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Wer sich den Traum von der Selbstständigkeit erfüllen möchte, hat mehrere Optionen, ein Unternehmen aus der Taufe zu heben: Neugründung, Franchising oder den Erwerb einer „fertigen“ Firma. Vor- und Nachteile eines Kaufs im Check.

Geht der Unternehmergeist in Deutschland zurück? Beim flüchtigen Blick auf jüngst veröffentlichte Zahlen könnte man durchaus diesen Eindruck gewinnen. Laut dem „Gründerreport 2015“ des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hat das Interesse an der Gründung eines eigenen Unternehmens einen erneuten Tiefstand erreicht. Drei Prozent weniger Gespräche mit gründungswilligen Personen verzeichneten die IHK im Jahr 2014 – und damit den dritten Negativrekord in Folge. Darüber hinaus finden immer mehr mittelständische Betriebe in der Bundesrepublik keinen Nachfolger, wenn sich der Senior-Chef zur Ruhe setzt. Das zeigt der letzte DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge.

Die Industrie- und Handelskammern verzeichnen mehr übergabewillige Altinhaber als Juniorunternehmer, beklagt Eric Schweitzer, Präsident des DIHK. „Noch nie gab es so viele Seniorunternehmer und so wenige mögliche Nachfolger.“ Vor allem die Demografie und rückläufiges Interesse an der unternehmerischen Selbstständigkeit erschwerten die Nachfolgersuche zunehmend. Immer mehr Unternehmer erreichten das Ruhestandsalter, während viele qualifizierte Personen gerade in Zeiten des Fachkräftemangels eine gut dotierte abhängige Beschäftigung der Selbstständigkeit vorzögen. „Die Folge“, so Schweitzer: „Mehr als 40 Prozent der Seniorunternehmer finden nicht den passenden neuen Chef.“

Und doch gibt es auch Lichtblicke: So hat die Zahl der Pioniergründungen um zehn Prozent zugelegt. 2014 kamen mehr Personen zu den IHKn, die aus unternehmerischem Antrieb den Weg in die Selbstständigkeit gehen wollen und weniger aus Mangel an Alternativen. Einen weiteren „Hoffnungsschimmer“ sieht Schweitzer bei Gründerinnen und Gründern mit Migrationshintergrund. „Sie machen mittlerweile ein Fünftel aller Gründungsinteressenten aus, zeigen sich gut vorbereitet und wollen rasch im Markt Fuß fassen.“

Chancen erkennen

Dennoch: Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) sank die Zahl der Gewerbeanmeldungen in Deutschland 2014 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als vier Prozent von 755.048 auf 722.285. Traditionell ist das Interesse an Existenz(not)gründungen geringer, wenn der Arbeitsmarkt brummt. Und das tut er bereits seit einigen Jahren. Im zweiten Quartal 2015 waren nach vorläufigen Berechnungen von Destatis 42,8 Millionen Menschen erwerbstätig. Das sind 175.000 mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal. Grund dafür ist die gute Konjunktur. Diese eröffnet aber gleichzeitig auch Chancen für das Gründungsklima: Sie kann einen beflügelnden Effekt auf die Geschäfte bestehender Unternehmen haben und damit auf deren Attraktivität.

Wer sich aktuell mit dem Gedanken trägt, ein eigenes Unternehmen zu gründen, dabei aber Risiken wie den unter Gründern harten Verdrängungswettbewerb scheut, oder wer sich ohne eine eigene Geschäftsidee selbstständig machen will, hat zwei Möglichkeiten: Entweder er wird Franchisenehmer. Oder er setzt sich ins gemachte Nest und übernimmt einen gesunden Mittelstandsbetrieb. Ob der gering ausgeprägten Nachfolgeneigung sind die Optionen in letzterem Bereich heute vielfältiger denn je.

Grundsätzlich gilt: Die Unternehmensnachfolge ist nicht nur für erfahrene Entrepreneure eine Alternative zur Neugründung. Tatsächlich kann die noch immer nicht sonderlich populäre Strategie des Firmenerwerbs den Schritt in die Selbstständigkeit vereinfachen respektive ermöglichen. So manchen Existenzgründer versetzt eine funktionierende, den Lebensunterhalt sichernde Basis überhaupt erst in die Position, die eigenen Ideen verwirklichen zu können. Wichtig: Wie im Rahmen einer Neugründung ist auch beim Erwerb eines bestehenden Betriebs ein dezidierter Businessplan die Grundlage für ein erfolgreiches unternehmerisches Arbeiten. Die externe Nachfolge ist ein komplexes Unterfangen und geht nicht zwingend einfacher vonstatten als eine Neugründung. „Vorbereitung“ lautet die oberste Devise, sonst drohen unternehmerexistenzgefährdende Fehler.

Externe Expertise hinzuziehen

Damit der potenzielle Neuunternehmer den Überblick über die Detailfragen behält, sollte er frühzeitig Rat von Expertenseite einholen. Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und/oder Unternehmensberater, die sich vielfach auf das Thema Nachfolge spezialisiert haben, eignen sich, einen solchen Deal zu begleiten. Das gilt insbesondere dann, wenn ein realistischer Verkaufspreis ermittelt werden soll – der ideelle Wert und das Bild, das der Alteigner von der eigenen Firma hat, sollten dabei keine Rolle spielen.

Ein überzeugendes Argument für die Übernahme eines im Markt etablierten Unternehmens sind die vorhandene Kundenbasis und eingeführte Produkte. So kann der Neuunternehmer sofort nach der Übernahme Umsatz machen und muss in der Startphase keine eigenen Ressourcen für die Neukundenakquisition binden. Ein weiteres zentrales Motiv nennt Nicolas Rädecke, Geschäftsführer der Deutschen Unternehmerbörse: „Ein wesentlicher Grund, ein Unternehmen zu kaufen, statt eines zu gründen, ist die Möglichkeit, das Personal zu übernehmen. In Zeiten des Fachkräftemangels sind gerade gute Pflegekräfte oder Ingenieure ein echtes Asset. Letztlich stehen oft nicht die Zahlen, sondern die Menschen im Vordergrund.“ Auch der zeitraubende Aufbau einer Infrastruktur, beispielsweise im EDV-Bereich, entfällt. Bürokratische Hürden, die eine Neugründung birgt, sind aus dem Weg geräumt.

Ein Kauf erleichtert zudem nicht selten die Finanzierung der Unternehmensgründung: Für Banken ist es einfacher und sicherer, den Kauf eines am Markt etablierten Unternehmens zu finanzieren, zu dem mehrjährige Erfahrungswerte vorliegen, als das Risiko der Finanzierung einer Neugründung einzugehen.

Ein Nachteil der Variante Unternehmenserwerb: Der übernommene Betrieb lässt sich in den seltensten Fällen problemlos auf die ureigene Vision des Entrepreneurs zuschneidern. Der Charme maximaler unternehmerischer Gestaltungsfreiheit, sprich den Betrieb von Beginn an nach eigenen Vorstellungen aufzubauen, Mitarbeiter auszuwählen, Absatzmärkte zu entwickeln, um anschließend mit dem Unternehmen zu wachsen, geht einem Erwerb zumeist ab.

Bevor sich Entrepreneure also in das vermeintlich gemachte Nest setzen, sollten einige grundsätzliche Fragen geklärt sein, um am Ende kein Kuckucksei vorzufinden. Erste Käuferpflicht ist es daher zu eruieren, warum das Unternehmen überhaupt eine Nachfolge sucht.

Nachhaltigkeit des Geschäfts prüfen

Stimmt die Positionierung, gilt es, die Unternehmenszahlen kritisch zu hinterfragen oder für diesen Part besagte externe Berater zurate zu ziehen. Ziel ist, ein Gefühl dafür zu entwickeln, ob bisherige Erfolge Einmaleffekt waren oder Garant für zukünftige Erwartungen sind. In jedem Fall lohnt auch ein Blick auf die Kosten, die in naher Zukunft auf das Unternehmen zukommen. Eine böse Überraschung wäre es beispielsweise, stünden Schadensersatzforderungen ins Haus.

Letztlich zählt natürlich der persönliche Eindruck, den der potenzielle Käufer vom Unternehmen gewinnt. Über dessen tatsächliche Verfassung geben zum Beispiel die Mitarbeiterstruktur, Gespräche mit den künftigen Kollegen oder Vor-Ort-Besuche einen Einblick. Zudem gilt es, Fragen zum Alteigentümer zu beantworten: Wie sehr hing das Geschäft von seiner Person ab, und wie lange stünde er in einer Übergangszeit zur Verfügung?

Doch wie finden Übernahmewillige überhaupt das für sie passende Unternehmen? Netzwerken ist dabei natürlich essentiell. Wer mit anderen Unternehmern einen regen Austausch pflegt, erfährt vielleicht zuerst von einer lohnenden Chance. Eine gute Möglichkeit für Käufer und Verkäufer, schnell und unkompliziert zusammenzukommen, bieten aber auch Unternehmensbörsen wie das Portal der Deutschen Unternehmerbörse DUB.de. Dort können Unternehmer ihre Firma anonym inserieren und Interessenten ein Gesuch aufgeben.

Nicolas Rädecke hat selbst als Gründer und Berater schon zahlreiche Firmentransaktionen begleitet. Er meint: „Die Chancen, die bestehende Firmen bergen, werden häufig unterschätzt. Gründen klingt für viele noch immer nach Neustart – das muss aber nicht sein.“ Gründer sollten sich die Frage stellen: Kann ich meine Idee in einem bestehenden Betrieb sogar besser verwirklichen? „Diese Chancen zu nutzen, macht den Unternehmer aus.“

Am Ende des Tages ist die Rechnung simpel: Für denjenigen, der seine unternehmerische Vision über einen Firmenkauf statt eine -gründung realisieren will, lohnt sich der Erwerb, wenn das, was er vorfindet, werthaltiger ist als das, was er bei gleicher Investitionssumme selbst hätte aufbauen können.

Wir bedanken uns bei der Deutschen Unternehmerbörse für diesen Gastbeitrag.

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