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KfW Studie belegt Zusammenhang zwischen Bestandsfähigkeit von Unternehmen und Inanspruchnahme von Qualifizierungsangeboten

Eine neue KfW-Studie beschäftigt sich mit der Abbruchquote von Selbstständigkeitsprojekten bei Gründern sowie ihrem allgemeinen Verhalten gegenüber Beratungs- und Fortbildungsangeboten vor und zeitnah nach der Gründung oder Geschäftsübernahme. Im Endergebnis der Matching-Analyse kann festgehalten werden, dass sich die Abbruchwahrscheinlichkeit eines Gründungsprojektes nach drei Jahren tatsächlich um 30% gegenüber Unternehmen ohne externe Unterstützung reduziert, wenn eine Beratung oder Fortbildung genutzt worden ist.

2012 haben 31% der 775.000 Gründer Maßnahmen in Anspruch genommen; 41% der genutzten Angebote waren Beratungen, 28% Fortbildungen. Insgesamt nutzten mehr Frauen als Männer (38% vs., 27%), mehr Gründer aus der Arbeitslosigkeit als aus einer Beschäftigung heraus (53% vs. 28%), Ostdeutsche häufiger als Westdeutsche (47% vs. 28%) und mehr Menschen mit Berufsabschluss als ohne (34% vs. 17%) Qualifizierungsangebote. Erklärungen lassen sich in einer geringeren Risikofreudigkeit von Frauen gegenüber Männern und somit Verhaltensweisen, die der Absicherung dienen, finden, ebenso wie einer stärkeren Förderung von Arbeitslosen und Ostdeutschen in Form von Bezuschussungsunterschieden; für Menschen ohne Berufsabschluss könnten weniger Berührungspunkte mit den Maßnahmenmöglichkeiten und somit Kenntnis von deren Existenz ausschlaggebend sein.

Der Risikograd spielt auch hinsichtlich der Art einer Existenzgründung und der Neigung, dafür externe Hilfe aufzusuchen, eine Rolle. 42% der Vollerwerbsgründer und im Vergleich nur 23% der Nebenerwerbsgründer sowie 33% der Neugründer und 23% der Übernahmegründer haben sich weiterqualifiziert. Dies erklärt sich aus einer höheren Abhängigkeit von Vollerwerbsgründern gegenüber dem Erfolg der Existenzgründung und somit einer gesteigerten Bereitschaft, Absicherung zu schaffen. Bei Übernahmegründern wird der Unsicherheitsgrad vermutlich geringer eingeschätzt, da häufig schon eine Verbindung zum Unternehmen vor Übernahme (Familienunternehmen oder bereits im Vorfeld Angestellter in der Firma, der eingearbeitet und auf die Übernahme vorbereitet wird) besteht. 53% der in Anspruch genommenen Angebote entfielen hier auf kostenlose Maßnahmen, 22% auf solche mit zu leistendem Eigenbeitrag und 26% entfielen auf Maßnahmen, die eine komplette Übernahme der Kosten voraussetzten. Beratungen wurden jedoch häufiger genutzt als Fortbildungen (68% vs. 42% im kostenlosen Bereich). Der mittlere Zeitaufwand, der darauf verwendet wurde, lag bei insgesamt 23 Stunden, wobei er bei kostenlosen Beratungsangeboten mit 12 Stunden wesentlich kürzer ausfiel als bei Fortbildungsangeboten (32 Stunden mittlerer Zeitaufwand). Interessant ist, dass 82% der Gründer sich während ihrer Maßnahmen mit steuerlichen Aspekten, 68%-75% Geschäftsplanung, Finanzierung sowie Werbung, Verkauf und Kundengewinnung, aber auch Buchführung, Organisation, Controlling und die Optimierung der Geschäftsidee als Themen wählten. Männer präferieren hierbei häufiger als Frauen Geschäftsplanung sowie Organisation und Controlling bei der Themenwahl (81% vs. 63% und 74% vs. 60%), Finanzierungsfragen werden verstärkt von Gründern unter 25 Jahren als von über 55-Jährigen angefragt (83% vs. 67%) und aus der Arbeitslosigkeit kommende Gründungen haben mehr Bedarf an den Themen Geschäftsplanung und Businessplan sowie Finanzierungsfragen (91% vs. 71% und 83% vs. 71% gegenüber Gründungen aus einer Beschäftigung heraus). Letzteres erklärt sich durch die Notwendigkeit eines Tragfähigkeitsgutachtens unter Vorlage eines businessplanähnlichen Konzeptes, um einen Gründungszuschuss zu erhalten, was wiederum insofern als größere Notwendigkeit bei Arbeitslosen verständlich ist, als dass sie im Durchschnitt kleinere finanzielle Reserven besitzen.

Die wahrgenommenen Angebote wurden mehrheitlich als nützlich beurteilt, 35% aller Nutzer bewerteten sie sogar als sehr nützlich. Dies unterstreicht die Ergebnisse der Studie für einen großen Mehrwert an Know-how und auch Selbstbewusstsein, das Gründer aus externer Hilfe gewonnen haben und somit die Bestandsfähigkeit für ihr Unternehmen erhöhen konnten.

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