer Link) – gerade in größeren Städten gibt es dazu entsprechende Angebote. Ruhige und mit der nötigen Infrastruktur ausgestattete Räumlichkeiten gibt es etwa in verschiedenen Unterkünften.

Arbeitgeber:innen sollten die Bereitschaft besitzen, sich neuen Umständen zu stellen – auch, wenn damit zunächst Umstellungen und vorübergehend neu entstehende Kosten verbunden sind. Ist zunehmend Flexibilität gefragt, kann es sinnvoll sein, die übliche Struktur im Büro mit Arbeitsplätzen für jeden Mitarbeiter:in zu überdenken und an die Umstände anzupassen. Desk Sharing oder andere Bürokonzepte können eine Alternative darstellen. Hier müssen Arbeitgeber:innen genau prüfen, welches Modell individuell passen kann. Offensichtlich unflexible Führungskräfte und unflexible strategische Ausrichtungen von Unternehmen werden hingegen für Arbeitnehmer:innen immer unattraktiver.

Das „Lebenslange Lernen“ als Skill für die Zukunft

Beim Thema Flexibilität in der Arbeitswelt, kommt früher oder später auch das „lebenslange Lernen“ zur Sprache. Hierbei handelt es sich um eine Fähigkeit, die nicht ganz genau das bedeutet, was sie im ersten Moment auszudrücken scheint. Lebenslanges Lernen als Voraussetzung vieler Arbeitgeber:innen heute meint so nämlich nicht die Fähigkeit oder Bereitschaft, sich ständig neues Wissen anzueignen. Stattdessen ist damit gemeint, dass Arbeitnehmer:innen ihr eigenes Lernvermögen freiwillig und bewusst stets weiterentwickeln.

Hierfür müssen wiederum Unternehmensgründungen die Weichen stellen, beziehungsweise die Grundlagen schaffen. Neue Lernmethoden, wie etwa Massive Online Open Courses (MOOCs, externer Link) sowie datengesteuerte, personalisierte Lernprogramme helfen hierbei. Sie ermöglichen es, sich in kürzester Zeit in neue Themen einarbeiten zu können, schließen Kompetenzlücken und fördern dabei auch die Mitarbeiterbindung.

Arbeitgeber:innen, die die Gegebenheiten nicht nutzen, lebenslanges Lernen zu ermöglichen, hemmen nicht nur das Potenzial der Angestellten, sich vollkommen zu entfalten. Sie erschweren zudem die Aneignung neuer Qualifikationen. Schulungen und Weiterbildungen sollten so aufgebaut sein, dass einerseits innerhalb kürzester Zeit Einarbeitungen selbst in völlig neue Themen möglich sind. Andererseits muss die Chance bestehen, umfassende Trainings und eine Intensivierung bestimmter Bereiche zu erhalten. Wer heutzutage das lebenslange Lernen nicht aktiv fördert und unterstützt, riskiert zurückzubleiben und das Unternehmen in Schwierigkeiten zu bringen.

Wie wird man flexibler?

Jeder Mensch ist im Grunde in der Lage, seine eigene Flexibilität dauerhaft zu steigern. Wichtig ist dabei, zu bedenken, dass Flexibilität eine Kompetenz ist, die situationsbedingt einsetzbar ist. Flexibel zu sein bedeutet nicht, sich ständig von jeder kleinen Veränderung mitreißen zu lassen oder gar zum Opportunisten zu werden. Stattdessen geht es darum, flexibler zu werden, um in der Lage zu sein, nicht mehr starr und alternativlos bestimmten Gewohnheiten anzuhängen.

  • Damit wäre auch die erste Methode beschrieben: Wer flexibler werden möchte, kann versuchen, immer wieder Gewohnheiten gezielt zu durchbrechen. Wie wäre es beispielsweise damit, die Zähne morgens einmal mit der anderen Hand zu putzen? Oder beim Joggen eine völlig neue Route zu nehmen?
  • Manche Gewohnheiten können probeweise auch einmal ganz gelassen werden. Es muss beispielsweise nicht sein, zum Essen Videos auf dem Handy oder Laptop zu schauen. Was passiert, wenn man sich auf einmal nur noch aufs Essen konzentriert?
  • Weiterhin sollten bestimmte Automatismen im Alltag registriert und bewusster ausgeführt werden. Dabei ergeben sich oft von ganz alleine alternative Möglichkeiten. Nimmt man eine davon wahr, hat man bereits flexibel gehandelt.
  • Grundsätzlich ist wichtig, sich bewusst darüber zu werden, dass die meisten alltäglichen Handlungen eben unbewusst geschehen. Je stärker die Aufmerksamkeit dafür wird, desto leichter wird es einem fallen, bewusst Entscheidungen zu treffen. Und genau das erleichtert es auch, flexibler zu sein. Denn plötzlich wird klar: Anders denken und handeln ist möglich und führt oft sogar zu spannenden Ergebnissen.

Was der Flexibilität im Weg stehen kann

Wie bereits erwähnt gilt es, Gewohnheiten zu durchbrechen, um flexibler werden zu können. Denn bei aller Vorteile, die Gewohnheiten teilweise so mit sich bringen, sind sie eben oft auch Hindernisse. Eine Gewohnheit hat für uns Menschen eine entlastende Funktion: Sie nimmt uns die Notwendigkeit, immer wieder neue Überlegungen anstellen zu müssen. Doch gleichzeitig führt sie eben auch dazu, dass wir gedankenloser agieren und reagieren. Unsere Aufmerksamkeit für Details nimmt ab und wir handeln in gewisser Weise auch unkreativer.

Durchbricht man Gewohnheiten oder stellt man etwa auch Gebräuche, Sitten, kollektive Überzeugungen oder auch Moralvorstellungen infrage, beginnt man zunächst, flexibler zu denken. Das flexible Handeln kann nur folgen, wenn die Gedanken bereits „biegsamer“ geworden sind.

Oft stecken hinter der Inflexibilität einiger Menschen auch diverse Ängste. Dabei handelt es sich um Ängste davor, dass Handlungen, die aus den gewohnten Mustern fallen, zu unvorhergesehenen und überfordernden Situationen führen könnten. Das ist den meisten Menschen vielleicht nicht bewusst, diese Ängste allerdings blockieren die Neugier und Lust, Neues auszuprobieren. Oft hilft es, sich in einer Situation darüber Gedanken zu machen, ob man hier eigentlich nur aufgrund einer bestimmten Konsequenz so und so handelt. Doch was würde schlimmstenfalls passieren, wenn man einmal anders handelt? Nicht selten helfen Erinnerungen aus der Vergangenheit, die beweisen, dass mutige Schritte und neue Wege sich oft ausgezahlt haben, Ängste zu überwinden und flexibler zu werden.

Flexibilität mit Grenzen – Die Sicht der Psychologie

Bei aller Liebe zur Flexibilität und bei der Notwendigkeit, diese als Kompetenz gerade als Unternehmensgründer:in zu entwickeln und bei den Angestellten vorauszusetzen, sollte die Flexibilität doch ihre Grenzen haben. Der Meinung ist zumindest die Psychologie.

Die Flexibilität wird dann zum einen mitunter als „ständige Verfügbarkeit“ verstanden und erhöht zum anderen die Gefahr, den individuellen Charakter zu dimmen. Wer ständig bereit ist, sich anzupassen und nicht mehr aus eigener emotionaler Überzeugung auf etwas reagiert, büßt dabei mitunter auch an persönlichen Qualitäten ein.

Einige Psycholog:innen betonen immer wieder, dass Flexibilität als absolute Kompetenz gerade in der Arbeitswelt förmlich „missbraucht“ werden kann. Dr. Markus Thiele, Psychologe und Kulturkritiker aus Berlin, betont etwa, dass

„Flexibilität neben der psychischen Dimension als effektive oder eben auch problematische Anpassungsgabe- bzw. Bereitschaft ein Steuerungselement [sei], dem es sich zu unterwerfen gilt und das bei zunehmendem Zwang zur Flexibilisierung mit dem Anspruch an ständige Verfügbarkeit seelische Krankheiten hervorrufen kann.“

Verglichen wird die Flexibilität dann mit der Dehnbarkeit eines Gummibandes. Bis zu einem gewissen Grad ist diese nicht nur praktisch, sie schöpft sogar das Potenzial ihrer Möglichkeiten voll aus. Überstrapaziert man es jedoch, reißt es – und so sollte eben auch die Flexibilität jedes Menschen eine Grenze haben.

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